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Schulstart

Rektor: „Elterntaxis bitte vermeiden“

Am Montag beginnt für alle Schüler unter Coronabedingungen die Schule. Gespannt wird erwartet, wie sie alle zur Schule kommen. Im überfüllten Bus, im Elterntaxi oder doch mit dem Fahrrad?

Überfüllte Busse, Elterntaxis oder doch lieber auf dem Fahrrad, solange das Wetter noch schön ist? Mehr denn je stellt sich die Frage, wie die Schüler in die Schule kommen.Archivfotos: LKZ
Überfüllte Busse, Elterntaxis oder doch lieber auf dem Fahrrad, solange das Wetter noch schön ist? Mehr denn je stellt sich die Frage, wie die Schüler in die Schule kommen. Foto: LKZ
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Ludwigsburg. Etwas anders als sonst startet am Montag die Schule im Land. Denn wegen der Coronapandemie herrscht außerhalb der Klassenzimmer Maskenpflicht, außerdem sollen die Klassen nicht gemischt werden.

Doch in den Bussen wird es ab nächster Woche wohl wieder voll werden. Damit die Schüler nicht zu eng aufeinander sitzen, will das Land zusätzliche Schulbusse finanzieren. Die Landkreise, die für den Betrieb der Schulbusse zuständig sind, könnten mit der Unterstützung des Landes zusätzliche Fahrzeuge anmieten. Im Kreis Ludwigsburg werden zum Start des Schuljahres aber nicht mehr Schulbusse fahren als sonst, teilt das Landratsamt auf Anfrage mit. „Die Busse können ganz normal besetzt werden, denn es gilt ja Maskenpflicht in den Fahrzeugen“, begründet ein Sprecher die Entscheidung.

„Volle Busse sind nicht das große Problem“, sagt Mathias Hilbert, Rektor des Otto-Hahn-Gymnasiums. Vor allem bei den weiterführenden Schulen würden die Schüler aus vielen verschiedenen Richtungen kommen, etwa auch mit der S-Bahn oder dem Rad.

Lieber Bus anstatt mit dem Auto

Und es gibt die Schüler, die von ihren Eltern mit dem Auto zur Schule gefahren werden. Sogenannte Elterntaxis sind ein umstrittenes Thema. Die Eltern selbst wollen, dass ihre Kinder sicher in den Unterricht kommen. Auf der anderen Seite gefährden sie, wenn sie direkt vor der Schule halten, andere Schüler, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind.

Beim Bildungszentrum West wird deshalb darauf hingewiesen, dass die Schüler die Busse nutzen sollten, sagt Mathias Hilbert. Eltern, die ihre Kinder trotz allem zur Schule fahren, werden gebeten, nicht über die Kaiserstraße zu kommen, sondern ihre Kinder an der Rundsporthalle aussteigen zu lassen. Dort seien vor zwei Jahren bewusst Parkplätze dafür eingerichtet worden. Der Großteil der Eltern würde sich auch daran halten, so Hilbert.

„Ich glaube, jetzt sind Elterntaxis erst mal ein kleineres Problem, weil uns sonnige Tage bevorstehen“, sagt Dorothee Hoff. Im Winter könnten sich die Elterntaxis wieder vermehren. Die Rektorin der Grundschule Hoheneck kennt sich mit dem Thema aus. Im vergangenen Jahr demonstrierten viele ihrer Schüler mit bunten Plakaten gegen die Privatkutsche. Jahrelang sorgten dort herbeifahrende Eltern für Ärger, die die Sackgasse vor der Grundschule verstopften. 2015 wurde in Hoheneck schließlich der erste Elternhalt in Ludwigsburg eingerichtet. Diese sollten verhindern, dass Eltern direkt bis vor die Schule fahren und ihre Kinder auf der dortigen Wendeplatte aussteigen lassen.

Die meisten Eltern würden sich daran halten, sagt Dorothee Hoff. Und den anderen müsse es eben immer wieder erklärt werden. Davon bekommt die Schulleitung Unterstützung. „Die Polizei hat schon angefragt, wann sie nächste Woche kommen soll“, sagt die Rektorin. Polizeibeamte würden dann zumindest am Anfang des Schuljahres Eltern, die bis vor die Schule fahren, auf die Gefahren aufmerksam machen. Auch bei den Elternabenden soll darauf hingewiesen werden.

In die Grundschule geht es zu Fuß

Viele Kinder würden aber sowieso zu Fuß an die Grundschule Hoheneck kommen, sagt Hoff. Sie laufen gemeinsam, mit dem „Bus auf Beinen“. „In Coronazeiten plädieren wir dafür, dass die Kinder klassenweise miteinander laufen, um die Gruppen auf dem Schulweg auch getrennt zu halten“, so Dorothee Hoff. Auch an die Schlösslesfeldschule kommen die Kinder mit dem „Bus auf Beinen“. „Dafür werben wir jedes Schuljahr sehr aktiv“, sagt Rektorin Christine Schumann.

Doch da die Grundschule ein Ganztagsprofil hat, kommen auch Schüler aus anderen Stadtteilen. Einige werden von ihren Eltern gefahren, so Schumann. Man werde sich die Situation zum Schulbeginn anschauen und im Notfall gemeinsam mit der Stadt Konsequenzen überlegen. „Zunehmend bringen Eltern ihre Kinder aber auch mit dem Fahrrad in die Schule“, fügt Schumann hinzu. Da werde gerade geschaut, dass genug Plätze zum Abstellen zur Verfügung stehen.

Das Fahrrad scheint sowieso das Verkehrsmittel der Stunde. Seit die Coronakrise das Land im Griff hält, ist der Verkauf von Rädern in die Höhe geschnellt. Wolfgang Medinger, der Rektor des Goethe-Gymnasiums in der Innenstadt, rechnet damit, dass es ab Montag wieder richtig voll auf den Radwegen zu den Schulen wird. „Das Wetter ist gut, die Schulen wieder in voller Besetzung.“

Medinger ist daher auch froh, dass mehrere Radverbindungen zu den Schulen (Text unten) in den vergangenen Wochen verbessert wurden. Außerdem freut er sich, dass es um sein Gymnasium mittlerweile viele Fahrradstellplätze gibt. In seinem aktuellen Elternbrief wirbt Medinger für das Fahrrad als Verkehrsmittel zur Schule. „Auch gegen die Nutzung von Bus und Bahn spricht nach unseren Erkenntnissen nichts.“ Von einer Sache hält Medinger aber nicht viel. In seinem Brief heißt es dazu: „Elterntaxis bitte soweit möglich vermeiden!“

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