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Kirche

Ministranten besuchen den Papst in Rom

49 Messdiener aus Ludwigsburg und Vaihingen an der Enz haben an einer Wallfahrt nach Rom teilgenommen. Eine Audienz bei Papst Franziskus auf dem Petersplatz krönte ihren fünftägigen Aufenthalt in der Ewigen Stadt.

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Sieben der 49 Teilnehmer an der Ministranten-Wallfahrt erzählen von ihren Eindrücken. Das Bild zeigt (von links) Philipp, Johanna, Jakob, Michael, Dominik (vorne), Sofia und Ellen.Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Wie nah sie dem Oberhaupt der katholischen Kirche dabei gekommen sind? „Bis auf eine Armlänge“, sagt Dominik und zeigt mit einer Handbewegung, wie nah das ist. Richtig viel Zeit habe sich Papst Franziskus für die mehr als 60 000 Ministranten aus aller Welt genommen, die nach Rom gepilgert seien, erzählen einige der Jugendlichen, die an der Fahrt Anfang August teilgenommen haben.

250 Teilnehmer aus dem Dekanat

Mit Bussen machten sich alleine aus dem Dekanat Ludwigsburg rund 250 Jugendliche plus Betreuer auf den Weg in die italienische Hauptstadt. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart war mit insgesamt 6100 Teilnehmern gut vertreten. Die Romwallfahrt stellt den Höhepunkt des Engagements als Messdiener dar, das in der Regel nach der Erstkommunion beginnt. Der Dienst am Altar ist ein Teil der Jugendarbeit. Anna Jehle, Referentin der Jugendkirche Ludwigsburg, gehörte zu dem sechsköpfigen Betreuerteam und hat die Stadt anders als bei vorherigen Besuchen erlebt. Das lag auch an den hohen Temperaturen und an dem anstrengenden Programm.

Unter verschiedenen Themen, so erzählt sie, habe man sich der Stadt und ihrer Geschichte genähert. Die Antike stand dabei ebenso im Fokus wie die Geschichte der Christen von den Anfängen bis zur ihrer Entwicklung als Weltkirche. „Wir haben einen Gottesdienst in den Katakomben gefeiert“, erzählt Johanna aus Vaihingen. Den Papst haben die Jugendlichen sogar zweimal gesehen: das erste Mal kurz nach der Ankunft beim traditionellen Angelusgebet auf dem Petersplatz und zwei Tage später bei der Audienz für die Wallfahrer.

Das lange Warten vor der Sicherheitskontrolle lohnte sich: „Papst Franziskus ist im offenen Auto mehr als eine Viertelstunde kreuz und quer über den Petersplatz gefahren“, erzählt Anna Jehle, dass viele Jugendliche auf diese Weise einen guten Blick auf das Kirchenoberhaupt erhaschen konnten. Etliche Fotos auf den Smartphones der Teilnehmer zeugen von diesem Erlebnis. Besonders berührend sei es gewesen, als ein Jugendlicher mit Downsyndrom hinter die Absperrung kommen durfte und von Papst Franziskus in den Arm genommen wurde.

„Es war ziemlich cool, den Papst zu sehen“, so Dominik, der bereits zum zweiten Mal bei der Ministrantenwallfahrt dabei gewesen ist. „Papst Franziskus gibt ja kluge Sachen von sich. Er ist für mich eher ein Vorbild als seine Vorgänger“, so der 18-Jährige.

Ob die Wallfahrt die Jugendlichen in ihrem Glauben bestärkt habe? „Jeder hat ja eine eigene Art zu glauben“ so Dominik. Aber das Gemeinschaftsgefühl trage definitiv dazu bei, Menschen in ihrem Glauben zu bestärken. Das sei vergleichbar mit einem Festival, bei dem alle die gleiche Musik hören und gut finden. Das kann Philipp nur bestätigen. „Ich war mir vorher gar nicht darüber bewusst, dass es so viele Ministranten auf der Welt gibt“, so der Jugendliche.

Im Stadtbild waren die zahlreichen Messdiener nicht zu übersehen, die an ihren Kopfbedeckungen und Halstüchern zu erkennen waren. Je nach Land und Diözese unterschieden sich diese Accessoires durch ihre Farben. Das Tauschen gehörte deshalb zur Romreise dazu: Johanna hat zum Beispiel ihr Halstuch mit einem Mädchen aus Münster getauscht, Jakob trägt statt der Ludwigsburgmütze nun einen Strohhut aus Regensburg.

Gemeinsamer Glaube verbindet

„Es war beeindruckend, zu erleben, dass der Glaube verbindet – trotz der unterschiedlichen Länder, aus denen die Jugendlichen stammen“, erzählt Sofia. Mit auf die Fahrt nach Rom hatte die Gruppe übrigens Anliegen und Wünsche von Menschen aus der katholischen Kirchengemeinde Ludwigsburg. Diese flossen in die morgendlichen Impulse ein, die aus Gebeten und Liedern bestanden. Außerdem nahmen die Jugendlichen aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart an Gottesdiensten mit Bischof Dr. Gebhard Fürst und Weihbischof Thomas Maria Renz in der Kirche St. Paul teil.

Natürlich durfte auch ein klassisches touristisches Programm nicht fehlen. Und dank der Tipps von Vikar Peter Hohler und Pastoralreferent Martin Wunram, zwei echte Romkenner, machten die Jugendlichen Bekanntschaft mit richtig guter italienischer Küche und den besten Eisdielen der Stadt.