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LKZ-Gesprächsrunde

OB-Kandidaten steigen in den Ring - mit Video

Rund 1000 Besucher verfolgen den ersten öffentlichen und direkten Schlagabtausch im Forum am Schlosspark

Auf dem Podium erläutern die Bewerber im Gespräch mit Peter Maier-Stein (4. von links) einer nach dem anderen ihre Positionen: (von links) Konrad Kling, Heike Baumbach, Matthias Knecht, Werner Spec und Jakob Novotny mit den Redakteuren Hans-Peter Jan
Auf dem Podium erläutern die Bewerber im Gespräch mit Peter Maier-Stein (4. von links) einer nach dem anderen ihre Positionen: (von links) Konrad Kling, Heike Baumbach, Matthias Knecht, Werner Spec und Jakob Novotny mit den Redakteuren Hans-Peter Jans und Julia Essich-Föll. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Das Rennen um den Chefsessel im Rathaus ist eröffnet. Vier Männer und eine Frau würden gerne die Geschicke dieser Stadt in den nächsten acht Jahren maßgeblich mit gestalten. Ihre Ziele und Positionen haben Sie gestern auf Einladung der Ludwigsburger Kreiszeitung im Forum am Schlosspark im direkten - und teils durchaus vergnüglichen - Schlagabtausch vorgestellt, moderiert von den Mitgliedern der LKZ-Stadtredaktion, Hans-Peter Jans und Julia Essich-Föll sowie dem stellvertretenden Chefredakteur Peter Maier-Stein.

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Rund 1000 Besucher wollten den aktuellen OB und seine Herausforderer ganz direkt erleben und sich ein Bild von ihnen, ihren Zielen, Stärken und möglichen Schwächen verschaffen.

In lockerer Plauderrunde hatten die Kandidaten in der Reihenfolge ihrer abgegebenen Bewerbung Gelegenheit, ihr Wissen über Ludwigsburg unter Beweis zu stellen, sowie sich und ihre Ziele in jeweils drei Minuten zu präsentieren.

Werner Spec möchte Oberbürgermeister bleiben, weil in den 16 Jahren seiner Amtszeit „unheimlich viel erreicht wurde, mit einem unglaublichen bürgerschaftlichen Engagement“, man aber nun nicht nachlassen dürfe. Mit einer Bilanz von unter anderem „einer halben Milliarde an Investitionen, einer eigentlich schuldenfreien Stadt“ sowie grundlegenden Weichenstellungen in Bereichen wie Mobilität und Digitalisierung möchte er „die angestoßenen Räder weiterdrehen und diese tolle Entwicklung fortsetzen.“

Seinem Herausforderer, dem Rechtsprofessor Matthias Knecht ist es „ein großes Anliegen, in meiner Heimatstadt Verantwortung zu übernehmen“. Er macht geltend, „dass ich der Richtige bin, um hier eine exzellente Arbeit fortzusetzen“. Irgendwann komme immer einmal der Zeitpunkt eines Wechsels. Wohnen, Bildung und Betreuung sowie Mobilität bezeichnet er als „die drei ganz wichtige Themen, derer wir uns annehmen müssen“.

Die Erzieherin Heike Baumbach wünscht sich eine Stadt, „die fair, sozial, inklusiv und sicher, klimafreundlich und umweltfreundlich ist“. Als Oberbürgermeisterin möchte sie „etwas verändern zum Wohl der Menschen, der Umwelt und zum Wohle von allem, was lebt.“ Spontanen Applaus gab‘s für ihre Ankündigung, als erste Amtshandlung „in der Stadtverwaltung jene Leute zu entlassen, die das Gegenteil von dem tun, was sie machen sollen“, wenn sie denn gewählt würde.

Jakob Novotny ist mit 26 Jahren der jüngste Bewerber in dieser Runde. Der PH-Student kritisiert, „dass Ludwigsburg in der Amtszeit von Werner Spec von Platz 16 auf Platz 9 der teuersten Städte Deutschlands aufgerückt ist“. Er will sich für einen sozialen kommunalen Wohnungsbau einsetzen, der zu 100 Prozent bezahlbaren Wohnraum fördert und verspricht: „Ich stehe für eine sozial-ökologische Wende.“

Das Motto von Konrad Kling, 29, Architekt und Mitglied der Satirepartei „Die Partei“ ist „yolo“ – you only live once, man lebt nur einmal. Er war 13 Jahre alt, als Werner Spec zum Oberbürgermeister gewählt wurde, und, so sagt er, „ich wusste, das will ich auch mal werden.“ Er will bei dieser Wahl „eine Alternative darstellen, die weder blau noch braun ist.“

In der allgemeinen Diskussion um Wohnungsbau, BRT-Busse und Stadtbahn, Klimawandel oder auch den Schutz von Bäumen positionierten sich alle fünf Kandidaten entsprechend ihrer Ansprüche. Amtsinhaber Werner Spec betonte seine Kompetenz und setzte auf die Dynamik in Ludwigsburg. „Wenn wir nicht beharrlich dran bleiben, droht es, dass wir nicht wirkungsvoll genug vorankommen.“ Matthias Knecht wiederum ließ nicht nur einmal anklingen, dass er auf fairen Umgang und Kompromisse setze.

Mit dem sozialen Wohnungsbau als zentralem Thema blieb Jakob Novotny in der Diskussion stringent. Er erntete viel Applaus mit seiner Feststellung, dass 30 Prozent sozialer Wohnungsbau bedeute, dass 70 Prozent unbezahlbar blieben. Konrad Kling blieb in der weiteren Diskussion blass, Heike Baumbach indes machte Punkte mit ihrem Appell, den Bürgern zuzuhören. Im weiteren Verlauf des Abends stellten die Zuschauer Fragen. Eine ausführliche Berichterstattung folgt in der Samstag-Ausgabe.

Info: Die Aufzeichnung der Veranstaltung ist im Internet auf dem Videoportal Youtube unter https://www.youtube.com/LKZchannel zu sehen.

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