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Castoren

Sicherheitsstufe eins am Neckar

Der Schubverband mit den Schubschiffen „Edda“ und dem Ersatzschiff „Ronja“ sowie dem 104 Meter langen „Lastdrager 40“, die bisher am GKN festgemacht hatten, ist gestern früh in Richtung Obrigheim gestartet, um die ersten Castoren aufzunehmen und ins Zwischenlager nach Neckarwestheim zu holen. Bei der Leerfahrt hat die Polizei ihr Sicherheitskonzept überprüft.

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Der Schubverband startet in Neckarwestheim, um die ersten Castorbehälter in Obrigheim aufzunehmen. Die Polizei sichert die Strecke am Neckar.Fotos: Alfred Drossel
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Fluss und Schubverband im Blick: Polizeibeamte an der Schleuse.

Ludwigsburg. Kurz nach Mitternacht war Dienstbeginn für die Beamten der Bereitschaftspolizei Göppingen, die federführend für die Begleitung des Atomtransports auf dem Neckar ist. Die Beamten der Wasserschutzpolizei besetzten ihre Schiffe und Boote gegen 3 Uhr. Die Besatzung des Schubverbands traf bereits am Sonntag die ersten Vorbereitungen zum Ablegen der Schiffe. Um 5.20 Uhr hieß es dann Leinen los, denn die Schleuse Lauffen hat um 6 Uhr ihren Betrieb wieder aufgenommen. Die Polizei hat Absperrgitter im Schleusenbereich anbringen lassen, die Schleusen-Webcam war abgeschaltet. Der Autoverkehr auf der B 27 war möglich, anhalten allerdings nicht erlaubt. Der Zugang der zweiten Schleuse in Horkheim wurde von Polizisten abgesperrt. Insgesamt gibt es sechs Schleusen auf der rund 50 Flusskilometer langen Strecke bis Obrigheim.

Auf dem Neckar patrouillierten Polizeischiffe und Boote. In der Luft begleiteten zeitweise Hubschrauber den Schiffskonvoi. Der Aufwand der Sicherheitskräfte ist enorm und ließ schon beim Leertransport erahnen, in welchem Umfang die Transportstrecke beim tatsächlichen Castor-transport gesichert wird. Entlang der Strecke werden dann auch Verkehrsbehinderungen erwartet. Atomkraftgegner hatten lediglich auf dem Campingplatz von Gundelsheim eine Mahnwache eingerichtet, die während der Schiffstransporte fortbestehen soll. Insgesamt sind fünf Transporte mit je drei Castorbehältern im Abstand von mehreren Wochen geplant. Nach Ankunft des Schubverbandes gegen 15.30 Uhr in Obrigheim wurde mit den Vorbereitungen zum Verladen der drei Castorbehälter begonnen. Zunächst wurde angenommen, dass es am Mittwoch wieder Richtung Neckarwestheim geht. Es könnte aber auch schon früher sein. Er soll knapp zehn Stunden dauern. Die Entladung der Behälter könnte dann am Donnerstag stattfinden.

Neckarwestheims Bürgermeister Jochen Winkler nannte den Transport eine Enttäuschung. Wie berichtet, unterlag die Gemeinde vor dem Verwaltungsgericht Berlin, als sie den Transport mit einem Eilantrag zumindest verzögern wollte: „Ich schließe eine Beschwerde gegen das Urteil nicht aus – aber es wäre sehr ärgerlich, wenn bis zu einer weiteren Entscheidung bereits einige Transporte erfolgt wären.“