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Kontrolle

Polizei erfasst Hunderte Maskenverstöße

Bei der ersten großen Maskenkontrolle des Polizeipräsidiums Ludwigsburg wurde gestern an vielen Bahnhöfen und in Zügen kontrolliert. Eine große Kontrolle fand am Ludwigsburger Bahnhof statt. Hier wurden Dutzende Menschen ohne Maske erwischt.

Einsatz am Ludwigsburger Bahnhof und in der S-Bahn: Sechs Beamte haben gestern überprüft, ob alle Passanten die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und an den Haltestellen einhalten.Fotos: Holm Wolschendorf (3), wa (1)
Einsatz am Ludwigsburger Bahnhof und in der S-Bahn: Sechs Beamte haben gestern überprüft, ob alle Passanten die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und an den Haltestellen einhalten. Foto: Holm Wolschendorf (3), wa (1)
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Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel, das die Polizei am gestrigen Donnerstag am Ludwigsburger Busbahnhof erlebt. Überall sitzen und gehen Menschen, die keine Maske aufhaben. Zwar setzen die meisten Leute ihre Maske auf, wenn die Polizei sie ermahnt. Kaum hat die Polizei ihnen aber den Rücken zugekehrt, schon sind wieder viele unbedeckte Gesichter zu sehen.

60 Beamte waren gestern bei der ersten Maskenkontrollaktion des Polizeipräsidiums im Einsatz. In vielen größeren Städten, etwa Böblingen, Herrenberg, Bietigheim oder Ludwigsburg, wurde an den Bahnhöfen und in Zügen kontrolliert.

Am Busbahnhof sitzen drei junge Mädchen. Jede hat zwar eine Maske auf, aber keine reicht über die Nase. Eine kurze Belehrung reicht, schon sitzen die Teile. Daneben wartet eine Frau und isst. Auch sie wird nur ermahnt, gleich wieder ihre Maske aufzusetzen. Ähnlich ergeht es dem Raucher. „Sie können noch fertig rauchen, dann setzen Sie bitte wieder Ihre Maske auf“, so der Polizist.

Die meisten Passanten sind kooperativ, so die Erfahrung der Polizei. „Alles okay“, sagt ein Mann und zieht nach der Ermahnung seine Maske hoch. „Ich dachte, man muss sie nur drin tragen.“ Tatsächlich scheinen viele Leute nicht zu wissen, dass man nicht nur in Bussen und Bahnen, sondern auch im Bahnhof, am Bahnsteig sowie an jeder Bushaltestelle und im gesamten Busbahnhof eine Maske tragen muss.

„Wir haben das Gefühl, dass das Maskentragen in letzter Zeit wieder etwas ins Hintertreffen geraten ist“, sagt Peter Widenhorn, der Pressesprecher der Polizei. Ziel sei es, mit dieser Aktion die Öffentlichkeit zu erreichen und zum Tragen der Masken zu bewegen. „Es geht um den Gesundheitsschutz.“

Wer dort, wo es Pflicht ist, keine Maske trägt, muss eigentlich ein Bußgeld zwischen 100 und 250 Euro bezahlen. Bei der Kontrolle in Ludwigsburg bleibt es aber bei Ermahnungen. Nur wer sich unkooperativ zeigt oder überhaupt keine Maske dabei hat, muss derzeit mit einem Bußgeld rechnen, so Widenhorn.

Nur ein junger Raucher ohne Maske wird am Busbahnhof frech. Er provoziert, schimpft auf die in seinen Augen blödsinnigen Regelungen und will dann nur auf Englisch angesprochen werden, weil er nicht so gut Deutsch spreche. Die Polizisten bleiben ruhig und höflich. Und am Ende zieht auch dieser Zeitgenosse seine Maske auf. Fragt sich nur, für wie lange.

Sowohl die Polizisten als auch einige der Ermahnten finden, dass es am Busbahnhof viel mehr Schilder bräuchte, die auf die Maskenpflicht hinweisen. Jeder Bus spuckt neue Passagiere aus, die sofort ihre Masken absetzen. An den Bushaltestellen in der Myliusstraße oder der Wilhelmstraße sieht es nicht anders aus. Immerhin setzen viele schnell ihre Masken auf, wenn sich die Polizei nähert. Und immer wieder die Ermahnungen der Polizisten: „Maske bitte aufziehen und auflassen, bis Sie am Ziel sind. Vielen Dank und einen schönen Tag noch.“

In der S-Bahn Richtung Marbach haben die meisten Passagiere eine Maske auf. Nur bei wenigen hängt sie unter der Nase. Zwei Männer haben keine Maske dabei. Sie entschuldigen sich und ziehen sich die Pullis ins Gesicht. Die Polizei lässt das durchgehen. Allerdings nicht ohne Ermahnung: „Wenn das der Schaffner sieht, schmeißt er Sie raus.“

Nach zwei Stunden endet diese Sisyphos-Aktion. Die Bilanz: Im Kreis Ludwigsburg wurden in den zwei Stunden 639 Maskenverstöße erfasst. 223 in Ludwigsburg, 250 in Bietigheim, dort wurde auch ein Bußgeldverfahren eingeleitet, 143 in Kornwestheim und 23 in Marbach.

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