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Freizeit

Nachfrage nach kleinen Gärten wächst

Gerade während der aktuellen Coronapandemie macht sich der Mangel an Kleingärten bemerkbar – Die Stadt will keine neue Flächen ausschreiben

Für viele ohne eigenen Garten sind Kleingärten im Moment ein Rückzugsort im Freien. Foto: Ramona Theiss
Für viele ohne eigenen Garten sind Kleingärten im Moment ein Rückzugsort im Freien. Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg. Gerade Familien mit Kinder treffen in der Coronakrise die Ausgangsbeschränkungen besonders schwer. Ihre Freunde dürfen oder durften die Kinder nicht mehr treffen. Bis auf die wenigen, die in die Notbetreuung können, dürfen die Kleinsten auch nicht in die Kita. Zudem waren die Spielplätze wochenlang geschlossen. Da ist bei vielen, die ohne eigenen Garten wohnen, der Wunsch nach einem Rückzugsort im Grünen mehr denn je aufgeflammt. Ein Schrebergarten könnte da die Lösung sein. Die Anfragen häufen sich, haben aber kaum Aussicht auf Erfolg. Denn schon vor Corona war der Platz in den sieben Kleingartenanlagen mit ihren rund 530 Gärten in und um Ludwigsburg eng.

„Gerade in den vergangenen zwei Wochen hatten wir fast das Doppelte an Anfragen“, sagt Norbert Heselmann, Vorsitzender des Vereins Kleingartenanlage Römerhügel Ludwigsburg. Heselmann erklärt, dass ohnehin die Wartezeit bei manchen Kleingartenanlagen an die zwei Jahre beträgt. Viele der Interessenten verstünden auch nicht, warum sie zwei Jahre auf eine Parzelle warten müssten. „Die meisten die anfragen, sind Familien mit Kindern.“ Auch Margot Müller, Vorsitzende des Bezirksverbands der Gartenfreunde Ludwigsburg, schildert, dass die Interessenten schon vor Corona über die sehr langen Wartzeiten erbost waren. „Wir haben extra einen Flyer erstellt, in dem Informationen beispielsweise über andere Kleingartenvereine gesammelt sind“, so Müller. Dabei wird auf Anlagen außerhalb Ludwigsburgs verwiesen. Die Vorsitzende meint weiter: „So viele Anlagen gibt es bei uns doch gar nicht – da sehen wir schon auch die Gemeinden und den Landkreis in der Pflicht, genügend Flächen dafür bereitzustellen.“ Auch die Stadt Ludwigsburg, die selber Gartenanlagen verwaltet, verzeichnete in den letzten Wochen einen starken Anstieg an Interesse. Auf Anfrage unserer Zeitung heißt es, dass alleine seit Anfang März über 200 Neubewerber verzeichnet wurden, davon in erster Linie Familien mit Kindern.

Dem Wunsch, weitere Flächen auf Ludwigsburger Gemarkung für Kleingartenanlagen auszuweisen, erteilt die Stadtverwaltung allerdings eine Absage. Derzeit seien keine Flächen für neue Kleingartenanlagen in Ludwigsburg vorhanden. Außerdem, so heißt es weiter, stünde diese Nachfrage in starker Konkurrenz zu anderen Flächennutzungen wie Wohnen, Gewerbe, Grünflächen für die Allgemeinheit oder Landwirtschaft. Daher sei es äußerst unwahrscheinlich, dass die Stadtverwaltung das städtische Angebot an Kleingärten in den nächsten Jahren erhöhen wird. Für eine Neuausweisung bedürfte es eines gesamtstädtischen Entwicklungskonzepts für alle Flächennutzungen.

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