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Videodreh

Mit „Victory“ in internationale Liga: Musikverein Oßweil nimmt an Wettbewerb teil

Musikverein Oßweil/Stadtkapelle Ludwigsburg spielt im Forum zwei Stücke für Wettbewerb in Genf ein

Der Musikverein Oßweil/Stadtkapelle Ludwigsburg im Forum. Zwei Stücke wurden aufgezeichnet und nach Genf geschickt.Foto: Andreas Essig
Der Musikverein Oßweil/Stadtkapelle Ludwigsburg im Forum. Zwei Stücke wurden aufgezeichnet und nach Genf geschickt. Foto: Andreas Essig

Ludwigsburg. „Achtung Aufnahme“ hieß es am Sonntagvormittag am Eingang zum Bürgersaal des Forums. Dort spielte der Musikverein Oßweil/Stadtkapelle (MVO) Ludwigsburg zwei Stücke für einen internationalen Orchesterwettbewerb ein. Das Video wird jetzt nach Genf geschickt, wo der Wettbewerb ursprünglich stattfinden sollte, aber wegen der Pandemie nun in digitaler Form ausgetragen wird.

Der Genève Music Band Contest ist eine renommierte Veranstaltung für Amateur-musikvereine aus aller Welt und der MVO will mit seiner erstmaligen Teilnahme die aus internationalen Komponisten bestehende Jury mit Bert Appermont, Jan van der Roost, Jacob de Haan, Franco Cesarini und Thomas Doss überzeugen. Die wenigen zugelassenen Zuhörer im Bürgersaal waren jedenfalls begeistert von der Präzision und den fein herausgearbeiteten Passagen, die das Orchester bei den mit hoher Konzentration dargebotenen Stücken zeigte. Der MVO meldete sich somit auf beeindruckende Weise nach der Coronazwangspause zurück.

Der Vorsitzende Uwe Appel würdigte dabei den Einsatz von Susanne Bader als Ideen- und Impulsgeberin für das Projekt. Die Dirigentin feilte mit den über 70 Instrumentalisten bei Proben im Vorfeld und Aufnahmen am Wochenende im Bürgersaal an der möglichst perfekten Umsetzung von Pflicht- und Wahlstück, die beide aller hohen Anforderungen zum Trotz mit filigraner Leichtigkeit und kraftvoller Attitüde überzeugten.

So gelang es, innere Bilder entstehen zu lassen. Pflichtstück war die neuneinhalb Minuten lange Komposition „Victory“ von Jan de Haan, die an die Fußball-WM 1998 in Frankreich erinnert. Im Endspiel siegte Frankreich über Brasilien und errang den Weltmeistertitel. Das Stück mit den marschähnlichen, sowie getragenen Elementen, steigerte sich in vollen, mitreißenden Klang. Das Orchester erfüllte diese Aufgabe mit Bravour. Das traf auch auf das sechsminütige Wahlstück des MVO zu: „Heatherwood Porträt“ von James Barnes. Es überzeugte mit vielfältigen Klangfarben und den an eine Filmmusik erinnernden leichten Schwung, der aber auch dramatische Elemente nicht vermissen ließ.

Vor der Kür stand die Pflicht: Intensive Probenarbeit mit externen Dozenten für jedes Register war erforderlich, um eine Einspielung mit derart hoher Qualität abliefern zu können. Finanziert wurde das vom Förderprogramm Neustart Kultur des Bundesmusikverbandes Chor und Orchester. Zudem mussten auch Räumlichkeiten für die Aufnahmen organisiert werden. Der Bürgersaal des Forums erwies sich hier als ideal. Laut Uwe Appel konnten dabei die Gesamtkosten von 13000 Euro durch einen 70-prozentigen Hallenzuschuss der Stadt sowie einer Zuwendung in Höhe von 5000 Euro von der Bürgerstiftung Ludwigsburg weitgehend aufgefangen werden. Das alles sorgte für gute Rahmenbedingungen bei einem Projekt, das laut Appel für die Musikerinnen und Musiker wichtige Motivation in schwierigen Zeiten ist. „Wir hoffen auf ein gutes Ergebnis“, sagte der Vorsitzende. Dass sich die Stadtkapelle bereits Ende Juli mit einem Konzert auf dem Marktplatz aus der Coronapause zurückgemeldet hatte, zahlte sich für den Verein ebenfalls aus, denn es brachte ihm instrumentale Verstärkung ein. Das Konzert verfolgten nämlich rein zufällig auch musikalisch versierte Studierende, die seither zum Orchester gehören.

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