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Neue Blitzer in der Südstadt

Schon scharfgestellt sind die neuen Lasersäulen, die in der Stuttgarter Straße und der Hohenzollernstraße aufgestellt wurden. Ein Jahr nach dem Beschluss ist von den ebenfalls georderten mobilen Blitzern jedoch noch nichts zu sehen. Die zwei, Enforcement Trailer genannt, sollen erstAnfang Februar 2020 folgen.

Am südlichen Ortseingang wurde diese Lasersäule am Dienstag aufgestellt. Sie blitzt in beide Richtungen, Rotlichtsünder müssen von dem Blitzer jedoch nichts befürchten.Foto: Holm Wolschendorf
Am südlichen Ortseingang wurde diese Lasersäule am Dienstag aufgestellt. Sie blitzt in beide Richtungen, Rotlichtsünder müssen von dem Blitzer jedoch nichts befürchten. Foto: Holm Wolschendorf
In der Hohenzollernstraße wird auch in beide Richtungen geblitzt. Das Besondere hier: Wie auch in der Solitudeallee misst der Laser die Länge der Fahrzeuge. Ist ein Lastwagen dabei, löst der Blitzer ebenfalls aus. Das Lkw-Durchfahrtsverbot in der Süd
In der Hohenzollernstraße wird auch in beide Richtungen geblitzt. Das Besondere hier: Wie auch in der Solitudeallee misst der Laser die Länge der Fahrzeuge. Ist ein Lastwagen dabei, löst der Blitzer ebenfalls aus. Das Lkw-Durchfahrtsverbot in der Südstadt wird laut Stadt oft ignoriert. Foto: Andreas Becker

Ludwigsburg. Es ist heute in Zeiten von Sparrunden schwer vorstellbar: Als die Verwaltung im Oktober 2018 ankündigte, neue Blitzer kaufen zu wollen, waren die Stadträte im Ausschuss für Bildung, Sport und Soziales so angetan, dass sie sogar 130.000 Euro mehr ausgeben wollten als geplant. Was sie auch taten: Statt dreier Lasersäulen und einem mobilen Blitzgerät sollten nur zwei Säulen, dafür aber ein mobiler Blitzer mehr angeschafft werden, obwohl die Ausgaben dadurch von 290.000 auf 420.000 Euro stiegen. Die Säulen sind nun da: In der Stuttgarter Straße (hinter der Ampel an der B.27 stadtauswärts) sowie in der Hohenzollernstraße (stadtauswärts an der Kreuzung mit der Elmar-Doch-Straße) wurden die stationären Blitzer aufgestellt. Beide blitzen beidseitig, was an den vier dunklen Ringen gut zu erkennen ist. Sind es drei, wird nur in eine Richtung geblitzt.

Geschwindigkeit über Monate gemessen

Damit machte die Stadt auch ein Versprechen wahr, dass sie im Zuge der Verkehrsdiskussionen in der neu entdeckten Südstadt gegeben hatte (wir berichteten). Die Standorte seien das Ergebnis von Forderungen der Bewohner, sagt Heinz Mayer, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung. Am Ortseingang Richtung Kornwestheim „gibt es noch viele, die richtig Gas geben“, sagte er. Das Ortsschild folgt einige Meter später, erst dann ist Tempo 80 erlaubt. Im Vorfeld hatte die Stadt monatelang ein Geschwindigkeitsdisplay mit Smiley aufgestellt. Dieses lächelt nicht nur in Grün, wenn das Tempo eingehalten wird (und trauert in Rot bei Sündern), sondern misst auch die Anzahl der Überschreitungen und Einhaltungen. Die genaue Zahl konnte Mayer gestern nicht sagen, aber „das ist der richtige Standort“.

Die Blitzersäule in der Hohenzollernstraße blitzt nicht nur bei Tempo-Sündern, die die geforderten 50 nicht einhalten, sondern entdeckt auch Lastwagen. Der Laser kann, im Gegensatz zu den früheren Radaranlagen, die Länge der Fahrzeuge messen und blitzt bei Verstoß. Vergangenes Jahr hatte die Stadt festgestellt, dass das Lkw-Durchfahrtverbot in der Südstadt häufig nicht eingehalten wird. Bei eigener Kontrolle im vergangenen Jahr hatten Stadt und Polizei dort in zwei Stunden 21 Lastwagen angehalten.

Noch nicht in Sicht sind die panzerähnlichen Enforcement Trailer (Englisch für Durchsetzung und Hänger), von denen zwei bestellt wurden. Die schusssicheren Anhänger, die eine Woche lang autonom arbeiten können und anmuten wie Kampfmaschinen mitten aus einem Star-Wars-Film, sind so beliebt, dass es offenbar Lieferschwierigkeiten gibt. Die Stadt Kornwestheim wie auch Bietigheim-Bissingen haben solche Anhänger schon ausgeliehen und monatsweise getestet, die Kommunen planen ebenfalls die Anschaffung eines Blitzer-Anhängers. Ludwigsburg rechnet laut Mayer mit einer Lieferung bis Anfang Februar 2020.

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