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Coronavirus

Schüler vorsorglich nach Hause geschickt

Kultusministerium verlangt Maßnahmen für alle, die sich in Südtirol aufgehalten haben – Auch Schullandheime und Schüleraustausche sind abgesagt

Sollen die nächste Woche zuhause bleiben: Schüler, die in Südtirol waren. Das Gebiet ist inzwischen zum Risikogebiet erklärt worden. Symbolfoto: oksix - stock.adobe.com
Sollen die nächste Woche zuhause bleiben: Schüler, die in Südtirol waren. Das Gebiet ist inzwischen zum Risikogebiet erklärt worden. Symbol Foto: oksix - stock.adobe.com

Ludwigsburg. Weil das Robert-Koch-Institut am späten Donnerstagabend Südtirol zum Risikogebiet für das Coronavirus eingestuft hat, reagierte das Kultusministerium umgehend. Es ordnete an, dass alle Personen an Schulen und Kindergärten, die sich in den vergangen zwei Wochen dort aufgehalten haben, vorsorglich nach Hause geschickt werden sollen. Gestern früh wurden denn auch an vielen Schulen einzelne Schüler vom Unterricht befreit.

Am Schiller-Gymnasium waren etwa zehn bis 15 Schüler betroffen, die sich nach einer Durchsage gemeldet haben. Am Goethe-Gymnasium wurden 22 Kinder nach Hause geschickt, am Otto-Hahn-Gymnasium waren es „etwa ein Dutzend“. Die Schüler sollen bis Ende nächster Woche daheim bleiben. Auch aus Realschulen und Grundschulen mussten sich Kinder wieder auf den Heimweg machen. Eine Mutter brach den Sportkurs ab, weil ihr Grundschulkind, ebenfalls aus dem neu definierten Risikogebiet, vor der Haustür stand.

Inzwischen mehren sich die Hinweise auf Veranstaltungen, die abgesagt werden. An der Realschule Pattonville wurde kurzerhand der Tag der offenen Tür über einen Hinweis am Eingang wegen des Coronavirus abgesagt. Auch sonst fällt vieles flach: An Ludwigsburger Gymnasien gehen auch vom Ausland Absagen ein, so etwa aus der Schweiz mit der Absage des Schüleraustauschs mit Genf, den Schiller- und Mörike-Gymnasium pflegen. Den Austausch mit Ludwigsburgs Partnerstadt Montbéliard hat Schulleiter Ulrich von Sanden selbst abgesagt, nachdem aus Frankreich verlangt wurde, er müsse garantieren, dass sich kein Schüler mit dem Coronavirus angesteckt habe.

Auch Schullandheim-Aufenthalte werden abgesagt. Das Otto-Hahn-Gymnasium hatte eigentlich einen Aufenthalt in Südtirol nächste Woche geplant, der jetzt ins Wasser fällt. „Das haben wir abgesagt“, so Eric Krampitz, der stellvertretende Schulleiter. Im Goethe-Gymnasium mussten gleich drei Schullandheime abgesagt werden, dazu ein Schüleraustausch für die Italienischklassen mit Turin. Etwa 120 Schüler sind betroffen, berichtet Rektor Wolfgang Medinger. Unklar war zunächst, wer für die Stornierung der Reisen aufkommt, wofür einige tausend Euro anfallen. Inzwischen hat sich das Land bereiterklärt, einzuspringen.

All das macht in den Schulen viel Arbeit, Eltern werden angeschrieben, Anträge auf Kostenübernahme an das Kultusministerium formuliert. Dabei ist noch nicht klar, wie mit den Schülern verfahren wird, die Kontakt mit den Schülern aus Risikogebieten hatten. Das Kultusministerium erklärt, dass diese Personen weiterhin am Unterricht teilnehmen können. „Es ist eine Gratwanderung, wir können aber auch nicht die ganze Schule schließen“, so von Sanden. Immerhin haben ungeachtet der möglichen Ansteckungsgefahren gestern die Berufsschullehrer im Forum am Schlosspark getagt. Erwartet wurde Kultusministerin Susanne Eisenmann.

Angesichts der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus hat dagegen die Stadtverwaltung beschlossen, die für gestern Abend geplante Sportlerehrung im Scala Ludwigsburg abzusagen. Die Ehrung der erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler soll zu einem späteren Termin nachgeholt werden, heißt es.

Im Sport selbst ist es noch ruhig. Beim MTV Ludwigsburg wurde bislang noch keine (Sport-) Veranstaltung abgesagt. „Wir beobachten das, bislang haben wir Hygienehinweise ausgehängt“, so Vizechef Franz Weckesser. Dagegen hat der Hockeyverband Baden-Württemberg alle restlichen Hallenspiele abgesagt, in einigen Ligen entfallen damit die Spiele um die Meisterschaft.

Auch im Kreishaus wird reagiert: Aufgrund der starken Inanspruchnahme des Personals durch Covid-19 wurde die für kommenden Montag, 9. März, im Kreishaus geplante Informationsveranstaltung zum Masernschutzgesetz abgesagt. Rund 320 Eingeladene hatten sich zu der Veranstaltung angemeldet.

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