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„Menschen mehr vom Rechtsstaat überzeugen“

Seit dem 3. Oktober 1990 feiert Deutschland die Wiedervereinigung. Ein historisches Ereignis, das die CDU im Landkreis jährlich zum Anlass nimmt, um zu einem Festakt ins Landratsamt einzuladen. Die Hauptrednerin war in diesem Jahr die Vizepräsidentin des Brandenburger Landtags, Barbara Richstein.

Hiltrud Lebherz (zweite von links) und Dr. Ewald Pruckner von der Marbacher Tafel (vierter von links) empfangen den Annemarie-Griesinger-Preis, von der CDU dabei (von links) Eberhard Gienger, Heinz Griesinger, Elke Kreiser und Manfred Hollenbach. Gan
Hiltrud Lebherz (zweite von links) und Dr. Ewald Pruckner von der Marbacher Tafel (vierter von links) empfangen den Annemarie-Griesinger-Preis, von der CDU dabei (von links) Eberhard Gienger, Heinz Griesinger, Elke Kreiser und Manfred Hollenbach. Ganz rechts die Festrednerin zum Tag der Deutschen Einheit, Barbara Richstein aus Brandenburg. Foto: Oliver Bürkle

Ludwigsburg. Rund 120 Gäste folgten den Eröffnungsworten von Elke Kreiser. Fridays for Future, Klimawandel, ÖPNV, Automobilwirtschaft nahm die stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende in den Blick: „Die Politik hat die Aufgabe das Mögliche und Machbare zu gestalten. Wir haben große Aufgaben vor uns. Im Land aber auch im Verhältnis zwischen Ost und West.“

In Deutschland sei die Demokratie für die Menschen ein Selbstverständnis geworden. Viele wüssten das oft nicht mehr zu schätzen. „Wer in der Demokratie einschläft, wacht in der Diktatur auf“, mahnte Kreiser.

Sind wir wirklich ein Volk?

Barbara Richstein, die in Sindelfingen geboren wurde, ist seit 1999 Mitglied des Brandenburgischen Landtags. Sie war bis 2004 Ministerin für Justiz und Europaangelegenheiten und ist heute Landtagsvizepräsidentin. Sie gab einen Rückblick auf die Zeit vor dem 9. November 1989 und auf den Tag des Mauerfalls. „Wenn wir heute nach China schauen, in dem die Menschen für ihre Freiheit kämpfen, dann können wir stolz sein auf die mutigen Männer und Frauen, die damals auch in Deutschland auf die Straße gegangen sind. Ohne sie hätten wir heute kein vereintes Deutschland“, betonte Richstein.

Realität sei, dass sich für die Ostdeutschen alles, für die Westdeutschen gefühlt nur die Postleitzahl geändert habe. Sie wünschte sich, dass die Menschen noch mehr aufeinander zugingen.

Der 3. Oktober gebe die Möglichkeit sich die Frage zu stellen: „Sind wir wirklich ein Volk?“ Bei der vergangenen Landtagswahl in Brandenburg habe leider eine Partei versucht, die verletzen ostdeutschen Seelen zu fischen, diejenigen, die das Gefühl haben, nicht im vereinten Deutschland angekommen zu sein, sagte Richstein mit Blick auf die AfD. „Die Löhne sind geringer, Renten auch, daran müssten wir alle arbeiten, um gleichwertige Lebensverhältnisse zu bekommen“, forderte die Vizepräsidentin aus Brandenburg.

„Ich empfinde den Glücksfall der deutschen Einheit dennoch für uns alle. Alle müssen sich bewusst sein, was wir heute dürfen. Wer in Deutschland glaubt, dass wir in einer Willkür leben, dass wir keine Freiheit haben, dass wir nicht sagen dürfen was wir denken, wer heute glaubt, dass Deutschland keine Demokratie ist, der hat nie erlebt, was eine Diktatur ist. Deutschland ist ein Rechtsstaat, davon müssen wir die Menschen mehr denn je überzeugen. Dieses Signal muss vom heutigen Tag der Deutschen Einheit ausgehen“, das war die zentrale Forderung von Barbara Richstein, an Ludwigsburg und an alle Deutschen.

Annemarie-Griesinger-Preis

Nicht nur die Wiedervereinigung steht beim Festakt im Mittelpunkt, jedes Jahr wird in in Erinnerung an Annemarie-Griesinger, die erst Ministerin des Landes Baden-Württemberg und schon damals eine überzeugte Europäerin, der nach ihr benannte Preis verliehen. Damit zeichnet der CDU-Kreisverband Menschen und Vereinigungen aus, die sich, wie Griesinger, um das Wohl anderer verdient gemacht haben.

In diesem Jahr gab es gleich zwei zu Ehrende. Zum einen Hiltrud Lebherz aus Oberstenfeld. Sie engagiert sich ehrenamtlich in zahlreichen sozialen Angelegenheiten und im Tierschutz. „Ihre Arbeit ist gelebte Mitmenschlichkeit“, ehrte der langjährige CDU-Landtagsabgeordnete Manfred Hollenbach die Preisträgerin.

Zweiter Preisträger ist die Marbacher Tafel. Der Verein bietet Menschen, die in Armut geraten sind, Hilfe an. Rund 160 Vereinsmitglieder und 30 ehrenamtliche Helfer versorgen zur Zeit etwa 350 Menschen. Übergeben wurde der Preis vom Bundestagsabgeordneten Eberhard Gienger an Professor Dr. Ewald Pruckner vom Tafel-Verein. Zu den Gratulanten gehörte Professor Heinz Griesinger. Er ist Schirmherr des mit 1000 Euro dotierten Preises.

Der CDU-Kreisverband beteiligt sich an der landesweiten Aktion des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz ‚Mein Baum fürs Land‘. Der Kreisverband rief die Festgäste zu Spenden auf. Mit dem gesammelten Geld sollen Bäume gekauft und gemeinsam im Kreis gepflanzten werden. (red)