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Luftfilter: „An den Schulen herrscht totaler Wildwuchs“

Die Infektionszahlen steigen, die Alarmstufe wurde ausgerufen, in den Klassenzimmern gilt wieder Maskenpflicht. Doch wie steht es eigentlich um die Luftfilter in Ludwigsburger Grundschulen?

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Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Rathausspitze und die Mehrheit des Ludwigsburger Gemeinderats haben den Elternwünschen nach Luftfiltern für Grundschulen und die unteren Klassen der weiterführenden Schulen Ende September eine Absage erteilt. Geld aus dem städtischen Etat gibt es nicht für Luftfilter. Fördervereine und die Ludwigsburger Elterninitiative „Jedes Kind zählt“ versuchen nun allein über Spendengeld weitere Klassenzimmer mit Luftfiltergeräten auszustatten. So sollen Kinder, für die es keine Impfung gibt, zusätzlich zum Lüften, Handhygiene und Masken einen weiteren Schutz haben.

Die Haltung der Schulen zu den Luftfiltern und Spendensammlungen ist jeweils unterschiedlich. An der Sophie-Scholl-Schule in der Innenstadt sammele man für Luftfilter, die ganz gezielt in unterschiedlichen Klassen eingesetzt werden sollen – nämlich dann, wenn ein Coronafall aufgetreten ist. Das berichtet Amalinda Post, Sprecherin der Elterninitiative. In der Grundschule Hoheneck gebe es die Haltung, dass erst Filter beschafft werden, wenn das Spendengeld für alle Klassenzimmer der Schule ausreicht, so Post. In der Schlösslesfeldschule dürfen nach Informationen unserer Zeitung keine Luftfilter aufgestellt werden.

Eva Knütter sammelt Spenden für die Fuchshofschule. Im Osten der Stadt ist inzwischen auch dank einiger Firmenspenden so viel Geld zusammengekommen, dass fünf Geräte beschafft werden könnten. Die ersten Anträge liegen der Stadt zur Genehmigung vor. Doch werden die rund 2400 Euro teuren Geräte zugelassen? Am Montag fand ein Vor-Ort-Termin in einer Ludwigsburger Grundschule statt. Dort haben sich Vertreter der Stadtverwaltung von der Lautstärke der Geräte ein Bild gemacht. Laufen die Geräte unter Volllast, sind sie in den Ohren der Stadt zu laut. Bei der Einstellung einer niedrigeren Stufe erreichen die Geräte nicht die von der Stadt gewünschte Luftwechselrate. Für die engagierten Eltern und die Fördervereine ist dies nun eine erneute Zitterpartie. Dürfen die zunächst zugelassenen Geräte von Mann+Hummel nun aufgestellt werden beziehungsweise die Testgeräte bleiben? „Alles ist wieder offen“, fürchtet Amalinda Post. Die Elterninitiative weist darauf hin, dass durch das regelmäßige Stoßlüften zusammen mit den Lüftern eine gute Luftwechselrate gewährleistet wird.

„Wir sind mitten in einer Pandemie und müssen alles tun, um die Gesundheit der Kinder zu schützen und den Präsenzunterricht zu gewährleisten“, sagt Eva Knütter im Gespräch mit unserer Zeitung.

Info: http://smartpa.ge/luftfilter

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