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Naturvision

Naturvison-Filmfestival: Beitrag über Feldhamster gewinnt Publikumspreis

Film über das possierliche Tier ist Liebling der Online-Zuschauer beim Naturvision-Filmfestival – Eine auch durch den Menschen gefährdete Art

Archivbild: dpa
Archivbild: dpa

Der Feldhamster ist nicht nur Symbol des Naturvision-Filmfestivals, das von Mittwoch bis Sonntag zum 20. Mal in Ludwigsburg stattfand. Der Film „Der kleine Held vom Hamsterfeld“ erhielt gestern im Central-Kino überdies den Publikumspreis. Eine Wertschätzung der wichtigsten Jury, meinte Ralf Siegmund vom Bund der Selbstständigen Ludwigsburg (BdS). Der BdS war wieder Stifter des Preises.

„Der Film ist für Kinder sowie Erwachsene geeignet. Das Festival ist schon längst ein Ereignis für die ganze Familie.“

Ralph Thoms
Festivalleiter

„Der kleine Held vom Hamsterfeld“ war dabei auch für den Filmmusikpreis nominiert. Die instrumentale Untermalung mit dramatischen sowie lebhaft-heiteren Geigenklängen im Irish-Folk-Stil überzeugte bei der gestrigen Vorführung der Doku im Anschluss an die symbolische Preisverleihung. Filmemacher Uwe Müller war zwar nicht vor Ort, ließ aber von Festivalleiter Ralph Thoms übermitteln, dass er überglücklich über diese Auszeichnung sei. Was Thoms an diesem vom Publikum als absoluten Liebling gekürten Film beeindruckte: Er sei für Kinder sowie Erwachsene geeignet und beweise somit, dass auch das Festival längst ein Ereignis für die ganze Familie sei.

Für ihn außerdem ein Riesenerfolg: Über 2000 Schülerinnen und Schüler haben Filme aus dem Festival im Rahmen des Unterrichtsprogramms angeschaut. Darunter wohl auch den über den kleinen Held vom Hamsterfeld. Der Film geht dabei ganz nah an das geschäftige Tier heran und zeigt Bedrohungen in Form von Erntemaschinen, Raubvögeln und hungrigen Füchsen aus der Perspektive des kleinen, unter Schutz stehenden Tieres. Das sorgt mit seinen höhlenartigen Bauten für eine gute Durchlüftung der Ackerböden und somit für bessere Erträge. Es ist ein Fressen und Gefressen-Werden in der Natur, der Film beschönigt nichts.

Doch immerhin überleben drei von zehn jungen Feldhamstern – wenn der Mensch nicht auch noch dazwischenfunkt. Und wenn die klimatischen Bedingungen weitgehend stabil bleiben. Denn je früher die Ernten beginnen, umso weniger Zeit bleibt dem Hamsterweibchen, um noch weiteren Nachwuchs großzuziehen. So gehen die Bestände kontinuierlich zurück. Dabei ist der Hamster umtriebig: In seinem Höhlensystem legt er Vorräte an, um den Winter gemütlich in seiner Höhle verbringen zu können. Die muss der Nachwuchs schon bald verlassen, da sind die Weibchen, die ihre Kinder alleine großziehen, konsequent.

„Der kleine Held vom Hamsterfeld“ hätte also durchaus einen roten Teppich und viel Prominenz im Publikum verdient. Doch es ist Pandemie und so konnte das Naturvision-Filmfestival größtenteils auch nur online erlebt werden. Dass dann doch einige Filmliebhaber gestern zur Preisverleihung gekommen waren, freute Claus Wollenschläger vom Central-Filmtheater als Mitveranstalter des Festivals. Er bezeichnete Naturvision als Perle im Programm und als persönliche Bereicherung. Weil hier ein Blick über den Tellerrand ermöglicht werde, so Wollenschläger.

Ein Film könne nur Erfolg haben, wenn ihn auch das Publikum annehme, betonte Ralf Siegmund. Er nahm die symbolische Preisverleihung zum Anlass, um dem Team um Ralph Thoms für seinen Einsatz zu danken. Mit dem Festival sei eine richtige Marke entstanden, betonte Siegmund. Ralph Thoms gab zum Abschluss einen Ausblick auf das nächste Jahr. Künftig sei ein Hybridformat mit Online- und Präsenzveranstaltungen geplant. Wie sich gezeigt habe, würden damit sehr viele Menschen erreicht. 2020 seien es 18000 gewesen. Eine Zahl, mit der man nach Auswertung aller Daten auch in diesem Jahre rechne.

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