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Petrus dreht die Heizung auf: So gehen die Ludwigsburger mit der Hitze um

So lässt es sich aushalten. Foto: Holm Wolschendorf
So lässt es sich aushalten. Foto: Holm Wolschendorf
Bei der ersten Hitzewelle in diesem Sommer ist das Thermometer am Wochenende auf bis zu 37 Grad geklettert. Unsere Zeitung hat sich in der Stadt umgehört, wie die Ludwigsburger mit dieser ungewohnten Belastung umgehen.

Ludwigsburg. Diesen Job hat Sina Müller gerne übernommen. Als die Händler auf dem Wochenmarkt am Samstag gegen 14 Uhr den Betrieb einstellen, schüttet die Mitarbeiterin des Olivenhandels von Mathias Götz einige Eimer voller Eiswürfel aus, in denen zuvor Antipasti gelagert wurden. Schon am frühen Nachmittag hat es deutlich mehr als 30 Grad im Schatten, und so entsorgt Müller die Eiswürfel nicht direkt im Gully, sondern lässt die Blöcke über ihre Beine laufen. „Es war schon ziemlich heiß heute“, sagt die junge Frau. „Deshalb sind die meisten Kunden schon relativ früh auf den Markt gekommen.“

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Rekordtemperaturen im Juni: So gehen die Ludwigsburger damit um

Das war auch bei auch Naturkost Henk der Fall. „Es war weniger los als sonst“, sagt Jens Gericke. „Ob wegen der Hitze oder wegen der Ferien, kann ich natürlich nicht sagen.“ Er selbst hat keine Probleme mit den für Mitte Juni ungewöhnlich hohen Temperaturen. Noch am Vortag hat Gericke im Gewächshaus Basilikum geschnitten - bei etwa 50 Grad.

Eisdiele und Toben im Wasser

Anne Glaser ist mit ihrem Sohn Maxim von Asperg nach Ludwigsburg gefahren. Die beiden waren gerade in der Eisdiele, jetzt tobt sich der Zweijährige am Wasserspiel vor der Stadtkirche aus. Maxim hat seinen Spaß und nimmt wie viele andere Kinder immer wieder eine Dusche unter einer der in unregelmäßigen Abständen hervorsprudelnden Wasserfontänen.

Elena Lo Conte hat es sich im „Grünen Zimmer“ auf dem Rathausplatz im Schatten gemütlich gemacht. „Normal gehe ich im Sommer auf die Bärenwiese, aber heute habe ich mich mit meiner Schwägerin in der Stadt verabredet“, meint Lo Conte. Sie wünscht sich mehr Bäume und Grünflächen in Ludwigsburg. „Das gibt Schatten. Da kann man ein bisschen runterkommen, wenn es heiß ist.“

Schattenplätze und Nähe zum Wasser sind heiß begehrt

Auch auf der Bärenwiese ist einiges los. Die Ausflügler haben ihre Aktivitäten in der prallen Mittagshitze weitgehend eingestellt und sich unter schattenspendenden Bäumen ausgebreitet. Auch Joyce und Kingsley Osas aus Tamm, die zuvor mit ihren Kindern auf dem Riesenrad gefahren sind. Jetzt hat es sich die Familie auf einer großen Decke niedergelassen. „Im Schatten kann man es ganz gut aushalten“, findet Joyce Osas.

Als beliebte Anlaufstelle erweist sich das Neckarufer bei Hoheneck. Das Uferstüble betreibt in der warmen Jahreszeit einen eigenen Beach-Bereich. Roy Leschik und seine Frau Bärbel sind mit dem Fahrrad aus Murr nach Hoheneck gefahren und genießen nun in Liegestühlen den Blick auf die Flusslandschaft. „Hier im Schatten lässt es sich gut chillen“, schwärmt Roy Leschik. „Man fühlt sich wie im Urlaub.“ Auch auf der Rückfahrt wollen es die Leschiks langsam angehen lassen und in einen Biergarten einkehren.

Mineralien gegen den Hitzekoller

Kühlendes Nass verspricht ein Zwischenstopp am Heilbadturm. Das wissen auch Thomas Lerner und Peter Maier, die an der Brunnenanlage Hohenecker Heilwasser schlürfen. „Da sind viele Mineralstoffe drin. Wenn es geht, schauen wir hier jeden Tag vorbei und trinken einen halben Liter“, sagt Lerner schmunzelnd. „Wenn man fest daran glaubt, wirkt es noch ein bisschen mehr.“

Familie Förster aus Korntal-Münchingen wollte eigentlich auf der Enz ihre neuen, aufblasbaren Stand-up-Paddle-Boards ausprobieren. Doch der Fluss war wegen zu niedrigen Pegelstands gesperrt. Also sind die Försters weiter nach Hoheneck gefahren, jetzt steht endlich die Jungfernfahrt auf dem Programm. „Im Auto war es heißer, und auf dem Wasser weht ein angenehmes Lüftchen“, sagt Frank Förster.

Jan und Ruben, die im Zugvögel-Stand am Neckartalradweg Kanus, Kajaks und Stand-up-Paddling-Boards ausleihen, haben einen Tipp für Wassersportler. Am Mittag stehe die Sonne direkt über dem Fluss, erklärt Ruben, dann sei man der Hitze ausgeliefert. „Aber später wirft die Sonne Schatten, dann ist es in Ufernähe sehr angenehm.“ Das ist ein guter Tipp für die nächste Hitzewelle.