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Bürgerbüro

Pass am Automaten kommt gut an

Seit April können Ludwigsburger ihren neuen Reisepass oder Personalausweis an einem Terminal abholen – und das unabhängig von den Öffnungszeiten des Bürgerbüros zu jeder Tages- und Nachtzeit. Nach den ersten Monaten zieht das Bürgerbüro eine positive Bilanz.

LKZ-Redakteurin Carolin Schneider im Selbstversuch: Zuerst gibt sie den sechsstelligen Pin, der ihr per SMS oder E-Mail mitgeteilt wurde, ein.Fotos: Andreas Becker
LKZ-Redakteurin Carolin Schneider im Selbstversuch: Zuerst gibt sie den sechsstelligen Pin, der ihr per SMS oder E-Mail mitgeteilt wurde, ein. Foto: Andreas Becker
Dann fragt das Gerät nach ihrem Fingerabdruck. Eine kurze Berührung reicht aus, ...
Dann fragt das Gerät nach ihrem Fingerabdruck. Eine kurze Berührung reicht aus, ...
... schon springt die Tür zum neuen Pass auf.
... schon springt die Tür zum neuen Pass auf.

Nicht einmal zwei Minuten dauert es. Schnell bekommt man an dem grünen Automaten, der in einer Nische zwischen den Gebäuden Wilhelmstraße 7 und 9 steht, den beantragten Pass. Ob in der Mittagspause, nach der Arbeit oder mitten in der Nacht: Ein Pin und ein Fingerabdruck reichen aus, um das Dokument entgegenzunehmen. Einen Luxus, den seit der Inbetriebnahme des Terminals der Bürgerdienste im April 2019 schon einige Ludwigsburger in Anspruch genommen haben. „Ein bis zwei Personen am Tag holen ihren Pass mittlerweile am Terminal ab“, sagt Jürgen Schindler, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste. Damit sind er und Julia La Greca, die Leiterin des Bürgerbüros, zufrieden. Die erste Testphase lief von April bis zum 3. Juni. Nachdem das Gerät davor nur von Verwaltungsmitarbeitern ausprobiert worden war, folgte der Test in Echtzeit. In dieser Zeit wurden 14 Pässe beantragt – unter den Testpersonen waren auch Jürgen Schindler und einige Stadträte.

„Wir digitalisieren für die Bürger nicht,

um Mitarbeiter einzusparen.“

Jürgen Schindler
Leiter Bürgerdienste

„Die Abholung hat von Anfang an funktioniert“, so Schindler. Für interne Abläufe mussten noch Kleinigkeiten nachjustiert werden: Zum Beispiel wurden die Abholer nur mit Nummern, nicht mit Namen im System der Stadtverwaltung angezeigt. Wenn jemand so aber Probleme bei der Abholung gehabt hätte, wäre er schwieriger im System zu finden gewesen.

Seit 31. Juli befindet sich das Terminal „in der Optimierungsphase“, so Schindler. Das bedeutet: Kleinigkeiten können nicht geändert werden, doch das Abholen am Terminal wird beim Beantragen des Passes aktiv beworben. Seitdem haben 55 Bürger ihren Pass aus dem Automaten geholt.

In den ersten drei Monaten war es nur an einem Schalter des Bürgerbüros möglich, einen Pass für die Selbstabholung am Terminal zu beantragen. „So mussten wir Änderungen nicht an allen Schaltern machen“, sagt Schindler. Nun ist es aber an allen elf Schaltern möglich, einen Pass zu beantragen, der im Terminal abgeholt wird. Dafür ist ein bisschen mehr Zeit nötig als sonst: Der Fingerabdruck für das Abholen muss an einem anderen Gerät abgegeben werden, wie der Abdruck für den Reisepass. Das hat Datenschutzgründe, denn die Daten, die für das Terminal gespeichert werden müssen, werden nach einer Woche wieder gelöscht.

Am Servicepoint im Bürgerbüro, wo die beantragten Pässe ausgegeben werden, ist bisher noch nicht bemerkbar, dass manche ihren Ausweis am Terminal abholen. Immer noch ist dort zu den Öffnungszeiten viel los. „Unser Ziel ist es, dass sich die Situation dort entspannt durch das Terminal“, so Schindler. Doch auch wenn bald mehr Menschen ihren Pass am Automaten entgegennehmen sollten, werden keine Mitarbeiter eingespart. „Wir nehmen uns die gewonnene Zeit für die Bürger“, sagt Jürgen Schindler. In den zwei Minuten, die eingespart werden, wollen die Mitarbeiter künftig mehr Fragen beantworten und beraten. „Wir digitalisieren nicht, um Mitarbeiter einzusparen, sondern als Service für die Bürger“, erklärt Schindler.

In den ersten Wochen haben die Ludwigsburger nach Abholung ihres Passes eine Nachricht vom Bürgerbüro bekommen mit Fragen zum Terminal. „Die Rückmeldungen waren alle positiv“, sagt Julia La Greca. Zukünftig soll die 24-Stunden-Abholung beworben werden. Zum Beispiel wird die Möglichkeit in das Schreiben aufgenommen, in dem Ludwigsburger darauf hingewiesen werden, dass ihr Pass abläuft. „Ziel ist es, die Abholung am Terminal zu normalisieren“, so Schindler.

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