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Mensch Leute! Von Kaffee, Katzen und Cafés

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Als Freunde von mir vor einigen Jahren umgezogen sind, war der Kaffeevollautomat das letzte, das ein- und das erste, das ausgepackt wurde. Dummerweise befanden sich die Kaffeebecher in irgendeinem nicht auffindbaren Karton, so dass das mit dem Kaffee für die Umzugshelfer leider nicht geklappt hat. Seither habe ich für solche Einsätze im Freundeskreis immer ein paar Becher im Auto. Man weiß ja nie. Vorsicht ist die Mutter der Umzugskiste.

Sie ist für mich die Umzugskönigin überhaupt: Alke Hollwedel. Die Leiterin des Ludwigsburg Museums ist nach eigenem Bekunden schon 15 Mal umgezogen. Das wäre ja mein persönlicher Alptraum, und ich glaube, auch sie hat so langsam genug. Denn: „Das war jetzt der letzte Umzug!“ Erst vor kurzem ist sie mit ihrer Familie innerhalb der Stadt umgezogen. Grund dafür ist übrigens die Coronazeit: „Wir wollten unbedingt ein Homeoffice-Arbeitszimmer. Und wir hoffen, dass das dann bald ein Gästezimmer werden wird.“ Und wer so oft schon umgezogen ist, der hat das Packen komplett im Griff. „Das stimmt. Wir misten immer viel aus. Nur bei Büchern haben wir uns nicht unter Kontrolle. Das scheint bei uns ein nachwachsender Rohstoff zu sein.“

Ein Profi in dem Geschäft ist Harlad Felger, Chef des gleichnamigen Ludwigsburger Umzugsunternehmens. Ob nach Übersee oder nach Pflugfelden, ob Firma oder Privathaushalt, er bekommt alles von A nach B. Allerdings hätte einmal eine Katze beinahe einen Umzug torpediert. Die war nämlich während des Packens nicht in ihrer Katzenbox sondern in einem Zimmer geparkt. „Als alles verladen war und nur noch die Katze fehlte, ist sie ausgebüchst, als die Tür aufging.“ Ohne Katze habe sich aber die Kundin nicht auf den Weg machen wollen. Am Ende, Sie ahnen es, ging aber auch dieser Umzug gut über die Bühne. Auch mit Katze.

Nicht umgezogen sondern eingezogen ist die Bäckerei Lutz ins Ratskellercafé. Sie ist neuer Pächter des Cafés und hat nach einem Umbau neu eröffnet. Frühstücksliebhaber und Langschläfer können sich freuen, denn Frühstück gibt es bis 17 Uhr, toujours durch, ohne Ruhetag. Dabei frühstückt Chef Florian Lutz unter der Woche nie! „Ich esse nur zweimal am Tag. Morgens gibt es nur einen schwarzen Tee.“ Ich würde sterben, aber er nennt es Intervallfasten. Er isst erst ab 13 Uhr. „Man muss ja auf seine Linie achten.“ Am Wochenende frühstückt er allerdings doch mit seiner Frau. „Ich liebe Rührei!“ Und das darf dann natürlich nicht fehlen.

Als wir vor vielen Jahren geheiratet haben, haben wir uns von Freunden eine Espressomaschine schenken lassen. Siebträger mit Handhebel. Ich liebe sie! Doch sie bereitet mir Kopfschmerzen. Denn seither bin ich auf der Suche nach dem Idealrezept für den perfekten Milchschaum. Mal gelingt‘s, mal eher weniger. Was mir aber so gar nicht gelingt, ist Latte-Art. Also die Kunst, mit Milch- und Espressoschaum ein Kunstwerk auf das Getränk zu zaubern. Ich schaffe maximal ein Herz, wenn‘s extrem gut läuft auch ein Blatt. Das war‘s. Und nun schauen Sie mal, was ich dieser Tage im Café Bønne in der Eberhardstraße entdeckt habe: Ein Ludwigsburg-L auf der Latte macchiato! Sehr hübsch! Das gibt‘s übrigens nur, wenn ausreichend Zeit ist - und nicht nur für den Oberbürgermeister, wie mir Barista Manuel erzählt hat. Haben Sie auch ein Kunstwerk auf Milchschaum entdeckt? Zeigen Sie mal her!

Fotos: Holm Wolschendorf (3), privat

Haben Sie was gehört oder gesehen? Dann sagen Sie’s mir! E-Mail: Julia.Essich-Foell@lkz.de, Telefon (07141) 130-281.

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