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Mehrzweckhalle

Oßweil: Bürgerverein macht jetzt Druck

Die Oßweiler haben langsam genug. Sie wollen endlich einen Ersatz für ihre beiden maroden Hallen. Der Bürgerverein geht jetzt in die Offensive und fordert eine schnelle Entscheidung und „keinen Luxusbau“.

Seit Jahrzehnten bereitet die Mehrzweckhalle, die in den 70er Jahren gebaut wurde, Probleme. Fast genauso lange wird den Oßweilern schon ein Neubau versprochen. Im Stadtteilausschuss steht die Halle seit vielen Jahren auf der Tagesordnung.Archivfoto:
Seit Jahrzehnten bereitet die Mehrzweckhalle, die in den 70er Jahren gebaut wurde, Probleme. Fast genauso lange wird den Oßweilern schon ein Neubau versprochen. Im Stadtteilausschuss steht die Halle seit vielen Jahren auf der Tagesordnung. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Unlängst bei der Mitgliederversammlung des Bürgervereins Oßweil war der geplante Hallenneubau wieder das Thema Nummer eins. Aus Sicht der Oßweiler Vereine ist es verwunderlich, dass sich der Bauausschuss für eine Standortvariante entschieden hat, bei der die Stadt zunächst einmal die Grundstücke kaufen muss. Den Vereinen ist das zu unsicher. Uwe Appel, der Vorsitzende des Musikvereins, berichtete über das Informationstreffen, bei dem im vergangenen Sommer die drei Varianten für den Standort der Halle vorgestellt wurden. Dabei hätten sich die Oßweiler Vereinsverantwortlichen für einen Standort auf städtischem Grund entschieden. Auch die Stadt hat diesen Standort bevorzugt.

Bei der Entscheidung im Bauausschuss im vergangenen November entschieden sich die Stadträte dann aber mehrheitlich für den Standort an der Fellbacher Straße. Auch der Stadtteilausschuss Oßweil bevorzugte damals diese Variante, für die die Stadt aber erst die privaten Grundstücke, auf denen sich Streuobstwiesen befinden, kaufen muss.

Dass viele Oßweiler bei dieser Entscheidung skeptisch bleiben, scheint angebracht: Die Verkaufsgespräche stocken. Daher hat Marcus Kohler, der Vorsitzende des Bürgervereins, vor kurzem alle Fraktionen angeschrieben. „Aktuell haben wir in Oßweil eine baufällige kleine Turnhalle und die marode Mehrzweckhalle für sportliche Aktivitäten und kulturelle Veranstaltungen für knapp 12.000 Bürgerinnen und Bürger, für alle Vereine und für den Schulsport“, lautet die Bestandsaufnahme von Kohler. Er fordert von den Stadträten, die Pläne für den Neubau schnell voranzutreiben. „Wir wollen keinen Luxusbau, sondern eine pragmatische Lösung, die zukunftsorientiert und nachhaltig ist“, schreibt Kohler.

Besonders ärgern den Bürgerverein und den Oßweiler FDP-Stadtrat Jochen Eisele außerdem, dass für die kommenden vier Jahre nur 50.000 Euro für erste Planungen im Haushalt bereitgestellt werden. Das würde bedeuten, dass die Halle vor 2023 nicht gebaut wird.

„Wir haben mit den anderen Vereinen längst ein Raumprogramm aufgestellt“, sagt Marcus Kohler im Gespräch mit unserer Zeitung. Sowohl den Gemeinderäten als auch der Stadtverwaltung liege dieses vor. Darin haben die Vereine detailliert aufgeführt, welche Räume sie in der neuen Sport- und Kulturhalle benötigen. „Die Oßweiler wollen endlich berücksichtigt werden.“ Die große Angst im Stadtteil sei, das der Neubau wie in den Jahren zuvor wieder auf die lange Bank geschoben werde.

Auch Oberbürgermeister Werner Spec erwartet keine schnelle Einigung mit den Grundstückseigentümern an der Fellbacher Straße. Die seien grundsätzlich zwar verkaufsbereit, pokerten offenbar aber auf Wohnungsbau. Dann könnten sie ihre Flächen nämlich noch teurer verkaufen. Spec möchte die Situation am Montag bei der Sitzung im Stadtteilausschuss Oßweil diskutieren. Grundsätzlich sei für ihn auch ein anderer Standort für die Halle vorstellbar.

Der Antrag, mit dem Freie Wähler, SPD und FDP im vergangenen Herbst gefordert haben, die drei seit langem geforderten Hallenneubauten in Oßweil, der Oststadt und Poppenweiler an einen Generalunternehmer zu vergeben, um damit Zeit und Geld einzusparen, macht für Spec durchaus Sinn. Es ist ein Verfahren, das in Hoheneck gegen die Verwaltung durchgesetzt wurde, inzwischen aber als Vorbild dient. Noch ist über den Antrag nicht entschieden worden. Spec ist jedoch überzeugt, dass es mit der Oßweiler Halle bald weitergeht. „Demnächst stehen die Haushaltsplanungen für 2020 an. Ich bin überzeugt, dass wir da die Hallenfinanzierung reinbringen.“

Info: Der Stadtteilausschusses Oßweil tagt am Montag, 1. April, um 18 Uhr im Kinder- und Familienzentrum in der Anna-Neff-Straße 1. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem: Sachstandsbericht zum Stadteilentwicklungsplan und zum Sanierungsgebiet, Planungsstand des Schul-, Kultur-und Sportareals, Sendemast in Gegen Eich, Penny-Areal, Bus/BRT, Friedhöfe und August-Lämmle-Schule. Die Sitzung leitet Oberbürgermeister Werner Spec. Zuhörer sind willkommen.

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