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Bildung

Nur mit Selbsttest zurück in die Schule

Kommende Woche soll es losgehen. Dann kehren alle Schüler im Wechselunterricht zurück an die Schulen. Und weil im Landkreis die Sieben-Tage-Inzidenz über 100 liegt, müssen sich Schüler und Lehrer testen lassen. So sieht es die Landesverordnung vor. Bei deren Umsetzung lässt die Landesregierung die Kommunen allerdings noch allein. Deshalb hat Ludwigsburg auf eigene Faust Selbsttests organisiert.

Niklas Hesse von der Feuerwehr Ludwigsburg schult Lehrerin Sybille Stöckle und erklärt, wie die Selbsttests anzuwenden sind. Foto: Ramona Theiss
Niklas Hesse von der Feuerwehr Ludwigsburg schult Lehrerin Sybille Stöckle und erklärt, wie die Selbsttests anzuwenden sind. Foto: Ramona Theiss

Mehrfach schon war eine Lieferung des Landes mit Selbsttests angekündigt worden. Mehrfach ist diese Lieferung verschoben worden. „Aktuell sollen die Tests bis Mitte dieser Woche eintreffen“, sagt Meike Wätjen von der Pressestelle der Stadt Ludwigsburg auf Anfrage unserer Zeitung. Weil diese Zusage aber, wie die Erfahrungen der letzten Wochen gezeigt haben, eine unsichere Bank ist, hat sich die Stadt Ludwigsburg selber um Selbsttests für die Schulen gekümmert. Diese sind am Dienstag an alle städtischen Schulen geliefert worden. „Die privaten Schulen können die Tests ab Mittwoch, 14. April, abholen.“

„Die Selbsttests bringen Ruhe und Sicherheit an die Schulen.“

Mathias Hilbert
Schulleiter

Damit steht den verpflichtenden Selbsttests von Schülern, Lehrern sowie aller an den Schulen tätigen Personen nichts mehr im Wege. Die Feuerwehr Ludwigsburg hat zudem am Dienstag Multiplikatoren der einzelnen Einrichtungen geschult, die wiederum weiteren Personen an den jeweiligen Schulen die Handhabung der Test erklären sollen.

Erstmals seit vielen Wochen werden ab Montag, 19. April, alle Schüler wieder an die Schulen zurückkehren. Allerdings nicht in voller Klassenstärke, sondern im Wechselunterricht. Wie das konkret aussieht, haben die Schulen selbst organisiert und die Eltern bereits informiert. Das Otto-Hahn-Gymnasium beispielsweise hat, wie Schulleiter Mathias Hilbert erklärt, zwei Gruppen gemacht, die mal zwei, mal drei Tage pro Woche in die Schule kommen. „Im Grunde ist es so, dass unsere Schüler immer fünf aufeinanderfolgende Tage im Präsenzunterricht sind.“ Die Selbsttests werden am OHG immer montags und donnerstags unter Aufsicht stattfinden. Kinder, die nicht in der Präsenzgruppe sind, machen Homeschooling.

Während sich die Schüler an weiterführenden Schulen in der Schule selbst testen sollen, ist es den Grundschulen freigestellt zu entscheiden, ob die Tests in der Schule oder im Elternhaus gemacht werden. „Wir haben uns entschieden, in der Schule zu testen“, sagt Bernhard Bleil, Schulleiter der Eberhard-Ludwig-Schule und Geschäftsführender Schulleiter der Ludwigsburger Grund-, Gemeinschafts-, Werkreal-, Real- und Förderschulen, für seine eigene Schule.

Österreich hat es bereits vorgemacht: Schüler gehen hier schon seit längerem wieder durchgängig zum Unterricht. Zur Schule gehen darf aber nur, wer zweimal die Woche einen Antigen-Selbsttest macht und ein Negativergebnis vorzeigen kann. Letzteres ist auch in Baden-Württemberg der Fall: Zur Schule darf nur, wer sich auch testen lässt, und in den Unterricht geht es nur dann, wenn der Test negativ ausfällt. Ein negativer Schnelltest ist auch für die Teilnahme an der Notbetreuung obligatorisch.

Das Kultusministerium weist ausdrücklich darauf hin, dass das Schulgelände zur Testdurchführung betreten werden darf. Wo die Schule ihre Schüler testet, kann vor Ort entschieden werden. Vonseiten des Ministeriums heißt es dazu: „Die Testungen können sowohl in einem separat festgelegten Zeitfenster in speziell für die Selbsttests reservierten Räumen als auch in Klassenzimmern, Fachräumen, Versammlungsräumen oder Sporthallen oder einzeln auf den Fluren jeweils unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln vor, während oder nach der Unterrichtszeit durchgeführt werden.“ Außerdem soll es Sichtschutz geben, damit niemand das Testergebnis einsehen kann.

Ein positives Testergebnis wird freilich dennoch nicht unbemerkt bleiben. Spätestens wenn ein Kind von der Teststation nicht in den Unterricht kommt, können die Mitschüler entsprechende Schlussfolgerungen ziehen.

Die beiden Geschäftsführenden Schulleiter Hilbert und Bleil stehen den Selbsttests positiv gegenüber. „Das bringt Ruhe und Sicherheit an die Schulen“, sagt Hilbert. Ginge es nach der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg sowie dem Landeselternbeirat, so sollten die Schüler nicht nur zweimal die Woche, sondern täglich getestet werden.

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