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Pflasterdesaster auch in der Körnerstraße

Derzeit wird es eng in der Körnerstraße: Die Instandsetzung des Pflasterbelags ist nur ein weiterer Teil des mittlerweile zehnjährigen Pflasterdebakels.

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Gestern ging es los: In der Körnerstraße werden die Pflastersteine ausgetauscht, dann folgt ein Bereich 50 Meter weiter. Foto: Janna Werner

Ludwigsburg. Die Körnerstraße gehört zu den Straßen, die Ludwigsburg vor rund zehn Jahren mit hellen Pflastersteinen belegte – schön sollte die Straße sein, Raser bremsen und Aufenthaltsqualität für Fußgänger, einer Fußgängerzone gleich, signalisieren. Jetzt ist es so weit: Im vorderen Bereich werden Pflastersteine auf ganzer Breite ausgetauscht, der Verkehr wird über die Ladezone geleitet. Danach geht es an einer zweiten Stelle am anderen Ende der Wilhelmgalerie weiter, diesmal halbseitig. Die Arbeiten sollen bis Donnerstag dauern. Was die Ausbesserungen kosten, ist nicht bekannt.

„Dort war das Pflaster nicht mehr eben“, teilt die Stadt auf Nachfrage mit. Doch halt: Eine ebene Stelle findet man auf dieser Pflasterstrecke von Wilhelm- bis Asperger Straße nirgendwo, der Belag hat sich mittlerweile analog zu den Reifenspuren in Wellen gelegt. Auch das Rattern beim Darüberfahren zeigt: Die Steine haben sich auf ganzer Länge gelöst.

Da werden Erinnerungen wach: Zehn Jahre, nachdem der gleiche Belag am Kaffeeberg verlegt wurde und zur Buckelpiste verkam, hat sich die Stadt im Sommer 2017 dazu durchgerungen, nun doch hellen Asphalt aufzutragen. Das Pflaster kommt endgültig raus, Kostenpunkt: 220 000 Euro. Umso schmerzhafter für manchen Stadtrat insbesondere der CDU und SPD: Diese beiden Fraktionen stimmten damals für das 70 000 Euro teurere Pflaster im Vergleich zum Asphalt.

Wann der Asphalt kommt, hängt vom Baufortschritt der Höfe am Kaffeeberg ab. Erst, wenn die Lastwagen weg sind, soll das Flickwerk aus Asphalt und Pflaster, das die Stadtwerke 2017 mit Leitungsarbeiten hinterlassen haben, beseitigt werden. Im Zuge dessen waren die schlimmsten Rüttelsteine übrigens schon getauscht worden.

Auch in der Körnerstraße war – für 45 000 Euro – der Kreuzungsbereich mit der Asperger Straße schon vor vier Jahren durch einen Splitt-Mastix-Belag ersetzt worden. Der allerdings hat sich auch nicht bewährt, mittlerweile setzt man auf durchgefärbten Asphalt.

Ob die Körnerstraße, der Bereich vor dem MIK oder der komplette Bereich am Westausgang des Bahnhofs – das Pflasterdesaster setzt sich fort. Denn in keiner dieser Straßen halten die Steine der Belastung stand – die Ausbesserungen jenseits des Straßensanierungsprogramms heißen, was sie sind: Flickwerk.