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blühendes barock
Römer erobern den Schlossgarten

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Aus 450 000 Kürbissen entsteht Ausstellung – Zwölf Figuren laden zu Zeitreise ein – Sortenschau mit neuem Rekord

Ludwigsburg. Cäsar kam, sah und siegte. Daran hat sich in 2000 Jahren nichts geändert. Jetzt hat der römische Feldherr das Blühende Barock erobert: Die 18. Kürbisausstellung steht unter dem Thema „Das alte Rom“. Das herbstliche Wetter gestern am ersten Veranstaltungstag sah Blüba-Chef Volker Kugel gelassen: „Das tut uns nicht weh“, sagte er. Im Gegenteil: Im Vorjahr, bei einer Temperatur von 34 Grad zum Auftakt, hätten die Kürbisse, mit denen die zwölf überdimensionalen Figuren behängt sind, regelrecht gekocht, erinnerte er sich.

Ob Sonnenschein oder bewölkter Himmel: Der Besuch der Kürbisausstellung ist ein besonderes Erlebnis. Kürbisse dienen als Dekoration, werden verkauft, können in vielen Variationen verzehrt und in erster Linie bestaunt werden: Aus 450 000 dieser Früchte in leuchtenden Farben ist eine einzigartige, faszinierende Welt erschaffen worden. Kugel rechnet mit rund 180 000 Besuchern in den nächsten acht Wochen. Realisiert wird dieses Projekt seit dem Jahr 2000 in Kooperation mit der Jucker Farm aus der Schweiz.

„Auf der grünen Wiese ist eine einzigartige Landschaft entstanden“, zeigte sich Bert Jucker von der Ludwigsburger Kürbisausstellung beeindruckt. Der Schweizer ist quasi der Erfinder der Kürbissausstellung. „Kürbisse liegen im Trend. Das ist ein Nahrungsmittel, das den Zeitgeist trifft und in seiner Farben- und Formenvielfalt einfach toll aussieht“, sagte er. Die Zufriedenheit der Besucher und der wirtschaftliche Erfolg einer Veranstaltung schließen sich seiner Meinung nach nicht aus. Für ihn ist die Kombination von Natur und Erlebnis ideal, um Menschen glücklich zu machen.

In diesem Jahr sind die Ausstellungsmacher sehr zufrieden: „Wir haben ein gutes Kürbisjahr“, lobte Alisa Ühle vom Organisationsteam der Ausstellung die Qualität der Früchte. So ließen sich die Figuren aus Holz, vom künstlerischen Leiter Pit Ruge geschaffen, wunderbar gestalten, zeigte sie sich von den Ergebnis begeistert.

Die Wölfin, die der Sage nach Romulus und Remus säugte, ist ebenso zu bestaunen wie kämpfende Gladiatoren, ein Aquädukt, Feldherr Julius Cäsar auf einem Streitwagen oder Göttervater Jupiter. Auch wenn es sich bei Asterix und Obelix um Comicfiguren handelt, dürfen diese beiden beliebten Figuren bei dieser Zeitreise einfach nicht fehlen.

Die einzigartigen Skulpturen sind aber nicht die einzige Attraktion. Bei einer Reihe von Veranstaltungen dreht es sich bis zum 5. November rund um den Kürbis. Ab Samstag, 9. September, wird eine unglaubliche Sortenvielfalt– jenseits gängiger Sorten wie Butternut und Hokkaido – ausgestellt. „Ich hoffe, dass dieses Jahr ein neuer Rekord aufgestellt wird“, sagte Stefan Hinner, der seit 15 Jahren dem Organisationsteam angehört. Im Vorjahr waren 647 verschiedene Sorten zu bestaunen. „Sogar ich als Garten-Profi bin immer wieder erstaunt, welche Farben und Formen im Kürbisreich möglich sind“, so Kugel.

Von Jens Eisenmann aus Rielingshausen stammen 80 Prozent der Kürbisse, die jetzt für den Aufbau verwendet worden sind. Damit sie rechtzeitig reif sind, hat er diese in Gewächshäusern vorgezogen. Außerdem hat er viele seltene Sorten angebaut, insgesamt 750 an der Zahl. Dazu gehören der rosafarbene Hokkaido, der im Vergleich zu seinem roten Bruder über einen fruchtigeren Geschmack verfügt, und der Muskade de Provence im Miniaturformat. Mit dem Kürbisjahr ist der Experte zufrieden, obwohl der späte Frost im Frühjahr, Trockenheit und Starkregen im Sommer den Landwirten zu schaffen machten.

An den kommenden Wochenenden finden viele Veranstaltungen im Blüba statt. Je schwerer, desto besser, heißt es bei den Meisterschaften im Kürbiswiegen: Im Blüba wurde im vergangenen Jahr der Weltrekord geknackt. Mathias Willemijns aus Belgien hatte den mit 1190,5 Kilogramm schwersten Kürbis der Welt gezüchtet.