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Neues Ausstellungsstück

Rofa wandert ins Museum

Rechtzeitig zur Wiedereröffnung ist der Leuchtschriftzug der Rockfabrik im MIK zu bestaunen

Der Leucht-Schriftzug ist jetzt im Ludwigsburg Museum. Foto: Andreas Becker
Der Leucht-Schriftzug ist jetzt im Ludwigsburg Museum. Foto: Andreas Becker

Ludwigsburg. Auch das Ludwigsburg Museum im MIK wird nach einer wochenlangen Schließzeit am Dienstag nächste Woche wieder seine Tore öffnen. Allerdings unter strengen Sicherheitsvorkehrungen: Ein Mundschutz ist Pflicht, außerdem dürfen nur zehn Personen gleichzeitig in die Ausstellung.

Zur Wiedereröffnung zeigt das Museum die neue Schau „Pax Day“. In der haben die Besucher die Möglichkeit, den städtischen Haushalt zu übernehmen. Jeder Besucher erhält dafür Münzen im Wert von zehn Millionen Euro und bestimmt als Schatzmeister Ludwigsburgs über die Ausgaben. Da eine klassische Vernissage aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht stattfinden kann, gibt das Museum ab Donnerstag auf seinen Social-Media-Kanälen Instagram und Facebook einen digitalen Einblick in die Ausstellung und zeigt Interviews mit Oberbürgermeister Matthias Knecht und dem Kämmerer Harald Kistler.

Alle Besucher können ab Dienstag auch das neueste Ausstellungsstück bestaunen: Den Neon-Leuchtschriftzug, der jahrzehntelang über der DJ-Kanzel der Rockfabrik in der Weststadt hing. Der Schriftzug schmückt seit dieser Woche das Foyer des MIK. Die Rockfabrik musste letztes Jahr schließen.

„Uns war schnell klar, dass wir ein Stück der Rockfabrik fürs Museum haben wollen“, sagt Margit Röder, die für die Sammlung zuständig ist. Bereits kurz nach der Schließung der Rockfabrik hat das Museum daher Kontakt gesucht.

Gemeinsam mit Museumsleiterin Alke Hollwedel ist Margit Röder dann im Januar durch die Rockfabrik gegangen, hat sich von den ehemaligen Betreibern Geschichten angehört, Fotos angeschaut und nach einem perfekten Ausstellungsstück Ausschau gehalten. Mit der Leuchtschrift wurden sie fündig: „Die ist bei vielen Besuchern bestimmt noch ganz präsent“, sagt Röder. Auch auf vielen Rofa-Fotos aus den vergangenen 36 Jahren sei der Schriftzug zu sehen.

Frisch restauriert haben die Leuchtbuchstaben jetzt einen prominenten Platz erhalten. In vielen Besuchern werden sie Erinnerungen an ein Stück Stadtkultur wecken, das es – zumindest vorerst – nicht mehr gibt.

Schwierige Standortsuche

Noch immer ist unklar, ob es für die Rockfabrik an einem neuen Standort weitergeht. Seit vor rund einem Jahr klar wurde, dass der Mietvertrag in der Ludwigsburger Weststadt nicht verlängert wird, sind die Betreiber der Kultdisco auf Standortsuche. Doch bislang haben sie nach eigenen Angaben kein geeignetes Objekt gefunden. Rofa-Fans hatten Ende vergangenes Jahr Hoffnung geschöpft, als ein Areal im Bietigheimer Bogenviertel für einen Neuanfang im Gespräch war. Doch daraus ist bis dato nichts geworden.

Otto Rossbacher, einer der Rofa-Geschäftsführer, spricht von ungünstigen Zeiten, um nach einer Immobilie für eine Disco zu suchen. „Vor dem Hintergrund mit Corona lässt sich momentan niemand auf ein solches Projekt ein.“ (je)

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