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Blühendes Barock

Sandkunst und Urlaubsgefühl

Skulpturen aus Sand sind in den kommenden Wochen im Blühenden Barock zu sehen. Sechs inter-nationale Künstler schaffen in der Broderie im Nordgarten aus rund 350 Tonnen Sand eindrucksvolle Figuren zum Thema „Barock“.

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Ludwigsburg. Nicht nur Blüba-Chef Volker Kugel, der als Kind mit Begeisterung Sandburgen gebaut hat, kam beim Anblick der ersten fertigen Kunstwerke gestern ins Staunen und Schwärmen. Der Sandnachbau von Schloss Favorite zeigt sich anders als das Original ohne Baugerüst. „Da das Schloss derzeit saniert wird, haben wir dieses einmalige Fotomotiv aus Sand nachbauen lassen“, so Kugel. Zu bewundern sind aber auch das Konterfei des Württembergischen Königs Friedrich und die Krone des Hauses Württemberg.

„Das Wetter war bisher auf unserer Seite und alle Arbeiten haben bisher gut geklappt“, sagte Alisa Ühle vom Organisationsteam der Agentur Rosenblüten: Sie sei überzeugt davon, dass wie geplant sechs Skulpturen bei der offiziellen Eröffnung am kommenden Samstag fertig sein werden. Dabei arbeiten die Künstler Hand in Hand. Mit der Teamarbeit ist es dann aber vorbei: Von Samstag, 8. Juli, bis Mittwoch, 12. Juli, wetteifern sie beim Internationalen Sandskulpturen Wettbewerb um die Gunst der Blüba-Besucher. Diese dürfen ihre Stimme abgeben und ihren Lieblingssandkünstler wählen. „Uns geht es darum nicht die größten, aber die schönsten Kunstwerke aus Sand zu zeigen“, betonte Kugel.

So unterschiedlich die Themen sind, an denen die Sandkünstler arbeiten, jeder von ihnen erhält einen Sandblock, der aus 30 Tonnen Sand besteht. An den Start gehen der Australier Kevin Crawford, Benoit Dutherage aus Frankreich, Fergus Mulvany aus Irland, Michaela Ciappini aus Italien sowie Niall Magee aus den Niederlanden. Ebenfalls dabei ist dessen Landsmann Jeroen van de Flag, der die künstlerische Leitung übernommen hat. Gestern hat er erklärt, wie das Schnitzen der Sandskulpturen gelingt. Diese bestehen – garantiert ohne chemische Zusätze – aus Sand und Wasser. Verdichtung heißt das Zauberwort: Dafür wird der Sand, der sich in einer Verschalung befindet, Schicht für Schicht mit Hilfe von Maschinen verdichtet. Auf diese Weise entsteht ein Block aus hartem Sand, Jeroen van de Flag verglich die Festigkeit mit der eines weichen Sandsteins, den die Künstler mit Schaufeln, Spachteln und feinen Pinseln bearbeiten.

Ganz zum Schluss werden die fertigen Kunstwerke als Schutz vor Wind und Wetter mit einem Leim-Wasser-Gemisch eingesprüht. Etwa 40 Stunden, so der Niederländer, dauert es, bis eine Sandskulptur fertig ist. Nicht eingerechnet ist darin die Zeit, die für die Verdichtung benötigt wird. Ganz wichtig ist übrigens der Unterbau aus Sand, der Schwingungen abfängt und Regen aufsaugt.

Sand ist noch lange nicht gleich Sand: Die Firma Hubele aus Ludwigsburg hat den perfekten Stoff geliefert, den sie im Elsass abbaut und per Schiff nach Ludwigsburg transportiert. „Die einzelnen Sandkörner verhaken sich ineinander“, beschrieb Jeroen van de Flag, worauf es ankommt. Ganz anders ist dagegen der Sand an Stränden und der durch Wind und Wasser im Laufe der Zeit glatt geschliffen ist. Das Material der Sandskulpturen wird Ende des Jahres im Untergrund von Straßen verschwinden. „Versorgungsleitungen werden in Sand verlegt“, erklärte Hubele-Geschäftsführer Helmut Bärlin.

Auch die Besucher sind eingeladen, sich mit dem Material Sand zu beschäftigen: Am Sonntag, 30. Juli, geht es bei einem Wettbewerb darum, welche Familie die schönste Sandburg baut. Am Sonntag, 6. August, können die Blüba-Besucher sieben unterschiedliche Sandsorten – unter anderem von der Kanareninsel Lanzarote – ertasten. Viel Wasser ist im Spiel, wenn am Sonntag, 13. August, futuristische Tröpfelburgen entstehen. Mit einem Trichter und Sand in verschiedenen Farben werden am Sonntag, 27. August dekorative Flaschen gestaltet. Und weil Sand und Urlaubsstimmung zusammengehören, werden im Nordgarten Liegestühle aufgebaut, Eisshakes und andere Leckereien angeboten. Der Inhalt gut gefüllter Picknickkörbe wartet darauf, verzehrt zu werden.

Info: Sandkunst im Nordgarten Blühenden Barock, vom 8. Juli bis zum 31. August, von 7.30 bis 20.30 Uhr; Infos im Internet unter www.sandkunst-ludwigsburg.de.