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Online-Unterricht startet auch in Ludwigsburg stockend

Rektoren und Eltern ziehen je nach Plattform unterschiedliches Fazit – Abschlussklassen für Klausuren und Klassenarbeiten zum Teil schon an den Schulen

Schüler müssen seit Montag wieder online lernen. Foto: Felix Kästle/dpa
Schüler müssen seit Montag wieder online lernen. Foto: Felix Kästle/dpa

Der Schulstart nach den Weihnachtsferien ist nicht überall gelungen. Das müssen auch die Rektoren zugeben. „Moodle hat uns einen holprigen Start beschert“, sagt Wolfgang Medinger, Schulleiter vom Goethe-Gymnasium. Dass die Lernplattform Moodle nicht erreichbar sein wird, damit hat man am Schillergymnasium „fast schon gerechnet“, so Rektor Ulrich von Sanden. Zusätzlich dazu sei auch die zweite Kommunikationsplattform, die schul.cloud, nicht erreichbar gewesen. „Dadurch entstand gerade bei den Fünftklässlern Stress, die ihre Lehrkräfte nicht erreichen konnten“, so von Sanden. Unterrichtsausfall „im Wesentlichen in den ersten beiden Stunden“ war die Folge der technischen Probleme.

Einen besseren Start hatte laut Schulleiterin die Elly-Heuss-Knapp-Realschule. Der Unterricht über die Plattform Teams von Microsoft habe sehr gut geklappt, so Heidrun Gross. Bereits zum Ende des vergangenen Schuljahres habe man darüber Unterricht gemacht, in der Zwischenzeit gab es Fortbildungen für alle Lehrer. Sie habe selbst am Montag Englischunterricht gegeben. „Meine Schüler waren pünktlich und vollzählig und haben gut mitgemacht“, so Gross.

Das Ellental-Gymnasium in Bietigheim-Bissingen hatte am Montag kaum, gestern dafür vermehrt mit Störungen zu kämpfen. Die Schule nutzt iServ. „Wir glauben, dass durch den eng getakteten Unterricht nach Stundenplan von zu Hause aus die Server überlastet waren“, so Schulleiterin Nicole Stockmann. Unterricht sei aber keiner ausgefallen.

Am Friedrich-Schiller-Gymnasium in Marbach ist man diese Woche von Ausfällen bei der Technik verschont geblieben. „Wir benutzen Google Workspace. Da gab es keine Probleme“, sagt Rektor Volker Müller. Sollte vom Kultusministerium aus für die Oberstufe wieder ein Präsenzunterricht möglich sein, will man ab Februar Wechselunterricht anbieten.

„Mir fehlt der Unterricht im Klassenzimmer, aber die Schließungen sind gerechtfertigt“, sagt eine Grundschullehrerin der Hirschbergschule in Eglosheim. Dort wird hauptsächlich über Teams unterrichtet. Das klappe gut, bereits im Herbst habe man mit den Schülern das Einloggen geübt. Neue Themen würden in Kleingruppen über Videokonferenzen erarbeitet. „Mit 20 Kindern in einer Videokonferenz wäre es doch etwas chaotisch.“

Am Montag sei die Stimmung bei den Schülern zu Hause nicht gut gewesen, weiß Erika Macan, die Vorsitzende des Gesamtelternbeirats in Ludwigsburg, zu berichten. Sie hat gestern bereits einige Erfahrungen der Eltern zugeschickt bekommen. Weil vor allem bei Moodle Probleme auftraten, seien die Schüler sehr nervös und hektisch geworden. Bei allen Schulen, die Teams nutzen, habe es ihren Erkenntnissen nach sehr gut geklappt. Auch bei Moodle hätte nicht jeder Probleme gehabt. Am Dienstag sei der Online-Unterricht schon sehr viel besser gelaufen.

Dass zum Schulstart am Montag mehrere Server überlastet waren, ist aus Sicht des Landesschülerbeirats keine Überraschung. „Wir fordern bereits seit den Herbstferien Online-Unterricht, um die breitflächige Nutzung der Plattformen zu testen und gegebenenfalls auf Mängel zu reagieren. Dieser wurde allerdings vehement abgelehnt“, so David Jung, Vorsitzender des Landesschülerbeirats.

Und wie geht es nun weiter? In dieser Woche entscheidet das Land, ob ab kommenden Montag zumindest Grundschulen, Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren und die Abschlussjahrgänge wieder in Präsenz unterrichtet werden. „Wir sind auf alle Eventualitäten (Fern-, Wechsel- oder Präsenzunterricht) vorbereitet“, so Heidrun Gross. Für Klassenarbeiten seien die Abschlussklassen bereits in dieser Woche in der Schule.

Auch am Goethe-Gymnasium schreibt die Kursstufe noch ausstehende Klausuren des ersten Halbjahres in Präsenz. Ansonsten laufe der Online-Unterricht für die älteren Schüler effektiv, da sie bereits eine Routine im digitalen Lernen entwickelt hätten, so Medinger.

Einzelne Klausuren werden auch am Schiller-Gymnasium in dieser Woche bereits geschrieben. Möglichst viele wurden jedoch in die nächste Woche verschoben. Wenn sich das Kultusministerium für Präsenzunterricht der Abschlussklassen ab nächster Woche entscheidet, möchte man im Schiller-Gymnasium diesen Klassen die größtmöglichen Räume zuweisen und sie so komplett in den Präsenzunterricht nehmen. Das ermögliche mehr Verlässlichkeit als geteilter Unterricht.

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