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Wochenmarkt

Markthändler fürchten Einbußen

Wenn der Ludwigsburger Marktplatz mit dem Weihnachtsmarkt belegt ist, muss der Wochenmarkt auf den Rathaushof umziehen. So ist das jedes Jahr, und so wird es auch in diesem Jahr sein. Allerdings wird das Ausweichquartier jenseits der Wilhelmstraße diesmal nicht ausreichen. Unter den Marktbeschickern regt sich Unmut.

Der Ludwigsburger Wochenmarkt gilt als einer der schönsten in der Region. Während des Weihnachtsmarktes muss er allerdings immer umziehen. Foto: Holm Wolschendorf
Der Ludwigsburger Wochenmarkt gilt als einer der schönsten in der Region. Während des Weihnachtsmarktes muss er allerdings immer umziehen. Foto: Holm Wolschendorf

Abstandhalten ist immer noch das Gebot der Stunde – auch auf dem Wochenmarkt. Die Marktstände stehen weiter auseinander, manche haben Einbahnregelungen ausgewiesen, andere Wartezonen klar definiert. Am Wochenende wird es allerdings selbst auf dem großen Marktplatz eng. Deshalb müssen samstags Blumen- sowie Spezialitäten-Stände auf den Rathaushof ziehen.

Wenn nun der Weihnachtsmarkt den Platz zwischen den beiden Kirchen in Beschlag nimmt, und alle Marktstände umziehen müssen, werden mit Blick auf die Abstandsregelungen nicht alle auf den Rathaushof passen. Ein zusätzliches Ausweichquartier muss her. Das könnte zum Beispiel der Akademiehof sein. Der liegt nur einen Steinwurf vom Rathaushof entfernt, auf der anderen Seite der Mathildenstraße.

„Ein geteilter Markt ist nicht gut“, sagt Rita Beyer vom gleichnamigen Obst- und Gemüsestand. Auf dem Rathaushof sei der Umsatz ohnehin immer geringer als auf dem Marktplatz. Sie fürchtet, dass der Akademiehof für die Marktleute noch unattraktiver sein wird.

„Uns wäre es am liebsten, der Weihnachtsmarkt wäre in diesem Jahr im Schlosshof“, sagt Jochen Kurz vom Geflügelstand gegenüber. Am Dienstag hatte der Gemeinderat beschlossen, eine kleine Version des Weihnachtsmarktes auf dem Marktplatz zu veranstalten, und sich damit gegen einen alternativen Standort im Schlosshof ausgesprochen (wir berichteten).

Laufkundschaft fehlt

„Unter der Woche wird der Rathaushof wahrscheinlich ausreichen“, vermutet der Mann vom Spezialitäten-Stand. „Samstags sehe ich keine Alternative, da wird der Markt zweigeteilt sein, wie wir es jetzt auch schon haben.“ Mit dem Unterschied, dass der Akademiehof als Standort für den Wochenmarkt bislang nicht eingeführt ist. Die Händler fürchten, dort keine Beachtung zu finden und von ihren Kunden nicht gefunden zu werden. „Außerdem fehlt dort die Laufkundschaft“, sagt Kurz.

Die Straße dazwischen, sie scheint für Marktbesucher ein schier unüberwindbares Hindernis zu sein. „Wir bemerken das ja sonst auch auf dem Rathaushof“, erzählt Rita Beyer. Der Gang über die Wilhelmstraße sei für viele Kunden schwierig. Wie solle das dann erst auf dem Akademiehof werden? „Das ist schon ganz schön weit weg“, meint ein Blumen-Verkäufer. Er hat Zweifel, dass sich das Geschäft für die Stände dort lohnt. Und der Spezialitäten-Verkäufer sagt: „Es stellt sich auch die Frage, wie die Stände fair auf die Plätze verteilt werden.“ Für Obst- und Gemüsehändler Eberhard Klotz stellt sich diese Frage nicht: „Die Beschicker, die ohnehin nur samstags auf dem Markt sind, sollten auf den Akademiehof.“

Das wird Sache des städtischen Eigenbetriebs Tourismus & Events sein. Dort prüft man derzeit nach möglichen Ausweichflächen. Der Akademiehof wird da zweifelsohne in die Überlegungen einbezogen, beschlossene Sache ist das allerdings noch nicht. Der Stadtverwaltung sind die Sorgen der Marktleute bekannt. Sie will ich um eine faire und praktikable Lösung für den Markt einsetzen.

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