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Corona
Mehrweggeschirr sorgt für Aufruhr

Essen in Plastik ist für Lange am Markt keine Alternative. Foto: foodandcook/Adobe Stock
Essen in Plastik ist für Lange am Markt keine Alternative. Foto: foodandcook/Adobe Stock
Ludwigsburger Gastronomen dürfen weiter Mehrwegbehältnisse verwenden – Abstandsregeln müssen eingehalten werden

Ludwigsburg. Als im März das Verbot kam, dass die Gastronomie keine Gäste mehr empfangen darf, haben sich Andrea Lange und Florian Fleischmann vom Restaurant Lange am Markt überlegt, was sie stattdessen tun können. Viele Gastronomen öffneten schnell wieder und boten Essen zum Mitnehmen an. „Wir haben uns angeschaut, wie sich die Mülleimer gefüllt haben“, berichtet Florian Fleischmann. Für die beiden war klar: Einweg wollen sie auf keinen Fall nutzen. Damit sie ihre Gäste trotzdem weiterhin bekochen können, entwickelten sie ein Mehrwegsystem. Statt in Plastikboxen gaben sie ihr Essen in Edelstahlboxen, Recup-Bechern und Gläsern mit Schraubverschluss aus und verlangten dafür Pfand. „Für uns zählt Umweltschutz auch in dieser Zeit“, so Fleischmann.

Doch dann begann der Ärger: Das Ludwigsburger Ordnungsamt habe ihnen erklärt, dass Mehrweg die Bevölkerung gefährde, so die Inhaber in einem Brief an Ministerpräsident Kretschmann, den sie um Hilfe baten. „Wir können die Hygieneregeln aber trotz Mehrweg einhalten“, so Fleischmann.

Die Stadtverwaltung erklärte auf Nachfrage, dass es ihnen nicht um das Thema Mehr- oder Einweg ginge. Doch Mehrwegbehältnisse würden den Gast eher zum Verweilen auf dem Marktplatz einladen. Ein Argument, das Fleischmann nicht versteht. Zu ihnen würden einzelne Personen kommen, die Abstandsregeln könnten eingehalten werden. Doch wohl nicht immer: „Konkret ging es darum, dass während des Wochenmarktes am vergangenen Samstag an dieser Stelle zu viele Personen aufeinandertrafen und die Abstandsregelungen nicht mehr eingehalten wurden“, so ein Sprecher der Stadt. Gegen die Verwendung der Mehrwegbehälter im Liefer- und Abholservice spreche nichts. Ebenso wenig gegen die Ausgabe der Recup-Becher, solange die Getränke nicht im Bereich der Gaststätte konsumiert werden und Gruppen gebildet werden, heißt es von der Stadtverwaltung.

Bei einem Gespräch zwischen der Verwaltung und Andrea Lange sei die Situation gestern „einvernehmlich“ besprochen worden: Lange am Markt darf weiterhin Mehrwegbehältnisse verwenden. „Aber die Abstandsregeln müssen eingehalten werden“, betonte der Sprecher. Für die Inhaber von Lange am Markt wäre Plastikgeschirr sowieso keine Alternative gewesen. „Wir hätten eher ganz geschlossen, als unser Essen in Einwegboxen zu verkaufen“, so Florian Fleischmann.