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Soziales
Messe auf dem Rathaushof: Ehrenamtliche werden dringend gesucht

Die Organisatoren der Ehrenamtsmesse (v.l.): Katja Schottmüller-Reinle, Volker Henning, Sabine Schmidt-Kotzur, Martin Strecker. Foto: Andreas Becker
Die Organisatoren der Ehrenamtsmesse (v.l.): Katja Schottmüller-Reinle, Volker Henning, Sabine Schmidt-Kotzur, Martin Strecker. Foto: Andreas Becker
Viele Institutionen haben in der Coronakrise ehrenamtliche Mitarbeiter verloren. Die Initiatoren der dritten Ludwigsburger Ehrenamtsmesse, die am Freitag, 1. Oktober, auf dem Rathausplatz stattfindet, hoffen auf reges Interesse – und darauf, dass das Ehrenamt neuen Schub erhält.

Ludwigsburg. „Gutes tun beflügelt“ steht auf einer Infobroschüre, in der das Netzwerk Ehrenamt, eine gemeinsame Initiative von Kirchen, Caritas und Diakonie, seine Richtlinien darstellt. Vor 18 Jahren haben sich im Netzwerk Ehrenamt Einrichtungen und Organisationen aus dem sozialen Bereich zusammengeschlossen, derzeit gehören der Initiative 30 Partner an.

„Es geht uns vor allem darum, gemeinsame Standards im Ehrenamt zu schaffen“, sagt Martin Strecker, Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbands Ludwigsburg und Beirat im Netzwerk. Das gelte zum Beispiel für die einheitliche Regelung der Fahrtkosten, fachliche Anleitung oder Fortbildungen. Das Netzwerk hat auch Richtlinien zu Datenschutz, Schweigepflicht oder Versicherungsschutz formuliert.

„Wir geben Rahmenbedingungen vor, die alle Partner den Ehrenamtlichen anbieten müssen“, erläutert Netzwerksprecherin Sabine Schmidt-Kotzur. „Und wir legen Wert darauf, dass die Institutionen ehrenamtliches Engagement wertschätzen und die Freiwilligen nicht als Lückenbüßer angesehen werden.“

Das Problem: In der Coronakrise hat das Ehrenamt massiv gelitten, viele Freiwillige sind abgesprungen. „Ehrenamtliche Straffälligenhilfe zum Beispiel war gar nicht möglich, weil natürlich niemand in die Gefängnisse durfte“, so Schmidt-Kotzur. „Die Pflegeheime konnten bei entsprechender Durchimpfung zwar relativ früh wieder aufmachen. Aber die Verunsicherung unter den Ehrenamtlichen war groß, die Coronaauflagen haben es ihnen nicht leicht gemacht.“ Das habe dazu geführt, dass in vielen sozialen Institutionen jetzt deutlich weniger Freiwillige als noch vor Ausbruch der Pandemie zur Verfügung stünden.

„Es sind Leute abgesprungen“, sagt auch Volker Henning, der den städtischen Fachbereich Bürgerschaftliches Engagement, Soziales und Wohnen leitet. Die Gesellschaft sei in der Pandemie auseinandergedriftet. Das Ehrenamt könne nun einen wichtigen Beitrag leisten, um den sozialen Zusammenhalt wieder zu stärken.

Die Kommune arbeitet eng mit dem Netzwerk zusammen, etwa in der Anlaufstelle Bürgerschaftliches Engagement. „Wir müssen jetzt wieder richtig loslegen und das Ehrenamt fördern“, meint Volker Henning. Ein erster Schritt zur Normalität ist, dass die Anlaufstelle wieder feste Sprechzeiten anbietet, immer montags von 14 bis 16 Uhr und mittwochs von 10 bis 12 Uhr.

Einen Schub für das Ehrenamt erhoffen sich Netzwerk und Stadt von der Ehrenamtsmesse, die am Freitag, 1. Oktober, von 15 bis 18 Uhr auf dem Rathausplatz stattfindet. Wer sich für ehrenamtliches Engagement interessiert, kann sich an Ständen von 25 Institutionen in lockerer Atmosphäre über mögliche Einsatzfelder informieren. „Das ist alles völlig unverbindlich, man muss sich zu nichts verpflichten“, betont Schmidt-Kotzur. „Es geht einfach darum, in einen gegenseitigen Austausch zu kommen.“

Die Erste Bürgermeisterin Renate Schmetz eröffnet die Veranstaltung, anschließend streuen Hubertus von Stackelberg und Michel Biehler musikalische Intermezzos ein. Die katholische Kirche schenkt an einer Kaffeebar aus. Die 3G-Regel wird nicht kontrolliert, weil die Ehrenamtsmesse unter freiem Himmel stattfindet. „Es muss aber niemand Bedenken wegen Corona haben“, betont Strecker. „Es ist uns wichtig, dass die Hygieneregeln eingehalten werden. Mit der Messe wollen wir den Ehrenamtlichen das Signal geben, dass es jetzt wieder richtig losgeht.“

Info: Die Ehrenamtsmesse findet am Freitag, 1. Oktober, von 15 bis 18 Uhr auf dem Rathausplatz statt. Die Anlaufstelle Bürgerschaftliches Engagement ist unter Telefon (07141) 9103333 erreichbar.