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E-Scooter

Sieben neue Abstellflächen für E-Scooter

Seit rund einem Vierteljahr gibt es in der Stadt ein neues Mobilitätsangebot: E-Scooter. Die Betreiber ziehen eine positive Bilanz und sind überrascht, wie gut die E-Scooter auch in einigen Stadtteilen gebucht werden. Trotzdem sehen die Mobilitätsexperten im Rathaus noch Verbesserungsbedarf.

Symbolbild: Holm Wolschendorf
Symbolbild: Holm Wolschendorf
Das neue Mobilitätsangebot wird trotz der vergleichsweise hohen Preise gut angenommen. Archivfotos: Ramona Theiss, privat
Das neue Mobilitätsangebot wird trotz der vergleichsweise hohen Preise gut angenommen. Foto: Ramona Theiss, privat
Günstig geparkt...
Günstig geparkt...
...gedankenlos abgestellt.
...gedankenlos abgestellt.

Wie zufrieden ist die Stadt mit der Einführung der Roller mit Elektroantrieb? „Bisher haben wir keinen Unfall mit einem E-Roller zu verzeichnen“, beginnt Matthias Knobloch, im Rathaus für Nachhaltige Mobilität zuständig, mit der guten Nachricht. „Die Polizei hat uns von Alkoholverstößen in geringem Umfang berichtet“, so Knobloch im Gespräch mit unserer Zeitung. Was einige Nutzer offenbar vergessen: „Es gilt die gleiche Promillegrenze wie beim Autofahren.“ Erfreulicherweise gebe es noch keinerlei Schäden durch Vandalismus an den Fahrzeugen zu verzeichnen. „Bisher mussten wir auch noch keinen E-Scooter aus dem Neckar fischen.“

„Wenn es ums Abstellen geht, müssen wir noch mehr Aufklärungsarbeit leisten.“

Matthias Knobloch
Fachbereichsleiter für Nachhaltige Mobilität

Trotzdem läuft nicht alles reibungslos mit dem neuen Verkehrsmittel in Ludwigsburg. „Wenn es ums Abstellen geht, müssen wir noch mehr Aufklärungsarbeit leisten“, räumt Knobloch ein. „Wir brauchen mehr Sensibilität bei den Nutzern.“ Denn nicht nur unsere Zeitung erreichen zahlreiche Leserzuschriften wegen E-Scootern, die gedankenlos abgestellt werden. Auch im Rathaus drehen sich viele Beschwerden um die „Neuen“ im Straßenbild. Längst nicht alle Nutzer stellen den E-Scooter nach der Fahrt so ab, dass er andere Verkehrsteilnehmer oder Anwohner nicht stört. „Wir sind mit den Anbietern im Gespräch, sehr schmale Gehwege als Parkverbotszonen auszuweisen“, berichtet Knobloch.

Bisher gibt es vier sogenannte Hubs, zum Beispiel am Bahnhof. Das sind gesondert ausgewiesene Abstellflächen für E-Scooter. Ansonsten stehen die 300 Elektroroller überall im Stadtgebiet verteilt und können jeweils über die passende App auf dem Smartphone geortet werden. Das Besondere am E-Scooter: Sie können (fast) überall stehengelassen werden. Trotzdem will die Stadt jetzt noch sieben weitere Abstellflächen einrichten, um für mehr Ordnung zu sorgen. Die neuen Standorte sind in der Groenerstraße (Gewerbegebiet Weststadt), im Straßenäcker und der Tammer Straße (Eglosheim), in der Wilhelm-Nagel-Straße (Hoheneck), beim Kaufland Ost und am Berliner Platz (Oststadt) sowie am Wettemarkt (Oßweil).

Die Anbieter TIER Mobility und Zeus Scooters sind mit den ersten drei Monaten zufrieden. „Unser Service wird sehr gut angenommen und wir konnten in den ersten 100 Tagen bereits rund 40000 Fahrten mit unseren E-Scootern verzeichnen“, sagt Anna Lauffer, Regional Managerin Süddeutschland bei TIER. „Gerade jetzt im Sommer sehen wir, dass der Bedarf an individuellen Mobilitätsoptionen weiter steigt, denn unsere E-Scooter sind ideal für diejenigen, die sicher, flexibel und an der frischen Luft unterwegs sein möchten.“

„Wir sind sehr zufrieden. Wir hatten bisher um die 16000 Fahrten, mit welchen circa 36000 Kilometer zurückgelegt wurden“, so Zuhal Kocak (Zeus Scooters). Beim Anbieter schätzt man den engen Austausch mit der Stadtverwaltung. „Die Kooperation mit der Stadt läuft sehr gut. Wir haben uns auch am Mobilitätstag auf dem Rathaushof beteiligt.“ Dort und über andere Kanäle haben die Mitarbeiter Rückmeldungen gegeben. „Wir bekommen viel positives Feedback in Bezug auf die stabile Bauweise unserer E-Scooter, gerade im Hinblick auf das dritte Rad bezogen. Das gute Sicherheitsgefühl, gerade in Kurven und bei Regen, wird daher oft angesprochen von unseren Kunden“, so Zuhal Kocak.

Kritik war zu Beginn aufgekommen, weil die Anbieter zwar mit der Stadt vereinbart hatten, dass die Versorgungsfahrten mit E-Autos geleistet werden. LKZ-Leser hatten beobachtet, dass die Fahrzeuge, die die aufgeladenen Akkus verteilen, Dieselautos sind. Der Anbieter Zeus nutzt laut Knobloch inzwischen ein Elektrofahrzeug. TIER Mobility warte noch auf das bestellte Fahrzeug, werde aber in Kürze die Versorgungsfahrten in der Innenstadt per Lastenrad erledigen.

Tolles Angebot oder Lästiger Elektroschrott? Wie sehen unsere Leser das Angebot? Nutzen Sie die E-Scooter? Schreiben Sie uns an leserbriefe@lkz.de.

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