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Sport

Praktisch jedes Wochenende ein Volkslauf

Bald beginnt wieder der Reigen der Volksläufe. Der Startschuss für den Kreis Ludwigsburg fällt am 18. März in Pleidelsheim. Die Auswertung für das Jahr 2016 stellt den Veranstaltern der Region ein gutes Zeugnis aus.

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Besonders Firmenläufe erfreuen sich großer Beliebtheit – der LKZ-Firmenlauf schaffte im vergangenen Jahr den Sprung auf Platz 8 der meistbesuchten Volksläufe in Württemberg.Archivfoto: Holm Wolschendorf
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Ludwigsburg. Vier Lauf-Events aus dem Kreis gehören zu den Top 10 in Württemberg. Der Bottwartal-Marathon, der von acht Vereinen unter Federführung des TSG Steinheim organisiert wird, taucht mit 4189 Läuferinnen und Läufern erneut an fünfter Position auf, direkt dahinter folgt der Ditzinger Lebenslauf mit 3527 Teilnehmern.

Erstmals den Sprung in die Spitzengruppe hat der LKZ-Firmenlauf geschafft (3032), den diese Zeitung mit dem MTV Ludwigsburg auf die Beine stellt. Das Spektakel rund um Monrepos hat sich auf den achten Platz geschoben, vorbei am traditionsreichen Bietigheimer Silvesterlauf (3027). Hätte der Veranstalter des Wüstenrot-Citylaufs in Ludwigsburg seine vollständige Finisherzahl an den Württembergischen Leichtathletik-Verband (WLV) übermittelt, wäre sogar ein Quintett aus dem Kreis Ludwigsburg unter den Top Ten des WLV vertreten gewesen. „Unsere Meldung ist wahrscheinlich nicht eingegangen“, muss Organisator Roy Fischer einräumen. Die in der Rangliste notierten 2134 Teilnehmer stimmen jedenfalls nicht, wie ein Blick in die Ergebnislisten des Zeitmessdienstleisters Abavent verrät. Die Addition der einzelnen Wettbewerbe und Altersklassen ergibt 4162, was Platz 6 hinter Bottwartal und vor Ditzingen entspräche.

Unabhängig von nackten Zahlen hat der Bottwartal-Marathon auch bei seiner 13. Auflage überzeugt. Bei der Abstimmung von über 13 000 Sportlerinnen und Sportlern im Läufer-Portal Marathon4you.de liegen die Bottwartäler erneut hoch im Kurs und dürfen sich mit dem Attribut „beliebtester Marathon in Baden-Württemberg“ schmücken. Darauf sind Cheforganisator Gerhard Petermann (TSG Steinheim) und seine Mannschaft zu Recht stolz: „Eine Auszeichnung, die uns motiviert, so tatkräftig weiterzumachen.“ Der Service an der landschaftlich traumhaften Strecke stimmt, mit dem Urmensch Ultra über 52 Kilometer wurde ein besonderer Akzent gesetzt, „mit dem wir uns von Mitbewerbern abheben“.

Längst seine eigene Note hat der Ditzinger Lebenslauf entwickelt. Dabei suchen sich die Teilnehmer persönliche Sponsoren (Freunde, Verwandte, Kollegen), die die gelaufenen Kilometer mit Geldspenden an den eingetragenen Verein Mukoviszidose honorieren. Bei der Premiere 1999 kamen so rund 6000 Kilometer zusammen, im vergangenen Jahr meldeten die Veranstalter 41 936! Die Spendeneinnahmen fließen in die Verbesserung der medizinischen und physiotherapeutischen Versorgung der Patienten sowie in Forschungsprojekte zur Weiterentwicklung von Therapien und Medikamenten.

Auf eine andere interessante Facette des Volkslaufgeschehens weist der WLV in seiner Bilanz hin. Neben dem gesundheitlichen Aspekt und dem Ausgleich zum Alltag rücke das Gemeinschaftserlebnis immer stärker in den Fokus. Weiter heißt es: „Mit drei Firmenlauf-Angeboten unter den Top Ten zeigt sich deutlich auch die zunehmende Bedeutung des Laufens in der betrieblichen Gesundheitsförderung der Unternehmen.“

Nicht die absolute Leistung, sondern der Spaß soll beim LKZ-Firmenlauf im Vordergrund stehen, wie Verlagsleiter Christian Maron betont: „Wenn der Chef im gleichen Laufshirt wie seine Mitarbeiter auf die Strecke geht, das sorgt für Gaudi.“ Parkplätze und Wege rund um das Seeschlösschen schränken freilich das weitere Wachstum ein. Bei 3500 Läufern sind die Kapazitäten erschöpft.

Eher rückläufig sind die Teilnehmerzahlen bei kleineren Läufen. Unterm Strich 322 Events in Württemberg im Jahr 2016 zeigen auf, dass praktisch jedes Wochenende mehrere Startmöglichkeiten bestehen. Der Kirchbachtal-Lauf in Sachsenheim-Ochsenbach zum Beispiel muss gegen übermächtige Konkurrenz anlaufen. Im vergangenen Jahr und auch 2017 wieder hat sich der Heilbronner Trollinger-Marathon dem TV Ochsenbach vor die Nase gesetzt. Rahel Baumgärtner vom Orgateam hat das Thema bei der Zusammenkunft der Laufveranstalter angesprochen – erfolglos. Die Großen und ihre potenten Sponsoren kümmern vereinbarte Terminpläne herzlich wenig. Sie wählen ihr Wochenende kurzfristig und nach eigenem Gutdünken – so auch die Macher des Stuttgart-Laufs.

Dabei bietet gerade der Kirbachtal-Lauf ein spezielles Erlebnis. „Bei uns geht es Berg und Tal durch Wald, Wiesen und Felder“, schwärmt Rahel Baumgärtner. Der Knaller ist der Stromberg-Extrem-Lauf mit 53,9 Kilometern und 1177 Höhenmetern. Beim Zieleinlauf auf der gesperrten Durchgangsstraße herrscht Volksfeststimmung. Eine einmalige Atmosphäre zeichnet auch den Bietigheimer Fackellauf aus, der um 22 Uhr gestartet wird. 200 brennende Fackeln weisen dem Läuferfeld den Weg durch die Nacht.