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Stadträte stimmen für großen Lidl-Neubau

Der Bauausschuss bringt den neuen Lidl in der Oststadt auf den Weg. Begeistert sind viele Stadträte aber nicht. Die Grünen lehnen das Projekt aus mehreren Gründen ganz ab.

Auf den Weg gebracht: Der Lidl-Neubau in der Oststadt. Grafik: Lidl
Auf den Weg gebracht: Der Lidl-Neubau in der Oststadt. Foto: Lidl

Ludwigsburg. Gut Ding will Weile haben, heißt es. Ob das auch für den geplanten Lidl-Neubau an der Ecke Ost-/Hindenburgstraße zutrifft, wird die Zeit zeigen. Die Weile dauert in diesem Fall jedenfalls schon ziemlich lange. Bereits seit fünf Jahren wird über das Projekt diskutiert, das einen Abriss des Marktes und einen Neubau mit fast doppelter Verkaufsfläche, Tiefgarage, Markt im ersten Stock und 34 Wohnungen auf dem Dach vorsieht.

Viel Kritik von den Grünen

Eine große Hürde hat das Projekt am Donnerstag genommen. Die Stadträte im Ausschuss für Stadtentwicklung, Hochbau und Liegenschaften haben mehrheitlich grünes Licht für den „vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ gegeben. Allerdings nicht mit der Begeisterung, die manche nach dieser langen Vorbereitungszeit erwartet hätten. Vielleicht hat Stadtplaner Martin Kurt am Ende ja recht. „Ein guter Kompromiss ist, wenn alle Seiten am Ende ein bisschen Schmerzen haben.“

Mehr als ein bisschen Schmerzen hat Christine Knoß von den Grünen. „Ich finde Ihren Lidl immer noch nicht gut“, sagte sie in Richtung des Lidl-Vertreters. Ähnlich wie die Mängelliste einiger Anwohner, so ist auch die der Grünen lang. Zu viele Autoparkplätze, zu wenige und ungeschickte Lage der Radstellplätze, der Weg zum Bäcker führe direkt an der Tiefgarageneinfahrt vorbei auch einen wirklichen Willen zur Begrünung kann Knoß nicht erkennen. „Es ist nicht zu erklären, warum man nicht mehr auf die Wünsche der Anwohner eingeht.“ Die Grünen lehnen den Bebauungsplan daher ab.

Ganz anders die Haltung bei CDU und Freien Wählern (FW). Der Kompromiss sei tragfähig, viele Beteiligte hätten auf das Projekt eingewirkt, so Maik Stefan Braumann (CDU). Er bedankte sich für das Engagement von Lidl und wünscht sich eine schnelle Umsetzung. Auch Andreas Rothacker (FW) und seine Fraktionskollegen stimmen gerne zu und bedankten sich bei Lidl. Trotz der enormen Baukostensteigerungen und der jahrelangen Diskussionen habe das Unternehmen nicht aufgegeben. Dass Lidl statt auf eine begrünte Fassade auf Holz setzt, kann Rothacker nachvollziehen. Das geplante Bauwerk sei kein Parkhaus, sondern ein Nutzgebäude.

„Wir werden zustimmen, sind aber nicht begeistert“, so Stadtrat Dieter Juranek von der SPD. Die Diskussion der vergangenen Jahre hätte viele Verbesserungen gebracht, etwa die Holzfassade. Lidl habe sich aber leider nicht davon abbringen lassen, den Markt statt in den ersten Stock ins Erdgeschoss zu legen.

Jochen Eisele (FDP), der sich bei der Abstimmung enthielt, stört sich an der Höhe des Neubaus. Das Problem ist, dass das gesamte Gelände abschüssig ist, daher kann auch keine allgemeingültige Höhe in Bezug etwa auf das Gehwegniveau angegeben werden. Klar ist, das wurde in der Sitzung deutlich, das Bauwerk wird zumindest an der Ecke Hindenburg-/Oststraße die immer wieder erwähnten 15 Meter überschreiten.

Mehr Grün als heute

Eisele kann nachvollziehen, dass Lidl sich mit dem neuen Markt für die Zukunft aufstellen will. Aber auch er bemängelt, dass die Verkaufsfläche nicht im Erdgeschoss eingeplant wurde.

Stadtplaner Kurt versicherte, dass der Neubau an keiner Seite die Fürsthöhen der umgebenden Gebäude überragt. Und Bürgermeisterin Andrea Schwarz versprach den Stadträten und den Anwohnern, die in die Sitzung gekommen waren, dass es „hinterher deutlich mehr Grün gibt als heute“.

Jetzt geht der Bebauungsplan in die Überarbeitung. Danach wird das Baugenehmigungsverfahren eingeleitet.

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