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Kreisimpfzentrum

Mehr Impfstoff gibt es nur tröpfchenweise

In Ludwigsburg ist wie auch in anderen Kreisimpfzentren der Impfstoff knapp. Zweitimpfungen können zwar durchgeführt werden, Termine für die erste Dosis gibt es jedoch nur sehr wenige. Das Land verspricht schnelle Hilfe und die Umverteilung von Impfstoffdosen. In Ludwigsburg ist davon jedoch noch nicht viel angekommen.

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Ludwigsburg. Nach der ersten Lieferung von Moderna-Impfstoff nach Ludwigsburg Ende vergangener Woche bekommt das Kreisimpfzentrum auch in dieser Woche wieder einige Dosen Moderna, so dass ab Freitag täglich 672 Ersttermine bis zum 20.Mai möglich sind. Jedoch waren die Termine innerhalb weniger Minuten bereits vergeben, wie das Landratsamt mitteilte. Ähnlich war es, wie berichtet, bei den Terminen, die nach der Lieferung von 5000Dosen Moderna aus Mannheim für diese Woche eingestellt wurden.

Der Impfstoff bleibt weiter knapp, da die Lieferung des Vakzins von Biontech für die Zweitimpfungen benötigt wird. Astrazeneca werde nur noch ganz wenig ans Kreisimpfzentrum geliefert, so eine Sprecherin des Landratsamtes. Auch diese seien für die ausstehenden Zweitimpfungen bestimmt. Dem Land haben die Verantwortlichen bereits mehrmals mitgeteilt, dass Impfstoff fehlt, um das Impfzentrum annähernd im Vollbetrieb laufen zu lassen. Das ist nicht nur in Ludwigsburg so. Auch andere Kreisimpfzentren klagen über Impfstoffmangel.

Deshalb hat sich Gesundheitsminister Manne Lucha zu Beginn der Woche in einem digitalen Gespräch mit den Leitern der Zentralen Impfzentren ausgetauscht. Zehn solcher Impfzentren gibt es in Baden-Württemberg. Diese bekommen mehr Impfstoff und haben auch schon vor den Kreisimpfzentren den Betrieb aufgenommen. Bei dem Gespräch habe man sich „auf eine gerechte Verteilung des vom Bund gelieferten Impfstoffs geeinigt“, heißt es in einer Pressemeldung. Auslöser war, dass der Bund auch im Monat Mai nicht genügend Impfstoff liefert, um die Impfzentren unter Volllast laufen zu lassen. Lucha und die Vertreter der Zentralen Impfzentren seien sich einig gewesen, dass eine faire Verteilung des Impfstoffs in der Fläche notwendig ist. Gleichzeitig erneuerten sie ihre gemeinsame Forderung an den Bund, den Impfzentren mehr Impfstoff zur Verfügung zu stellen.

Für bevölkerungsreiche Kreise soll es mehr Impfstoff geben

„Wir haben in einem sehr guten Gespräch Lösungen miteinander gefunden. Die Impfzentren sind untereinander solidarisch und es ist für die Zentralen Impfzentren selbstverständlich, die Kreisimpfzentren in den nächsten Wochen zu unterstützen, so wie es beim Landesimpfgipfel beschlossen wurde. Es soll mehr Impfstoff in bevölkerungsreiche Landkreise gehen und dorthin, wo die Impfquoten noch vergleichsweise niedrig sind. Unser gemeinsames Ziel ist, den Impfstoff in die Fläche zu bringen“, so Lucha nach dem Gespräch.

Mehr Impfstoff für die bevölkerungsreichen Landkreise: Könnte das bedeuten, dass Ludwigsburg, einer der sechs bevölkerungsreichsten Kreise in Baden-Württemberg, künftig mehr Impfstoff bekommen wird? „Hierzu haben wir noch keine Informationen vorliegen“, heißt es zu dieser Frage vom Landratsamt.

Der Bund stellt den Impfzentren der Länder auch in den kommenden Wochen eine begrenzte Menge an Impfstoffen zur Verfügung, die sich trotz insgesamt wachsender Impfstoffmengen nicht erhöht, heißt es in der Pressemeldung des Sozialministeriums. In den nächsten Wochen werde eine steigende Zahl von Bürgern die notwendige Zweitimpfung erhalten und damit vollständig geimpft sein. Solange der Bund allerdings eine gleichbleibende Impfstoffmenge zur Verfügung stelle, steige dadurch die Zahl der Erstgeimpften nicht mehr so stark an wie in den vergangenen Wochen. Baden-Württemberg fordere deshalb schon seit Wochen vom Bund, den Impfzentren mehr Impfstoff zur Verfügung zu stellen.

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