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Ludwigsburger trauern um Opfer
Nach Mord: Darum hält sich die Stadt mit einer Stellungnahme noch zurück

In der Danziger Straße haben Bürger Blumen niedergelegt. Foto: Andreas Becker
In der Danziger Straße haben Bürger Blumen niedergelegt. Foto: Andreas Becker
„Er war ein lieber, ruhiger und netter Mensch“, sagt ein Mann über den 79-Jährigen, der am Dienstag in der Oststadt niedergestochen wurde. Die Trauer sei groß. Ebenso die Verwunderung über die Stadtverwaltung, die sich bislang mit einer öffentlichen Stellungnahme zurückhält.

Ludwigsburg. Am Ort des tödlichen Geschehens, in der Danziger Straße, sind inzwischen Blumen niedergelegt und Kerzen aufgestellt. Anwohner und Bürger bringen damit ihre Betroffenheit und Trauer zum Ausdruck. „Er hat allein gelebt“, sagt ein Nachbar im Gespräch mit unserer Zeitung. Man kenne sich vom Sehen. „Hin und wieder hat er Besuch von seiner Tochter bekommen, die weiter weg wohnt.“ Den Aussagen des Nachbarn zufolge handelt es sich bei dem Mordopfer um einen Deutschen. Diese Information hat die Polizei bislang jedoch nicht bestätigt. Auch zum mutmaßlichen Täter machen die Ermittler keine weiteren Angaben. Bekannt ist lediglich, dass es sich um einen 43-jährigen Mann aus Somalia handelt.

Kritik an der Stadtverwaltung

Kritik regt sich unterdessen am Verhalten der Stadtverwaltung. „Hat die Stadt irgendetwas zum Gedenken des getöteten Rentners unternommen?“, fragen Nachbarn des Opfers. „Dieses Verbrechen macht mich fassungslos“, sagt Oberbürgermeister Matthias Knecht. Er sorge sich um den „sozialen Frieden“ in der Stadt. Aber noch seien die Hintergründe der Tat völlig unbekannt. „Wir wollen erst auf das Ermittlungsergebnis warten, man muss seine Reaktion sauber mit dem abstimmen, was offiziell vorliegt.“ Bei laufenden Ermittlungen „öffentlichkeitsheischend zum Tatort gehen und Blumen niederlegen, das verbietet sich“. Dabei gehe es auch darum, die Würde des Opfers zu achten. „Sobald wir etwas Belastbares wissen, werden wir uns natürlich auch als Stadt dazu äußern“, so Knecht, und stellte einen Gedenkgottesdienst „mit seriösem Abstand zur Tat“ in Aussicht.

„Momentan gilt unser Beileid den Angehörigen, von denen wir aber noch nicht wissen, ob es sie überhaupt gibt.“ Auch die Stadtverwaltung habe keine weiterreichenden Informationen von der Polizei bekommen.