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Studie

Mieten weit über Bundesschnitt

Ditzingen ist teuerste Stadt im Kreis mit über 20 000 Einwohnern – Stuttgart hinter München auf Platz zwei

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Mietwohnungen sind in der Region Stuttgart so teuer wie sonst nur in München und Umgebung.Foto: Jürgen Schmidt

Ludwigsburg. Dass München und Stuttgart die teuersten Pflaster für Mieter sind verwundert nicht. Doch dahinter liegen im neusten Mietspiegel-Index des Hamburger Immobilien-Forschungs- und Beratungsunternehmen F+B nicht andere Großstädte, sondern Leinfelden-Echterdingen, Tübingen, Karlsfeld, Germering und Ditzingen. Die hohen Mietpreise in den beiden süddeutschen Metropolen schlagen inzwischen voll auf deren Umland durch. Unter den zehn Städten mit dem höchsten Mietniveau in Deutschland sind mit Ausnahme Tübingens nur Städte aus den Ballungsgebieten München und Stuttgart. Dazu zählen auch Ludwigsburg auf Platz 9 und Fellbach auf Platz 10.

Für den Vergleich hat das Hamburger Unternehmen die aktuellen amtlichen Mietspiegel ausgewertet. Berücksichtigt wurden dabei nur Städte mit mehr als 20 000 Einwohnern, die auch über einen Mietspiegel verfügen. Aus diesen Zahlen wurde die Durchschnittsmiete für eine 65-Quadratmeter-Wohnung mit normaler bis mittlerer Ausstattung, dem entsprechenden Zustand und in normaler bis mittlerer Lage berechnet. Die beträgt bundesweit 6,54 Euro pro Quadratmeter.

Die Landeshauptstadt Stuttgart überschreitet diesen Mittelwert mit 9,76 Euro um 48 Prozent. In Ditzingen und Ludwigsburg sind die Mieten um 29 Prozent höher als der Bundesdurchschnitt. Welche weiteren Kriterien dazu führen, dass Ludwigsburg zwei Plätze hinter Ditzingen rangiert, geht aus der Studie nicht hervor. Remseck überschreitet den Wert um 23 und Bietigheim-Bissingen um 19 Prozent.

„Der F+B-Mietspiegelindex bildet damit auch die Wohnungsmarktsituation in den prosperierenden Wirtschaftsmetropolen Deutschlands verlässlich ab“, kommentiert F+B-Geschäftsführer Bernd Leutner. Ein attraktives Arbeitsplatzangebot ziehe weitere Wohnungsnachfrager an, der Wohnungsmarkt wird enger und das insgesamt steigende Mietniveau wirke sich sukzessive auch im Bestand aufgrund von Mieterhöhungen im Rahmen bestehender Verträge und höheren Neuvermietungsmieten aus.

Preisauftrieb in der

Region leicht gebremst

Das gilt nicht nur für die im Index erfassten Städte, sondern auch für die kleineren Kommunen. Denn die richten sich häufig nach den Mietpreisspiegeln ihrer Nachbarstädte, wenn sie selbst keinen erstellen lassen. Kornwestheim geht bei der Festlegung ortsüblicher Vergleichsmieten vom Ludwigsburger Mietpreisspiegel aus, Korntal-Münchingen orientiert sich an Fellbach und Gerlingen an der Landeshauptstadt, allerdings mit einem Abschlag von zehn bis 20 Prozent.

Einen schwachen Trost haben die Hamburger Immobilienmarktbeobachter zumindest für die leidgeprüften Mieter im Großraum Stuttgart. Die Mieten sind in Süddeutschland zuletzt nur noch um 1,8 Prozent gestiegen. Im Jahr zuvor waren es noch 2,9 Prozent gewesen.

Die Verlangsamung der Mietpreisentwicklung hierzulande, verbunden mit einer Beschleunigung in anderen Regionen Deutschlands, vor allem im Norden und Osten, hat in diesem Jahr sogar dazu geführt, dass in manchen Städten der Abstand zum Bundesdurchschnitt leicht geschrumpft ist. Sowohl Stuttgart wie auch Remseck sind um einen Prozentpunkt näher an den Mittelwert herangerückt. In Ludwigsburg und Ditzingen vergrößerte sich der Abstand dagegen.