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Energie

Neuer Solarpark dient dem Ausbau der Fernwärme

Für den Solarpark am Römerhügel ist ein Bebauungsplan notwendig. Es wird eine der größten thermischen Anlagen in Deutschland. Der Bauausschuss hat nun das Verfahren in Gang gesetzt und sich mit großer Mehrheit hinter das Projekt gestellt.

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So ähnlich wie in Senftenberg (Foto) könnte es bald am Römerhügel aussehen. Foto: dpa

Ludwigsburg. Dass es Anwohner im Lerchenholz gibt, die mit dem 20 Meter hohen Wasserspeicher für den Solarpark ihre Probleme haben, erwähnten die Stadträte mit keinem Wort. Sie umschifften das Thema in der Sitzung des Ausschusses, weil der Speicher auf dem Gelände des Holzheizkraftwerks errichtet wird, somit nicht Teil des Bebauungsplanverfahrens ist. Dabei kann der Solarpark nicht ohne den Wasserspeicher betrieben werden, hätte also durchaus erwähnt werden können. So ist davon auszugehen, dass die Stadträte das Projekt stillschweigend befürworten.

Einzig die Stadtwerke, die das Holzheizkraftwerk und den Solarpark verantworten, reagierten nach der Sitzung des Gremiums. Mit dem Bürgerverein Pflugfelden und Weststadt habe man sich abgestimmt, der sich nach Gesprächen und ausführlichen Informationen inzwischen aus der Sache zurückzieht, heißt es. Diese Woche soll es einen Treff mit den Bürgern geben, um über die Gestaltung des Turms und Änderungsmöglichkeiten zu sprechen, sagte Geschäftsführer Bodo Skaletz. Die Vorschläge aus der Bürgerschaft werde man prüfen.

Fest steht, dass der Solarpark bis Ende 2019 fertig geplant sein soll und, so verlangt es die Förderzusage vom Bund über 10 Millionen Euro, im Mai 2020 in Betrieb gehen muss. Die Stadtwerke wollen damit die Versorgung der Stadt mit Fernwärme verbessern.

Ziel ist, den Anteil auch über die aktuellen Projekte hinaus weiter zu erhöhen. Derzeit decken die Stadtwerke in Ludwigsburg rund 12,5 Prozent des Wärmebedarfs mit Fernwärme ab. Das sind derzeit 112 Millionen Kilowattstunden pro Jahr, davon wird mehr als die Hälfte mit erneuerbaren Energien erzeugt. Der jährliche Bedarf liegt bei 900 Millionen Kilowattstunden. Der Solarpark bringt geschätzte weitere ein bis zwei Prozent.

Die Stadträte betonten in der Sitzung, dass das Gelände am Römerhügel kaum eine andere Nutzung zulasse. Die Böden seien verseucht, früher war dort eine Deponie und eine Lehmgrube. Ein Foto von 1965, das die Verwaltung zeigte, erweckte eher den Eindruck „einer Mondlandschaft“, bemerkte Planer Albrecht Burkhardt.

Im neuen Bebauungsplan ist neben dem Solarpark und einem Technikgebäude ein Schutzgebiet mit Biotop und Rückzugsfläche für Eidechsen vorgesehen. „Wir tragen das gerne mit“, so Reinhold Noz (CDU) und appellierte, jetzt „Gas zu geben, damit das Vorhaben termingerecht umgesetzt wird“. Es sei „gut, richtig und sinnvoll“, befand Dr. Christine Knoß (Grüne). „Der Solarpark, einer der größten in Deutschland, hat unsere volle Zustimmung“, sagte Dieter Juranek (SPD). Auch Andreas Rothacker (Freie Wähler), der den Wasserspeicher zumindest erwähnte, stimmte in das Loblied mit ein.

Für Elga Burkhardt (Lubu) hat das Großprojekt am Römerhügel zwar einen Werbeaspekt, wenn in dieser Dimension gebaut wird, sie hätte einen Standort etwa auf dem Baywa-Areal besser gefunden. Sie enthielt sich als einzige und verlange nähere Auskunft über die dortige Frischluftschneise. Dies wurde ihr zugesagt.