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Filmfestival Naturvision

Politischer Appell bei Preisverleihung

Bei der Preisverleihung des NaturVision-Filmfestivals im Central Filmtheater wurde es politisch: Filmemacher forderten in einem Ludwigsburger Appell mehr Raum für die Natur.

Am Ende auf der Bühne glücklich vereint: die Macher der preisgekrönten Filme und die Macher des Festivals. Foto: Naturvision
Am Ende auf der Bühne glücklich vereint: die Macher der preisgekrönten Filme und die Macher des Festivals. Foto: Naturvision

Ludwigsburg. „Die jüngsten Erhebungen zu Klimawandel und Artensterben sind für uns nicht nur nüchterne Zahlen und Statistik. Wir erleben sie bei unsere Dreharbeiten als hautnahe, traurige Realität“, heißt es in dem Appell, der bei einer mit viel Applaus bedachten gemeinsamen Aktion vorgestellt wurde. Sie ist auch als Aufruf gedacht an alle Natur- und Umweltfestivals gedacht, um sich zusammenzuschießen und diese Forderungen an die politischen Entscheidungsträger mit Nachdruck weiterzuentwickeln.

„Niemand hat das Recht, die Lebensgrundlagen anderer zu zerstören“, appellieren die Initiatoren und stellen folgende Forderungen: Weitreichende und wirksame Maßnahmen zum Natur-, Tier- und Artenschutz sowie zum Klimaschutz, einen ökonomischen Systemwechsel im Sinne der Nachhaltigkeit und die Schaffung ausreichender, funktionierender Schutzgebiete. Sie fordern zudem eine Abwendung von der industrialisierten Agrarwirtschaft und neue politische Richtlinien zum generellen Schutz der Böden, Gewässer und Meere.

Die am Samstag mit Preisen bedachten Filme zeigen dabei das zerstörerische Handeln des Menschen schonungslos auf und sensibilisieren für die Schönheit der Natur. Ausgezeichnet wurden Produktionen etwa über das Aufwachsen von Löwenjungen in Botswana, über eine scheue, kaum erforschte Primatenart, über den Coca-Cola-Konzern, der laut Film jede Sekunde weltweit 4000 Plastikflaschen verkauft und die Müllberge wachsen lässt. Oder über das größte Unterwasserreservoir Europas und seine einmalige Artenvielfalt sowie über Frauen in einer indischen Recyclingfabrik, die Tonnen an Kleidung sortieren und sich über den westlichen Lebensstil Gedanken machen.

Preisgekrönt auch der Film über eine Idee zweier Jungs in Tansania für ein friedliches Nebeneinander von Menschen und Elefanten. Die Gesetze der Natur, die der Mensch immer wieder zu seinem Nutzen bricht waren ebenso Thema wie die mit ergreifender Musik erzählte Ursprünglichkeit rumänischer Wälder.

Festivalleiter Ralph Thoms zog ein positives Fazit zum Filmfestival. Er lobte die Qualität der Filme und die Besucherresonanz. Auch das Open Air auf dem Arsenalplatz war laut Thoms von Regenpausen abgesehen gut besucht.

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