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Niedlicher Nachwuchs in der Schafherde

Die 13 ist für Andreas Holzwarth eine Glückszahl. Denn genauso viele Lämmer haben die Muttertiere in seiner kleinen Schafherde Anfang März zur Welt gebracht. Übermütig und mit staksigen Bewegungen tobt der Nachwuchs über die Wiese am östlichen Parkweg, der zum Favoritepark führt.

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Der Ludwigsburger Andreas Holzwarth und seine neugeborenen Lämmer auf einer Wiese am Favoritepark.
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Immer wieder suchen die Kleinen die Nähe zu ihren Müttern, um zu säugen. Bei den Tieren handelt es sich um sogenannte Weiße Gehörnte Heidschnucken. Fotos: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Mit aufgeregtem Mähen in verschiedenen Tonlagen wird Andreas Holzwarth begrüßt, wenn er aus dem Auto gestiegen ist und sich dem Unterstand nähert. Dann gibt es kein Halten mehr bei den Tieren, denn der 50-Jährige hat Futter dabei. Die mit Milch gefüllten Fläschchen sind für die beiden Lämmer gedacht, die von ihren Muttertieren anfangs nicht genug Nahrung bekommen haben. „Das lag aber wohl an den Neugeborenen“, vermutet Andreas Holzwarth, dass die Jungtiere verschnupft waren und den Geruch ihrer Mutter deshalb nicht wahrnehmen konnten. Dank des Zufütterns haben sie sich in den vergangenen Tagen prächtig entwickelt. Vier Zwillingspaare sind unter den 13 Lämmern. Drei von ihnen haben schwarzes Fell. Ob die Neugeborenen einen Namen haben? „Das mache ich nur, wenn die Jungtiere sich hervor tun“, erklärt Holzwarth.

Der Schafbock wacht über alle

Über allen Tieren wacht Kennedy, so heißt der Schafbock, der für den kompletten Nachwuchs in der kleinen Herde verantwortlich ist. „Drehen Sie ihm am besten nicht den Rücken zu“, gibt der Schafhalter dem Fotografen mit auf den Weg, als dieser die Wiese betritt. Mit Kennedy ist nicht gut Kirschen essen. Holzwarth vermutet, dass der Schafbock mit der Flasche aufgezogen wurde und Menschen deshalb als Seinesgleichen betrachtet. Kleine Kämpfe sind deshalb inbegriffen. Furchteinflößend genug sieht er aus mit seinen langen, gewundenen Hörnern. Holzwarth hat immer einen langen Holzstock dabei, wenn er die Wiese betritt. Sicher ist sicher.

Bei den Schafen handelt es sich übrigens um Weiße Gehörnte Heidschnucken. Noch tragen die Tiere ihr zotteliges Winterfell, das kommt erst nach den Eisheiligen im Mai runter. „Das ist eine vom Aussterben bedrohte Haustierrasse“, so Holzwarth. In seiner Familie, die bis vor einigen Jahren einen Geflügelhof am Kugelberg betrieben hat, sind schon immer Schafe dieser Rasse gehalten worden. Die Wolle der Weißen Gehörten Heidschnucken ist eher grob und deshalb nicht gefragt, dafür gilt das Fleisch als sehr schmackhaft.

Der 50-Jährige betreibt einen Stand auf dem Ludwigsburger Wochenmarkt, an dem er Eier, Geflügel, Mühlenprodukte und Teigwaren anbietet. Zum Angebot gehören auch Kekse in Form von Schafen. Die Tierhaltung ist sein Hobby. „Schon als Kind wollte ich eine eigene Herde haben“, erzählt der Ludwigsburger. Seit etwa zwei Jahren hat er die Wiesen und den Unterstand zwischen Bottwartalstraße und Favoritepark gepachtet. Das ist mit Kosten für Futter, Tierarzt und Schur und viel Arbeit verbunden. Manchmal würde er sich deshalb Unterstützung von jemandem wünschen, der sich für Schafe interessiert und naturverbunden ist.

Die Tiere kommen bei Passanten gut an

Doch es gibt die Momente, die Holzwarth nicht missen will. „Bei schönem Wetter stelle ich das Sofa neben die Wiese und mache Sheepwatching“, erzählt er. Aus dem kleinen mobilen Lautsprecher ertönt dann oft die Melodie „Schafe können sicher weiden, wenn ein guter Hirte wacht“, von Johann Sebastian Bach. Kein Wunder, dass Fußgänger und Radfahrer dann stehenbleiben. Das passiert aber auch, wenn Holzwarth gerade nicht vor Ort ist und die Schafe auf der großen Wiese umher laufen. „Die Tiere kommen gut an bei den Leuten“, hat der 50-Jährige festgestellt. Das Gelände ist gut eingezäunt, damit kein Schaf ausreißen kann und sie geschützt sind. „Der Wolf hätte viel zu tun, wenn er das aufholen wollte, was Hunde schon an Schafen gerissen haben“, sieht Holzwarth die Gefahr durch dieses Wildtier als eher gering an.

Natürlich kann er nicht alle Lämmer behalten. Der Hobby-Hirte macht keinen Hehl daraus, dass einige Tiere irgendwann geschlachtet werden. Bis dahin führen sie aber definitiv ein schönes Leben. Lammfleisch stammt übrigens von Tieren, die jünger als ein Jahr sind.