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Schlammige Wege und tote Tiere am Seeschloss Monrepos in Ludwigsburg

Die Wege um das Ufer des Monrepos-Sees sind meist mehr Pfütze als Pfad – Auch die ansässige Tierwelt leidet laut Leseraussagen

Pfützen und Matsch zieren den unteren Teil des Uferwegs um den See im Monrepos. Foto: Holm Wolschendorf
Pfützen und Matsch zieren den unteren Teil des Uferwegs um den See im Monrepos. Foto: Holm Wolschendorf
Für Fußgänger ist der Pfad unbegehbar, viele weichen auf die nebenliegende Wiese aus. Foto: Holm Wolschendorf
Für Fußgänger ist der Pfad unbegehbar, viele weichen auf die nebenliegende Wiese aus. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Geht man zur jetzigen Zeit an der Domäne Monrepos um den See spazieren, sollte man sich ein gutes Paar Gummistiefel einpacken. Die Wege der Domäne sind auf der südlichen Seite des Sees komplett verschlammt und mit Pfützen bedeckt. Auch Lesern ist das schon sauer aufgestoßen und sie haben sich beschwert.

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Eindrücke von der Kapelleninsel im Monrepos

Natürlich sind die Wege im Herbst und Winter nicht im besten Zustand. Regen und Nässe weichen manche Teile des naturbelassenen Uferweges auf. Im Südosten des Sees ist die Lage aber am extremsten. Für über 100 Meter reiht sich hier Pfütze an Pfütze und Schlammpool an Schlammpool. Der einzige Ausweg für Fußgänger: der nebenliegende Acker. Die Spazierenden weichen auf die Wiese neben dem Weg aus, um nicht im Zentimetertiefen Matsch zu versinken. Dadurch wird auch die Wiese in Mitleidenschaft gezogen, wenn die Passanten jedes mal den eigentlich vorgesehen Pfad verlassen.

Manchen Fußgängern macht die Beschaffenheit wenig aus. Sie haben kein Problem damit, den kurzen Umweg zu gehen. Das Problem sehen sie eher bei Familien mit Kinderwägen. Die seien nicht so einfach auf die Rasenfläche zu bekommen und über den holprigen Acker zu schieben.

Den Verantwortlichen ist der Zustand bekannt

Die Hofkammer des Hauses Württemberg, die für das gesamte Gelände zuständig ist, weiß schon über diese Missstände bescheid. Sie teilt auf Nachfrage unserer Zeitung mit, dass die Domäne komplett in privatem Besitz und Finanzierung stehe. Im vergangenen Jahr habe es keine bereitgestellten Mittel gegeben, um die Trampelpfade zu sanieren und instand zu setzen. Es wurde der Fokus auf die Hauptwasserleitung gelegt, die die Domäne ungeplant erneuern musste. Das erklärt Rainer Setzer von der Hofkammer. Aber laut ihm plant die Hofkammer bereits seit einiger Zeit, die Wege wieder in Schuss zu bringen. Dann sollen sie nach dem historischen Vorbild verlegt werden, aktuell verfolgen die Pfade den ursprünglichen Plan nämlich nicht. Wann diese Sanierung der Wege stattfinden wird kann Rainer Setzer noch nicht genau festlegen. Es hänge vom Denkmalamt ab, ob Sie die Wege so erneuern dürfen, wie geplant. In diesem Jahr wird die Sanierung allerdings nicht stattfinden, da ist sich Setzer recht sicher, wenn dann beginnt der Umbau im kommenden Jahr.

Aber nicht nur die Qualität der Wege leidet seit ein paar Jahren. Auch die Tierwelt rund um den See hat schwer zu kämpfen. Erneut sind es Leserstimmen, die uns auf den Zustand der Tiere im Naherholungsgebiet aufmerksam machen. Angeblich würde dort mit Rattengift hantiert werden. Das beträfe aber nicht nur die Ratten, sondern auch diejenigen, die sich die Ratten zum Mittagessen genehmigen: Die Reiher. Lesern sei aufgefallen, dass die Population der Graureiher in den letzten Jahren immer weiter zurückgegangen ist.

Diese Behauptung kann die Hofkammer nur in Teilen bestätigen. Fakt ist, dass Köderboxen gegen Ratten auf dem Gelände der Domäne verteilt werden. „Durch achtlos weggeworfene Essensreste und die Fütterung von Eichhörnchen hatte sich die Anzahl der Ratten massiv erhöht, die auch tagsüber häufiger Spaziergängern begegnet sind", nennt Rainer Setzer als Hauptgrund. Dass sich diese Maßnahme auf die übrige Flora und Fauna ausgewirkt hat, konnte nicht festgestellt werden. Den Reihern ginge es am See pudelwohl.

Die Gänse sind das einzige tierische Problem

Das einzige Problem mit Tieren gebe es bei den Nil- und Graugänsen. Seit zwei Jahren haben sich diese in großen Mengen am Gelände angesiedelt und die heimischen Schwäne und Enten vertrieben. „In Zusammenarbeit mit dem Wildtiermanagement des Landratsamts Ludwigsburg versuchen wir, der Überpopulation der Gänse entgegenzuwirken", so Setzer. Durch Baumbrücken während der Brutzeit sollen Fressfeinde der Gänseeier leichter an die Beute kommen. Das hat im vergangenen Jahr bereits gut funktioniert, die ersten Enten sind wieder auf dem Gelände zu sehen. Rainer Setzer hofft, dass die heimischen Arten bald wieder in einer Vielzahl am See ansiedeln werden.

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