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Ludwigsburger Schulen: Masken bleiben – auch ohne Maskenpflicht

Die Maskenpflicht im Unterricht ist gefallen, trotzdem trägt die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte weiter einen Mund-Nasen-Schutz. Foto: Robert Michael/dpa
Die Maskenpflicht im Unterricht ist gefallen, trotzdem trägt die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte weiter einen Mund-Nasen-Schutz. Foto: Robert Michael/dpa
Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt knapp unter 1000, trotzdem ist die Maskenpflicht an Schulen gefallen. Seit Montag ist es Schülerinnen und Schülern freigestellt, Mund und Nase mit einer Maske zu bedecken. Wie sind die Reaktionen?

Ludwigsburg. „Wir halten den Wegfall der Maskenpflicht für völlig verfrüht“, sagt Wolfgang Ulshöfer deutlich. Eine juristische Handhabe, dies über ein Hausrecht anzuordnen, habe er nicht. Der koordinierende Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums Römerhügel und seine Kollegen haben sich deswegen dazu entschieden, mit Plakaten für das Tragen von Masken zu appellieren – mit Erfolg. „Unsere Schülerinnen und Schüler haben sehr wohl erkannt, dass es Sinn macht“, so Ulshöfer. „Wir haben hier im Haus ständig Prüfungen.“ Die rund 4500 Schülerinnen und Schüler hätten ein großes Interesse, diese nicht wegen einer Corona-Infektion zu verpassen. „Wer die Sommerprüfungen im Mai verpasst, kann erst ein halbes Jahr später geprüft werden“, erklärt Ulshöfer den Ernst der Lage. „An der Robert-Franck-Schule gibt es keinen Lehrer, der keine Maske trägt.“ Bei den Schülerinnen und Schülern hätten sich seiner Beobachtung nach 98 Prozent für das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Schulgebäude entschieden.

Es kommt nicht von ungefähr, dass sich so wenige in der Schule angesteckt haben“

Sylvia Jägersberg, Schulleiterin des Mörike-Gymnasiums, hat in einem Elternbrief das Tragen der Masken empfohlen. „Es kommt nicht von ungefähr, dass sich so wenige in der Schule angesteckt haben“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. „Für die Schülerinnen und Schüler ist das Tragen der Maske selbstverständlich geworden“, so Jägersberg, die auch dem Lehrerkollegium großen Respekt zollt. „Es ist anstrengend, sechs Stunden am Stück mit einer FFP2-Maske zu unterrichten.“ Natürlich gebe es auch am Mörike-Gymnasium vereinzelt Kinder und Jugendliche, die keine Maske tragen. Auf diese solle keinesfalls Druck ausgeübt werden.

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„Wer sich jetzt infiziert, ist womöglich auch in den Osterferien krank“, diese Botschaft gibt Hartmut Meier, Schulleiter der Gottlieb-Daimler-Realschule, an die Jugendlichen weiter, die der Maske überdrüssig sind. Ein Argument, das für manche vielleicht wichtiger ist als der Schutz von Risikogruppen vor Infektionen. „Es wäre geschickter gewesen, die Maskenpflicht analog zur Testpflicht bis zu den Osterferien aufrechtzuerhalten“, ist auch seine Meinung. Doch trotz der Entscheidung aus Berlin trage die Mehrheit weiter eine Mund-Nasen-Bedeckung.

An der Grundschule Hoheneck trägt die Mehrheit der Kinder im Unterricht sowie in der Schulkindbetreuung weiterhin freiwillig einen Mund-Nasen-Schutz, berichtet Schulleiterin Dorothee Hoff im Gespräch mit unserer Zeitung. Die meisten Kinder seien sehr um das Wohl der anderen bedacht, beispielsweise in Klassen, in denen Schülerinnen und Schüler mit einem vorerkrankten Geschwisterkind unterrichtet werden. Das Wichtigste sei der Respekt gegenüber der Entscheidung der anderen, so Hoff. Das Kollegium an der Grundschule Hoheneck trage weiter Masken.

„Kein Kind soll deswegen in einen Konflikt kommen.“

Schulleiterin Colette Wissmann von der Lembergschule in Poppenweiler hat keinen gesonderten Appell zum Tragen einer Maske rausgeschickt. „Mir ist es wichtig, dass beide Seiten akzeptiert werden“, sagt sie. „Kein Kind soll deswegen in einen Konflikt kommen.“ Prinzipiell seien die Masken eine vernünftige Maßnahme, doch gerade in den unteren Klassen sei es auch ein Abwägungsprozess. „Im Lese-Lern-Prozess haben wir Schwierigkeiten mit der Maske festgestellt“, berichtet sie. Zum Beispiel: Um ein M von einem N zu unterscheiden, sei es auch wichtig, die Lippenbewegungen zu sehen. Das verhindert der Mund-Nasen-Schutz. Der Infektionsschutz werde natürlich auch weiter beachtet. „Die Lehrkräfte tragen Maske, wenn sie nah am Kind sind.“

Die Stadt Ludwigsburg hatte Anfang der Woche einen gemeinsamen Appell „in enger Abstimmung mit dem Gesamtelternbeirat und den Geschäftsführenden Schulleitern“ verschickt, in dem mit Blick auf die immer noch sehr hohen Infektionszahlen das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen empfohlen wurde.

Lesen Sie hier: Das sagen die Schülerinnen und Schüler.