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Blühendes Barock

Matthias Knecht und Volker Kugel verteidigen die Öffnung des Blüba

Am Samstag hat der Landrat mit OB Matthias Knecht beschlossen, das Blühende Barock trotz hoher Inzidenz nicht zu schließen. Trotz großer Freude gibt es auch Kritik.

Warten vor dem Haupteingang und Flanieren im Südgarten: Viele genießen am Sonntag die Sonne im Blüba.Fotos: Holm Wolschendorf
Warten vor dem Haupteingang und Flanieren im Südgarten: Viele genießen am Sonntag die Sonne im Blüba. Foto: Holm Wolschendorf
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Ludwigsburg. „Man sieht, was sich bewegen lässt, mit Teamwork zwischen Stadt und Kreis!“ Oberbürgermeister Matthias Knecht nutzte am gestrigen Sonntag die Gelegenheit, seine und die Entscheidung des Landrats Dietmar Allgaier auf der Facebook-Seite der Ludwigsburger Kreiszeitung vehement zu verteidigen. Am Samstag hatten der Landrat und Matthias Knecht als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und OB Ludwigsburgs in enger Absprache mit Blüba-Direktor Volker Kugel beschlossen, das Blühende Barock trotz einer kreisweiten Inzidenz von 119,9 (Stand Sonntag) geöffnet zu halten. Eine deutliche Mehrheit der Kommentatoren begrüßt die Entscheidung mit Jubel, es gibt allerdings auch Kritik daran, dass etwa der Einzelhandel schließen oder zurückgehen müsse auf „Click & Collect“. Andere müssten sich an die strengen Regeln halten, während das Blüba ausschere. „So stiftet man Unruhe“, kommentiert einer, ein harter Lockdown sei jetzt gefordert, so ein anderer, eine sagt neue Gerichtsurteile voraus.

Knecht dazu: „Ich sehe durchaus, dass die fehlende Öffnungsperspektive beispielsweise beim Einzelhandel oder der Gastro zu Frustration führt. Ich habe heute bereits auch mit Vertretern von Kultur und Sport gesprochen. Alle vier Bereiche sind zudem massiv in der Existenz bedroht. Aber was bringt es, das BlüBa deshalb auch geschlossen zu halten?“

Auch der Direktor des Blüba, Volker Kugel, spricht von einer „tollen Entscheidung“. Dietmar Allgaier und Matthias Knecht hätten Mut bewiesen. „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst“, sagte er am Sonntag im Gespräch mit unserer Zeitung. Dies sei „eine nachvollziehbare Entscheidung“, beim Aufenthalt im Freien sei die Ansteckungsgefahr gering. Im Blüba herrsche zudem Maskenpflicht, Security-Mitarbeiter sorgten an Engstellen (nach der Ladenzeile und insbesondere im Märchengarten, der bis auf zwei Attraktionen geöffnet ist) für Abstand und Einhaltung der Maskenpflicht, so Kugel. Die Online-Buchung für fünf mögliche Termine am Tag habe sich bewährt. Das Hygienekonzept sei schlüssig, die Disziplin der Besucher erkennbar gut. Er verteidigt die Öffnung: „Das ist eine Neubewertung, keine Überheblichkeit.“

Trotz der Notbremse, die ab einer Inzidenz von 100 vorgeschrieben ist, hatte das Landratsamt am Samstag entschieden, dass die Gartenanlagen des Blühenden Barocks weiterhin für den Publikumsverkehr geöffnet bleiben. Dies ist möglich, weil die Landesregierung es den Kreisen freigestellt hat, eigene Regeln zu erlassen. Am Freitag war aufgrund hoher Infektionszahlen – drei Tage über 100 bei der Sieben-Tage-Inzidenz – noch von einer Schließung ausgegangen worden.

Das Kreisgesundheitsamt hatte die Ausnahme erlaubt, weil es sich um weitläufige Anlagen handele, wie etwa auch im Favoritepark oder am Monrepos. „Anders als bei botanischen Gärten steht hier der Parkcharakter im Vordergrund“, so das Landratsamt. „Die Öffnung trägt auch zum Erholungsbedürfnis der Bevölkerung bei, die nun seit einem Jahr erhebliche Einschränkungen hinnehmen muss,“ sagt Landrat Dietmar Allgaier. Andere Park- und Naturanlagen im Landkreis würden hierdurch entlastet.

Mit Masken und Abstand könnten Covid-19-Infektionen „mit geringem Aufwand verhindert werden“, dies sei „unter infektiologischen Gesichtspunkten sinnvoll“. Zur Kritik, andere Einrichtungen in der freien Natur wie Tripsdrill (Kreis Heilbronn) müssten dagegen zumachen, sagte Volker Kugel: „Das ist eine Entscheidung von unserem Landrat für das Blüba. Andere Landkreise müssen ihre eigenen Entscheidungen treffen.“ Bis Mittwoch laufe noch der Dauerkartenverkauf, viele hätten bereits eine erworben, „das können wir den Menschen nicht zumuten“.

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