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Wohnungsbau

Neue Tiefgaragen-Debatte im Neubaugebiet

Im Neubaugebiet Fuchshof hat sich ein international tätiger Bauträger ein großes Grundstück gesichert und will in mehreren Häusern rund 80 Wohnungen bauen. Die Stadt zeigt sich bereit, von ihren bisherigen Plänen abweichend, eine große Tiefgarage zu genehmigen. Damit ist eine Debatte über Sinn und Unsinn von Stellplätzen in Neubaugebieten neu entbrannt.

Links an der Fuchshofstraße ensteht eine neue Grundschule, rechts davon will Bonava Wohnungen bauen. Foto: Ramona Theiss
Links an der Fuchshofstraße ensteht eine neue Grundschule, rechts davon will Bonava Wohnungen bauen. Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg. Einer der Leitgedanken, mit denen die Stadt das große Neubaugebiet am Fuchshof bisher angegangen ist, lautet im Grundsatz so: Die künftigen Bewohner sollen ihre Autos am Rand des Wohngebiets parken, nur zum Be- und Entladen dürfen sie noch vor die Haustür fahren. So sehen denn bisher auch die Pläne für ein erstes großes Baufeld aus: Vorne entlang der Fuchshofstraße liegt eine Zeile mit Gebäuden, die auf zwei Geschossen Parkplätze bieten, dies in der Art einer sogenannten Quartiersgarage. Dort sollen auch die Bewohner der dahinter liegenden Wohngebäude einmal parken.

Auf etwa einer Hälfte dieses Baufelds setzt jetzt aber der Bauträger Bonava, der sich im Neubaugebiet ein großes Grundstück bereits hat sichern können, ein anderes Konzept zusammen mit dem Bau von rund 80 Eigentumswohnungen dagegen: Er will die Stellplätze unter den Häusern in einer Tiefgarage bauen.

Das Argument für diesen Weg: Anstelle der Quartiersparkplätze kann in den Gebäuden entlang der Fuchshofstraße zusätzlicher Wohnraum entstehen. Der Zugang von der Wohnung zum Auto und umgekehrt ist kürzer, etwa für ältere Bewohner. Über Aufzüge ist auch bei dieser Variante Barrierefreiheit gewährt.

Bonava hat für sein knapp 6000 Quadratmeter großes Baugelände im Neubaugebiet Fuchshof nach Angaben der Stadtverwaltung die Tiefgaragenlösung so geplant, dass der Grünbereich zwischen den Mehrfamilienhäusern nicht unterkellert wird und damit das Pflanzen von Bäumen möglich bleibt.

Zu allen Tiefgaragenplätzen würde es eine zentrale Zufahrt von der Fuchshofstraße geben. Anders als bei der Quartiersgarage bräuchte man zwischen den Häusern keine Fahrwege, das Be- und Entladen von Autos wäre in die Tiefgarage gelegt.

Nun gibt es aber auch Argumente gegen die Tiefgaragen-Lösung. Zum Beispiel: Sie verteuert den Wohnraum, weil der Aushub und Bau von Tiefgaragen mehr Geld kostet als der oberirdische Bau einer Quartiersgarage.

Das soll vor allem jenen entgegenkommen, die bereit sind, ganz aufs Auto zu verzichten. Diesen Weg eines möglichst autofreien Wohnquartiers will die Stadt auf dem Fuchshof zumindest in Ansätzen beschreiten. So wird es in diesem Baugebiet nicht mehr verpflichtend sein, für jede Wohnung mindestens einen Parkplatz vorzuhalten. Der Schlüssel für Bauträger liegt bei 0,8 Stellplätzen pro Wohnung. Verpflichtet werden die Bauträger dagegen dazu, dass sie Leihräder, Lastenräder und Carsharing einbeziehen.

Bei einer ersten, kurzen öffentlichen Präsentation der Bonava-Pläne vor Stadträten in der vergangenen Woche gab es sogleich eine kontroverse Debatte. Entschieden ist noch nichts, die Pläne sollen erst noch den Gestaltungsbeirat der Stadt durchlaufen.

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