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Innenstadt

Sonniger Samstag lockt viele Menschen nach draußen in die Ludwigsburger Innenstadt

Das frühlingshafte Wetter am Samstag sorgte für eine volle Innenstadt. Menschen genießen italienisches Eis und französisches Flair. Auf dem Arsenalplatz kann man zum Tag des Archivs in die Geschichte eintauchen.

Auf dem Marktplatz genießen Ludwigsburger Eis und kühle Getränke. Foto: Holm Wolschendorf
Auf dem Marktplatz genießen Ludwigsburger Eis und kühle Getränke. Foto: Holm Wolschendorf
Anstoßen mit Champagner und Wein: Französisches Flair auf dem Rathaushof. Foto: Holm Wolschendorf
Anstoßen mit Champagner und Wein: Französisches Flair auf dem Rathaushof. Foto: Holm Wolschendorf
Eisverkäuferin Monika Szukalska hat alle Hände voll zu tun. Foto: Holm Wolschendorf
Eisverkäuferin Monika Szukalska hat alle Hände voll zu tun. Foto: Holm Wolschendorf
Das Staatsarchiv bietet auf der Pop-Up-Fläche am Arsenalplatz Aktionen für Kinder an. Foto: Holm Wolschendorf
Das Staatsarchiv bietet auf der Pop-Up-Fläche am Arsenalplatz Aktionen für Kinder an. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Die Sonne schien vom azurblauen Himmel und auch wenn noch ein kühler Ostwind wehte, war die Innenstadt am Samstag dicht bevölkert. Den ersten Eisbecher der Saison genießen und nach dem grauen Winter Frühlingsluft schnuppern – so lautete die Devise.

So herrschte im Eiscafé Olivier an der Wilhelmstraße Hochbetrieb und Geschäftsführer Michael Betz freute sich über den Andrang. Seit das Eiscafé nach der Winterpause wieder eröffnet hat, scheint die Sonne. Es ist fast wie in Italien. „Das brauchen die Menschen, sie sind dann alle gleich viel besser drauf“, sagte Michael Betz. Auf der Terrasse gab es keinen freien Platz mehr und Eiswaffeln zum Mitnehmen standen hoch im Kurs.

Tulpenstrauß vom Markt als Frühlingsgruß

Auch auf dem Marktplatz waren Sonnenplätze im Außenbereich begehrt. Etwa im Eiscafé Baci, wo die Familie Rommel aus Ludwigsburg Platz genommen hatte und den Einkauf auf dem Markt mit Eis und spritzigen Getränken krönte. Jeden Samstag besucht die Familie Rommel den Markt. Zu Fuß versteht sich. Im Einkaufstrolley wird dann stets alles Erworbene verstaut und am Samstag befand sich zuoberst ein stattlicher Tulpenstrauß als Frühlingsgruß.

Nebenan stärkte sich eine Gruppe junger Männer mit stark Koffeinhaltigem und stimmte sich schon mal auf eine abendliche Après-Ski-Party in Ditzingen ein. Einer trug da bereits am frühen Nachmittag die sportliche Skibrille, die Piste schien zu locken. „Wir nehmen uns das Recht raus zu feiern“, meinte einer.

Flammkuchen und Champagner auf dem Rathaushof

Auf dem Rathaushof hatte derweil das frankophile Leben Einzug gehalten. Der Französische Markt stand beim Publikum hoch im Kurs, zumal es die Gelegenheit gab, an Bistrotischen mit Crémant oder Wein anzustoßen. Da ging auch den beiden Ehepaaren, die regelmäßig in Frankreich Urlaub machen, das Herz auf. Auf dem sonnigen Rathaushof hatte sich überdies ein junges Ehepaar aus Stuttgart mit Flammkuchen eingedeckt. Die aus Heidelberg angereiste Mutter, die an diesem Tag zu Besuch war, genoss ebenfalls das französische Flair mitten in Ludwigsburg.

Eine französische Speisekarte stand außerdem im Mittelpunkt einer Publikumsaktion des Staatsarchivs auf der Pop-up-Fläche am Arsenalplatz. Dort galt es nämlich, Speisekarten aus 200 Jahren richtig zuzuordnen. Die „Carte du Jour“ eines Pariser Restaurants stammte dabei aus dem Jahr 1824. Und wie kam sie in eine Akte des Archivs? Ein Arzt von der seinerzeit als Irrenanstalt bezeichneten psychiatrischen Klinik in Zwiefalten unternahm eine Studienreise nach Paris, er sollte sich die dortigen Kliniken anschauen. Einer Spesenabrechnung legte er besagte Speisekarte bei. Und die enthielt Gerichte wie Schweinsfuß, Austern und roten Bordeaux.

Was hat eine Speisekarte vom Thüringer Hof in Leipzig mit Spionage zu tun? Es war 1961 mitten im Kalten Krieg, als ein Kaufmann von der Schwäbischen Alb verdächtigt wurde, als Spion für die Staatssicherheit der DDR zu arbeiten. Beweismittel wie diese Speisekarte wurden dafür beschlagnahmt. Angekreuzt waren Eisbein und gebratene Leber. Dem Kaufmann konnten aber schließlich keine verräterischen Beziehungen nachgewiesen werden.

Aktion der Oscar-Walcker-Schule: Wäschewaschen wie früher

War früher alles besser? Das Wäschewaschen war jedenfalls einst eine rechte Plackerei, wie eine Aktion der Oscar-Walcker-Schule in Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv bewies. Und in der Abstimmung bezog das Publikum auch klar Stellung: Allen aktuellen politischen Herausforderungen und Problemen zum Trotz war früher eben nicht alles besser. Das Eintauchen in die Geschichte ist da immer lehrreich, so die Erfahrung. Das Staatsarchiv freut sich laut Dr. Elke Koch, dass jetzt im Rahmen der Corona-Lockerungen wieder Schulklassen ins Haus kommen können. Auch bei der Aktion am Samstag gab es für Kinder kreative Angebote.

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