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Studentisches Wohnen

Neue Dächer braucht die Stadt

Zwei neue Wohnheime sollen zusätzliche Plätze für Studenten bieten. Diese werden jedoch angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt kaum ausreichen, denn die Warteliste des Studierendenwerks ist lang.

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Im Studentendorf (oben) soll ein neues Gebäude mit 40 Zimmern auf vier Stockwerken entstehen. Die Parkplätze sind davon nicht betroffen. Das Wohnheim an der Friedrichstraße (unten) soll modernisiert und durch einen Neubau ergänzt werden. Fotos: Oliver Bürkle

Ludwigsburg. Wer als Student bezahlbaren Wohnraum in Ludwigsburg finden möchte, kommt am Studierendenwerk Stuttgart kaum vorbei – immerhin bietet es knapp 1000 Zimmer in der Stadt an. Jetzt soll das Angebot noch erweitert werden. So ist in der Wohnheimanlage Studentendorf nahe der Pädagogischen Hochschule weiterer Zuwachs geplant. Dort soll ein Neubau entstehen, der verteilt auf vier Stockewerke über 40 Zimmer verfügen wird, wie die Sprecherin des Studierendenwerks, Simone Hübener, erläutert. Die Parkplätze sollen von den Baumaßnahmen aber nicht betroffen sein. Ein Teil der bestehenden 18 Gebäude auf dem Gelände soll zudem um voraussichtlich eine Etage aufgestockt werden. Wie genau diese Aufstockung aussehen wird und wie viele Zimmer dabei entstehen werden, kann Hübener derzeit noch nicht im Detail sagen. „Wir befinden uns hier noch in der Phase der technischen Überprüfung“, gibt sie an.

Zudem soll auf dem Grundstück Königsallee 58, das dem Land Baden-Württemberg gehört, ein weiteres Wohnheim entstehen. „Das Landesgrundstück Königsallee 58 lässt im Parkplatzbereich an der Friedrichstraße eine weitere Bebauung für studentisches Wohnen zu“, erklärt Andreas Hölting, Leiter des Vermögen- und Bau- Amtes Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Auf dem Gelände befindet sich derzeit ein Wohnheim mit 60 Plätzen, das hauptsächlich Studenten der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen beherbergt. Das Gebäude aus dem Jahr 1961 soll instandgesetzt und modernisiert werden. Nach Angaben des Amts für Vermögen und Bau finden derzeit Gespräche mit dem Studierendenwerk statt, das, so der Wunsch von Hölting, das Grundstück und das bestehende Wohnheim im Rahmen des Erbbaurechts übernehmen und betreiben soll. „Beim Erbbaurecht verbleibt das Grundstückseigentum in der Hand des Landes, während das Gebäudeeigentum beim Erbbauberechtigten als finanzierendem Bauherr liegt“, erklärt der Amtsleiter die Konstellation.

Auch das Gelände nordwestlich des Favoriteparks jenseits der Gleise, das ebenfalls im Besitz des Landes ist, stand schon seit längerem als möglicher Standort für neue Studentenwohnheime im Raum. Wie Andreas Hölting mitteilte, sei man im Dialog mit zwei Erbbauberechtigten über mögliche Bauarbeiten auf dem Grundstück.

Seine Behörde unterstütze und fördere als Grundstückseigentümer den Bau von zusätzlichen Wohnheimplätzen sowohl im Bereich Favoritepark als auch in der Königsallee, betont er. Und die werden in Ludwigsburg dringend gebraucht. Denn auf der Warteliste des Studierendenwerks für einen Platz in einem Wohnheim stehen derzeit über 400 Interessenten. Wie lange sie auf ein Zimmer warten müssen und wann die geplanten Erweiterungen und Neubauten abgeschlossen sein werden, ist derzeit noch unklar. Wer also ein günstiges Zimmer in Ludwigsburg haben möchte, wird sich auch weiter in Geduld üben müssen.