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Kritik
Spielplatz nicht für Kleinkinder: „Wir sind wahnsinnig enttäuscht“

Die Eltern, Großeltern und Tagesmütter wollen für einen kleinkindgerechten Spielplatz kämpfen.Fotos: Ramona Theiss
Die Eltern, Großeltern und Tagesmütter wollen für einen kleinkindgerechten Spielplatz kämpfen.Fotos: Ramona Theiss
Für Kleinkinder kaum nutzbar: Die Tagesmutter Birgit Johnson muss zum Spielen Hilfestellung geben.
Für Kleinkinder kaum nutzbar: Die Tagesmutter Birgit Johnson muss zum Spielen Hilfestellung geben.
Sönmez Hediye und ihre Tochter sind nicht gern auf dem neuen Spielplatz.
Sönmez Hediye und ihre Tochter sind nicht gern auf dem neuen Spielplatz.
Der neue Spielplatz in der Unteren Stadt kommt bei Kleinkindern, Eltern, Großeltern und Tagesmüttern nicht gut an

Ludwigsburg. Die Sonne strahlt an diesem Vormittag. Es ist eigentlich das perfekte Wetter, um mit den Kindern oder Enkelkindern auf den Spielplatz zu gehen. Der neue Spielplatz in der Unteren Stadt ist gerade erst eingeweiht und erstrahlt noch in neuem Glanz. Doch trotzdem bietet er sich für viele Kinder und deren Eltern nicht als Aufenthaltsort an. „Die Kinder haben sich so auf den neuen Spielplatz gefreut. Als sie ihn dann gesehen haben, gab es allerdings fast ausschließlich lange Gesichter“, sagt Susanne Hoyer, die selbst in der Unteren Stadt lebt und bereits Oma ist. Sie und weitere Eltern, Großeltern und Tagesmütter haben an dem neuen Spielplatz im Walckerpark einiges auszusetzen. Alle finden: Der Spielplatz ist nicht kleinkindgerecht.

Auf dem neuen Spielplatz ist ein großzügiges Kletterspielgerät installiert. „Aber es gibt keine Möglichkeiten für die Kinder, sich festzuhalten“, sagt die verärgerte Mutter Sarah Hassel. „Außerdem haben Kleinkinder keine Chance, das Spielgerät zu erkunden, weil sie ganz schnell nicht mehr weiter kommen oder mit ihren Füßen in den großen Lücken auf dem Klettergerät steckenbleiben“, so Susanne Hoyer.

Die Tagesmütter Alla Zehl und Birgit Johnson sind mit einer größeren Gruppe Kleinkindern vor Ort. „Eine andere Möglichkeit, als die Kinder mit mitgebrachtem Spielzeug in den Sand zu setzen, gibt es hier nicht“, sagen beide. Auch Sönmez Hediye und ihre Tochter sind nicht gerne auf dem neuen Spielplatz. „Nach kurzer Zeit verliert meine Tochter die Lust, weil es kaum Spielmöglichkeiten gibt“, so Hediye. Gewünscht hätten sich die Eltern, Großeltern und Tagesmütter zumindest einige Schaukeln oder Wippgeräte in Tierform, an denen auch Kleinkinder Spaß und Gefallen gefunden hätten. Auch eine Rutsche, die über einen einfachen Aufstieg erreicht werden kann, wäre ihrer Meinung nach sinnvoll und vor allem notwendig gewesen.

„Wir sind alle wahnsinnig enttäuscht“, sagt Susanne Hoyer. So ein Spielplatz, wie er nun hier in der Unteren Stadt entstanden ist, sei für Ludwigsburg und für das Millionenprojekt Walckerpark „einfach nur traurig“.

Kritisch sehen die Eltern, Großeltern und Tagesmütter auch die unmittelbare Nähe zu dem neuen Parkhaus und zu dem geplanten Park. „Das alles entwickelt sich vermutlich schnell zu einem Drogenumschlagplatz und zu einer Hundetoilette“, heißt es. Sie hätten sich mehr Platz für die Kinder gewünscht. Auch, dass das geplante Wasserspiel seinen Platz in dem neuen Park und nicht unmittelbar auf dem Spielplatz finden soll, stößt auf Unverständnis.

„In der Unteren Stadt gibt es viele Kinder. Und es werden nicht weniger. Viele haben keine Möglichkeit, auf diesem Spielplatz zu spielen“, sagt Mutter Larissa Hoyer. „Dieser Spielplatz ist wirklich ein Witz“, fügt Vater Marcel Hoyer hinzu.

„Die Kinder werden in der Stadt sowieso schon viel zu oft benachteiligt. Und dieses Projekt mit dem mickrigen Spielplatz ist nicht nachvollziehbar“, sagt Susanne Hoyer. „Wir werden uns das nicht gefallen lassen und weiter für einen kleinkindgerechten Spielplatz kämpfen.“