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Möbelhaus darf kräftig wachsen

Die letzten Fragen sind ausdiskutiert und trotz bleibender Zweifel am Verkehrskonzept steht jetzt eine große Mehrheit der Stadträte zur Erweiterung des Möbelhauses Mann Mobilia in Eglosheim. Das Unternehmen will die Bauarbeiten „so schnell wie möglich“ beginnen.

Mann Mobilia in Eglosheim an der B 27 soll wachsen: Ein Anbau wird das Möbelhaus an der rechten Seite um 10 000 Quadratmeter Verkaufs- fläche erweitern.Archivfoto: Werner Kuhnle
Mann Mobilia in Eglosheim an der B 27 soll wachsen: Ein Anbau wird das Möbelhaus an der rechten Seite um 10 000 Quadratmeter Verkaufs- fläche erweitern. Foto: Werner Kuhnle

Ludwigsburg. Das dürfte in nächster Zeit eine der größten Gewerbeinvestitionen in Ludwigsburg werden. Der Gemeinderat hat nach langen Vorplanungen und Debatten grünes Licht gegeben: Das Möbelhaus XXXLutz kann sein Mann-Mobilia-Haus nahe der Autobahn in Eglosheim erweitern, um stattliche 10.000 Quadratmeter auf dann 25.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Wachsen sollen auch die Lagerflächen und die Tiefgarage.

Damit wird XXXLutz zwar von der Größe her nicht an der umliegenden Konkurrenz vorbeiziehen, kann aber deutlich näher heranrücken. Zum Vergleich: Ikea bietet auf der anderen Seite der Autobahn rund 30.000 Quadratmeter, Möbel Hofmeister im nahegelegenen Bietigheim-Bissingen 50.000 Quadratmeter.

Wie viele Millionen Euro XXXLutz in den Ludwigsburger Standort investiert, will das Unternehmen nicht sagen. Auch ein Zeitpunkt für den Beginn der Bauarbeiten wird noch nicht genannt. „Wir sind an einer möglichst schnellen Umsetzung des Projektes interessiert und verfolgen das Vorhaben entsprechend intensiv“, heißt es auf Anfrage unserer Zeitung.

Zur Not eine Schranke als Sperre

Die Region Stuttgart hat laut Branchenangaben bundesweit eine besonders hohe Dichte an XXXLutz-Häusern mit Standorten in Heilbronn, Fellbach, Stuttgart, Böblingen, Pforzheim und Ludwigsburg. Dazu gibt es aus dem selben Haus die Märkte mit Namen Mömax und Poco.

Bei den Erweiterungsplänen in Ludwigsburg sorgt vor allem der Verkehr für kontroverse Debatten. Auf der B.27 wird es einen neuen Verkehrsknoten direkt beim Möbelhaus geben. Dieser soll allerdings weitgehend nur als Zufahrt dienen. Wie Martin Kurt, Chef der Stadtplanung im Rathaus, erläutert, hat sich das Möbelhaus verpflichtet, den abfließenden Verkehr aus der Tiefgarage heraus in Richtung Monreposstraße und Mäurach-Querspange (Landesstraße 1138) zu lenken. Erst von dort aus soll der Kundenverkehr dann über die bestehende Kreuzung auf die B.27 gelangen.

Wenn es nicht anders gehe, so Kurt, habe sich das Möbelhaus dazu verpflichtet, zum neuen Verkehrsknoten hin eine Schranke als Verkehrssperre für den abfließenden Kundenverkehr aufzubauen.

Obwohl es am Tag der Entscheidung im Gemeinderatsausschuss für Stadtentwicklung Ende vergangenen Jahres eine breite Zustimmung zur Erweiterung gab, blieb es bei kritischen Zwischentönen. „Zu den Hauptverkehrszeiten kommt kein Auto mehr heraus auf die B.27, das wird Probleme geben“, warnte CDU-Stadtrat Wilfried Link. „Denn dann ist die B.27 in beide Fahrtrichtungen ein einziger Stau.“

Die Verkehrsplaner sehen dennoch als Regelfall die Verkehrsabwicklung gewährt, das habe zuletzt ein Test mit Ampelschaltungen ergeben. „Ja, da gibt es Situationen, wo es nicht passt, aber im Großen und Ganzen wird es funktionieren“, so Stadtrat Andreas Rothacker von den Freien Wählern. Auch Margit Liepins (SPD) sieht voraus, dass es Tage mit Stau und Problemen geben wird. Dennoch stimme die SPD der Erweiterung als Standortsicherung für das Möbelhaus zu.

Ein „Ja“ gab es auch von der FDP. „Das Verkehrsgutachten ist in diesem Fall deutlich fundierter als jenes für den Sportpark Ost am Fuchshof“, sagte Stadtrat Jochen Eisele. Die einzige Nein-Stimme kam von Elga Burkhardt (Lubu), unter anderem wegen der zunehmenden Verkehrsbelastung für den Stadtteil.

„Radschnellweg bleibt möglich“

Gut kam bei den Stadträten an, dass sich das Unternehmen auf freiwilliger Basis bereit erklärt hat, den Anlieferhof zu den Eglosheimer Anwohnern hin mit Lärmschutz abzuschirmen.

Der Grünen-Stadtrat Florian Sorg regte an, das vergrößerte Flachdach für Photovoltaik zu nutzen. Das wäre in der Tat sehr sinnvoll, meinte Stadtplaner Martin Kurt. Man habe aber wegen des erschwerten Abflusses von Regenwasser das Augenmerk mehr auf eine Dachbegrünung gelegt. Photovoltaik sei immer noch möglich, könne aber nicht vorgeschrieben werden.

Ein Radschnellweg an der Frankfurter Straße bleibe auch nach der Erweiterung möglich, versicherte Kurt auf kritische Nachfrage der Grünen und von Beate Mitschele aus dem Stadtteilausschuss.

Neben dem Bau der neuen Verkehrsanlagen hat sich das Unternehmen XXXLutz in einem städtebaulichen Vertrag auch dazu verpflichtet, auf einer benachbarten Freifläche ein neues Vereinsheim für den Schützenverein zu bauen. Das bestehende Vereinheim muss für die Erweiterung des Möbelhauses weichen.

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