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Buslinienführung
Mit 1060 Unterschriften gegen Variante 3

Großer Andrang vor der Ratssitzung: Helga Penezic und Anja Hänßler haben zusammen mit zahlreichen Gegnern der Buslinienführung 1060 Unterschriften gegen die Variante 3 überreicht. Penezic hatte auch im Stadtteilausschuss von Anfang an gegen Variante
Großer Andrang vor der Ratssitzung: Helga Penezic und Anja Hänßler haben zusammen mit zahlreichen Gegnern der Buslinienführung 1060 Unterschriften gegen die Variante 3 überreicht. Penezic hatte auch im Stadtteilausschuss von Anfang an gegen Variante
Diese Variante 2 oder eine eigene Variante 4 findet viel Zuspruch vor Ort.
Diese Variante 2 oder eine eigene Variante 4 findet viel Zuspruch vor Ort.
Variante 3 ist der Favorit der Stadtverwaltung und des Busunternehmens.
Variante 3 ist der Favorit der Stadtverwaltung und des Busunternehmens.
„Neckarweihingen zeigt Flagge!“ Diesem Aufruf, der unter anderem über die sozialen Netzwerke weiterverbreitet wurde, sind am Donnerstag viele Bürger gefolgt. Im Rathaus verliehen sie ihrem Unmut Ausdruck – über die neue Buslinienführung und die Stadtverwaltung.

Von den lächelnden Gesichtern in dem Moment, als am sonnigen Donnerstagnachmittag die 1060 Unterschriften gegen die neue Führung der Buslinie 421 übergeben wurden, sollte man sich nicht in die Irre führen lassen. Die Stimmung zwischen der Neckarweihinger Bürgerinitiative und der Stadtverwaltung, insbesondere Bürgermeister Michael Ilk war frostig.

„Wir machen das nicht, um die Bürger zu ärgern, sondern um den öffentlichen Nahverkehr zu verbessern“, versuchte Ilk bei der Überreichung der Unterschriften zu beschwichtigen. Doch allein es half nichts. Reichlich Geduld hatten die Neckarweihinger mitgebracht, bis ihr Tagesordnungspunkt nach mehr als einer Stunde an die Reihe kam. Zunächst präsentierte Carry Buchholz (LVL-Geschäftsführerin) die Verbesserungen, die der neue Busverkehr ab 2020 mit sich bringt. Die neue Ausschreibung des Busverkehrs, die die LVL für sich entschieden hat, bringt eine Million zusätzliche Buskilometer und weitere Vorteile mit sich (wir berichteten). In Neckarweihingen sorgt die neue Linienführung inzwischen seit Monaten für Unruhe.

Im Herbst 2018 war noch alles ganz ruhig, als die Stadt die Varianten erstmals dem Stadtteilausschuss präsentiert hatte. Im Frühjahr durften die Stadtteilausschussmitglieder dann abstimmen. Sechs der Acht Ausschussmitglieder stimmten für die Variante 3, den Favoriten der Stadtverwaltung. „Das ist für uns als Verwaltung ein natürlicher Auftrag“, sagte Ilk. Auch eine Bürgerveranstaltung vor Ort konnte die Lage bis heute nicht befrieden. „Der Rundgang hat gefehlt“, so der Vorwurf in Neckarweihingen.

Carry Buchholz versteht die Aufregung nicht ganz: „Ich weiß nicht, welcher Vorort so angebunden ist“, sagt sie. Durch die Kombination der Linien gebe es in Neckarweihingen fast einen Fünf-Minuten-Takt. „Der Fahrplan ist vom Regierungspräsidium genehmigt“, so ihr Hinweis, das ließe sich auch aus rechtlichen Gründen nicht nach Belieben ändern.

Die Bürgerinitiative stört die Variante 3 gewaltig, weil sie einen Begegnungsverkehr in der Landäckerstraße mit sich bringt und Parkplätze wegfallen. „Da sind viele Falschinformationen im Umlauf“, kritisiert Ilk. Es sei eine einstellige Zahl von Parkplätzen, die entfällt, sagt er, „wenn man es geschickt macht“. Die Bürger gehen von 40 Parkplätzen aus, die an der Straße verschwinden müssen, damit die Busse ungehindert fahren können.

Ein Vor-Ort-Termin, dieses Mal mit Begehung, soll mögliche Missverständnisse ausräumen. Dabei könnte auch die Idee diskutiert werden, die Silke Gericke (Grüne) vorbrachte: Variante 3, allerdings in anderer Richtung, so dass die Richtung der Einbahnstraße in der Schwarzwaldstraße beibehalten werden kann.