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Verkehr

Neue Radstation für jeden Stadtteil

Stadträte beschließen Ausbau des RegioRad-Verleihs – E-Lastenräder als Neuerung – Kosten von 1,2 Millionen Euro

Die hellblauen Gefährte von RegioRad. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Die hellblauen Gefährte von RegioRad. Foto: Holm Wolschendorf
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Der regionale Radverleih, im Mai 2018 in Ludwigsburg gestartet, ist noch kein Renner. Die Zahl der Nutzer des RegioRad genannten Systems hält sich im Vergleich zu Stuttgart in Grenzen. Dort ist allerdings auch das Netz an Verleihstationen deutlich größer und dichter. Da soll sich jedoch in Ludwigsburg etwas tun. Die Stadträte haben diese Woche beschlossen, dass zu den bestehenden sechs Stationen bis zu 17 neue dazukommen können.

Elf davon will die Stadt selbst angehen und in allen Stadtteilen inklusive West, Süd- und Oststadt jeweils eine Station mit RegioRad aufbauen. Die genauen Standorte liegen noch nicht fest, erst will man die Menschen in den Stadtteilen zurate ziehen.

Klar ist aber schon: Jede dieser Station soll auch zwei E-Lastenräder bekommen. Dies ist verbunden mit einer weiteren Neuerung: Während die normalen Räder nach der Nutzung an jeder anderen Station in Ludwigsburg und der gesamten Region abgestellt werden können, müssen die Lastenräder wieder an den Standort im jeweiligen Stadtteil zurückgebracht werden.

In Stuttgart stehen bereits zehn solcher Lastenräder in einer Testphase zum Ausleihen bei RegioRad bereit. Das soll in den Ludwigsburger Stadtteilen Schule machen, für nächstes Jahr sind 24 E-Lastenräder geplant. Anders als Stuttgart wollen es Stadtverwaltung und Stadträte dabei belassen und E-Lastenräder nicht weiter fördern. Stuttgart gibt über RegioRad hinaus noch Zuschüsse beim Kauf von privaten Lastenrädern. Familien mit mindestens einem Kind bekommen bei der Anschaffung 1200 Euro. Damit hat die Landeshauptstadt allein im Jahr 2018 die Anschaffung von 300 E-Lastenrädern befördert.

Die Stimmung unter den Stadträten: Man wolle es beim Verleih belassen und mehr Wert darauf legen, dass auch Familien mit geringerem Einkommen die teuren E-Lastenräder nutzen können. Lastenräder sollen dazu beitragen, dass das Auto beim Einkaufen oder Kindertransport zuhause stehen bleibt.

Bisher sind die Stationen immer mit fünf Rädern bestückt, teils herkömmliche Fahrzeuge, teils Elektrofahrräder (Pedelecs). Bei den neuen Stationen in den Stadtteilen will die Stadt die Zahl der Pedelecs je nach Topografie auf bis zu fünf Pedelecs erhöhen. Nach Ansicht von Stadträten kommen hier neben Poppenweiler auch Neckarweihingen und Hoheneck in Frage.

Laut Rathaus zahlt die Stadt im Durchschnitt 1300 Euro pro Rad und Jahr an RegioRad. Was sich in der Zeit von Mai 2018 bis Ende 2026 (so lange läuft der Vertrag mit RegioRad) für die 17 geplanten Stationen auf rund 1,2 Millionen Euro summiert. Zudem sollen Unternehmen sowie Einrichtungen wie die Evangelische Hochschule einen einmaligen Investitionszuschuss für den Aufbau einer Verleihstation erhalten, in Höhe von jeweils 5000 Euro. Die laufenden Kosten für die Fahrräder würden die Zuschussempfänger tragen, die Fahrräder zudem in das allgemeine System integriert bleiben.

Werden die Stationen bei den derzeit interessierten Adressen Wirklichkeit, kommen zu den elf neuen städtisch finanzierten Stadtteilstationen weitere sechs privat finanzierte Stationen dazu. Dann würde RegioRad in Ludwigsburg zusammen mit den heute schon bestehenden sechs Stationen insgesamt 23 Standorte bieten, bei jeweils fünf Rädern wäre es ein Bestand von 115 Rädern, dazu die 24 Lastenräder.

Die Ludwigsburger Stadtverwaltung hat sich zudem vorgenommen, auf Nachbargemeinden zuzugehen, die bisher bei RegioRad noch nicht mitmachen. Genannt wird hier Asperg.

Nicht alle Stadträte sind überzeugt, ob für den Radverleih Aufwand und Nutzung in einem vertretbaren Verhältnis stehen. Es gibt aber die Bereitschaft, den Ausbau anzugehen und zu schauen, wie sich das auf die Nutzung auswirkt.

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