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Schleppertreffen

Schönheiten mit herbem Charme

Der Obst-und Gartenbauverein Neckarrems ist nicht nur dem Obstbau zugetan, sondern auch alten Schleppern und Maschinen, die einst in der Landwirtschaft eingesetzt waren. Am Sonntag wurden sie auf einer großen Schau präsentiert.

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Anfahrt der historischen Schlepper beim Sommerfest des OGV Neckarrems am Lehrgarten beim Rötelbrunnen. Fotos: Alfred Drossel
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Lisa Höger aus Affalterbach mit ihrer fünfjährigen Tochter Lena

Ludwigsburg. Bereits zum fünften Mal hat der Obst-und Gartenbauverein Neckarrems auf seinem Sommerfest im Lehrgarten beim Rötelbrunnen alte Schlepper und landwirtschaftliche Geräte präsentiert. Die Fahrer und Fahrerinnen von 45 alten Traktoren und anderen landwirtschaftlichen Fahrzeugen wurden von Vereinsvorstand Günther Glock begrüßt. Er stellte auch in kurzen Worten die Fahrzeuge vor.

Peter-Claus Lüdemann hatte die Veranstaltung wieder organisiert. Für die Fahrer aus der näherem Umgebung und aus dem nahen Rems-Murr-Kreis, ist die Veranstaltung beliebt. Vor allem die gemeinsame Anfahrt über Feldwege und durch die Wiesen und Äcker, die Feuerwehr immer voraus, kommt gut an.

Unterwegs mit der Tochter

Lisa Höger aus dem nahen Affalterbach ist zusammen mit ihrer fünfjährigen Tochter Lena auf ihrem Güldner G 15 angetuckert. Den Schlepper hat sie zur Hochzeit bekommen. Sie fährt mit ihm, so oft sie kann. Markus Rommel hat ein Glanzstück der Veranstaltung mitgebracht, ein Lanz Baujahr 1941. Das Fahrzeug ist sauber restauriert und läuft wie ein Uhrwerk. Der Schlepperfreund aus Hegnach investiert viel Zeit und Geld in sein Hobby.

Eberhard Pfitzenmayer aus Neckarrems fährt einen Mulag, Baujahr 1958. Das zwölf PS starke Fahrzeug leistet bis heute gute Dienste, ist also noch kein Museumsstück. Der Lanz von Max Lindenberger aus Aldingen wurde einst als Antriebsmaschine für eine Dreschmaschine genutzt. Später wurde der Schlepper zum Entfernen von Bäumen und Wurzeln eingesetzt. „Jetzt ist er im wohlverdienten Ruhestand“, ist auf einem mitgebrachten Schild zu lesen.

Ein ganz seltenes Stück hat Meik Melzer mitgebracht, einen Normag aus dem Jahre 1953, mit 15 PS. Die Motivation für das Treffen ist bei allen Fahrern gleich: „Fachsimpeln, Erfahrungen austauschen, Tipps bekommen für Ersatzteile“, sagt Max Lindenberger.

Über alles wird gesprochen, nur nicht über Geld. Da verrät keiner, wie viel er für sein Liebhaberstück bezahlt hat, spricht nicht darüber, wie viel es wert ist. „Wer will schon verkaufen, was er mühsam hergerichtet hat“, sagt Lindenberger. Für ihn sei es das Höchste, mit dem Traktor gemütlich auf der Landstraße zu einem Treffen zu fahren.

Über Geld spricht keiner

Für den Veranstalter, den Obst-und Gartenbauverein, ist das Schleppertreffen eine willkommene Bereicherung im Programm. Unter Obstbäumen entwickelten sich Dieselgespräche und wurden die tuckernde Schönheiten bewundert.