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Residenzschloss

Sehr beliebt bei Brautpaaren und Tagesbesuchern

Das Ludwigsburger Schloss zieht Tagestouristen ebenso an wie Hochzeitspaare, die in einer Traumkulisse heiraten wollen. Es scheint, als ob das Schloss auch in diesem Jahr an den Besucherrekord mit mehr als 350 000 Besuchern im Vorjahr anknüpfen kann.

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Im Schlosshof starten viele Stadtführungen. Auch sonst tummeln sich hier viele Tagesbesucher.Fotos: Holm Wolschendorf
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Beim Kindergeburtstag wird viel gelacht.
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Das Brautpaar Ancona posiert für den Hochzeitsfotografen.
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Meßner Ditmar Kirn betreut Hochzeiten in der Ordenskapelle.
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Hannah (re.) chillt mit ihrer Schwester Kathrin im Schlosshof.

Ludwigsburg. An den Wochenenden ist der Andrang besonders groß. Das Wachhäuschen am Eingang dient nur noch als Fotomotiv, deshalb stehen die Mitarbeiter der Schlosswache einige Meter vor dem hohen Eisentor. Kein Weg führt an diesem Samstagnachmittag an Christian Skora vorbei. Er hält eine Liste in der Hand, auf der alle anstehenden Veranstaltungen, die an diesem Tag im Schloss stattfinden, stehen.

Fünf standesamtliche und eine kirchliche Trauung sind für diesen Tag angesetzt. Zwei von ihnen haben für die anschließende Feier Räume im Schloss angemietet. Außerdem haben sich sechs Hochzeitspaare angemeldet, die sich im und vor dem Schloss ablichten lassen wollen. „Normalerweise sind das 15 bis 20 Paare, die sich hier fotografieren lassen“, sagt Skora, als gerade ein weißer, geschmückter Oldtimer durch das Tor fährt. Für ihn und seine Kollegen von der Schlosswache, an diesem Tag sind Ole Lambrecht und Samir El Midani im Einsatz, ist das „normales Tagesgeschäft“. Zwei Mitarbeiter der Schlosswache sind immer da. „Tag und Nacht an 365 Tagen im Jahr“, wie Skora erklärt.

Kein Tag wie jeder andere ist der 11. August dagegen für Kathrin und Michele Ancona aus Asperg. Im Spielepavillion hat ihre standesamtliche Trauung mit rund 40 Gästen stattgefunden. Der Bräutigam schwärmt von dem „tollen Ambiente“ des Schlosses, das eine traumhafte Kulisse für das sympathische Paar bildet. Wie lange sie sich kennen? „Zwei Wochen“, scherzt Michele Ancona und verrät später, dass seine Frau und er bereits seit neun Jahren zusammen sind.

Der Blick auf Hochzeitspaare und vor allem das einzigartige Schlossflair lässt sich wunderbar im Innenhof genießen, in dem Liegestühle aufgebaut sind. Dort chillen die 22-jährige Hannah Paral und ihre Schwester Kathrin, beide stammen aus den USA. „Das ist eine tolle Kulisse“, schwärmt Hannah Paral, die für ihr Studium der Betriebswirtschaftslehre ihren Wohnort Chicago gegen Tübingen getauscht hat. Zwei Wochen lang hat sie Besuch von ihrer Schwester. Das Barockschloss, das mit 452 Zimmern größer ist als der Londoner Buckingham Palast, finden beide Frauen „fantastisch“.

Regelmäßig hält sich dagegen Ditmar Kirn im Schloss auf: Der Meßner der Ordenskapelle sorgt dafür, dass alles schön hergerichtet ist, wenn die Brautpaare auf den mit weißen Hussen bezogenen Stühlen vor dem Altar Platz nehmen. Auf mehrere Hundert schätzt er die Zahl der Hochzeiten, die er in den vergangenen sechs Jahren, in denen er im Amt ist, betreut hat. Er selbst kann die Ordenskapelle als Hochzeitslocation nur empfehlen: „Im September ist es 36 Jahre her, seit meine Frau Brigitte und ich hier geheiratet haben“, erzählt er.

Die Termine für die Hochzeiten, ob kirchlich oder standesamtlich, werden individuell vereinbart. Fix sind jedoch die Uhrzeiten, an denen der Brunnen im Innenhof zum Treffpunkt für regelmäßige Stadtführungen wird. Schon vor 14 Uhr trudeln die ersten Teilnehmer ein. Viele Tagesbesucher nutzen die Gelegenheit, das Schloss, seine Gemächer und die Museen zu besichtigen. Sommerzeit ist schließlich Ausflugszeit.

Auch im Kinderreich kann der Nachwuchs jeden Samstag- und Sonntagmittag in die Welt von Königs und Co. eintauchen. Nergis Songün erzählt, wie sich das Leben bei Hofe vor 300 Jahren anfühlte. Eine Führung durch das Schloss inklusive Verkleidung als Prinzessin und Prinzen und Tafeln bei Kakao und Kuchen haben die Geburtstagsgäste von Lara bereits hinter sich. Ihr Vater Patrick Konnerth aus Ludwigsburg hat für seine zehnjährige Tochter und ihre Gäste eine ganz besondere Geburtstagsfeier organisiert. Jetzt sind die Mädchen und Jungen damit beschäftigt, mit verbundenen Augen nach einer Piñata, einer Figur aus Pappmaché zu schlagen. Konnerth hat darin Süßigkeiten versteckt. Groß ist das Geschrei, als die Hülle zerstört wird und der Inhalt zum Vorschein kommt. Von diesem Treiben bekommen die Hochzeitsgäste nichts mit, die im einzigartigen Ambiente des Festinbaus tafeln.

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