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Sozialdaten

Statistik: Die Ludwigsburger Stadtbevölkerung wird immer älter

Jahrelang ist die Bevölkerung der Stadt immer weiter gewachsen, doch 2020 ist sie leicht zurückgegangen: 93140Menschen lebten zum Ende des vergangenen Jahres in der Barockstadt. Das sind über 400 Personen weniger als 2019.

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Ludwigsburg. Der Sozialdatenatlas, den die Stadt Ludwigsburg jedes Jahr veröffentlicht und im Sozialausschuss vorstellt, gibt Einblicke in die Stadtgesellschaft. Wie alt sind die Bewohner in den Stadtteilen? Wie steht es um die Versorgung der Kinder? Wie viele Menschen wohnen in wie vielen Haushalten?

Die Bevölkerungsbilanz zeigt deutlich: Der Zuwachs von Menschen in Ludwigsburg ist gestoppt. Es gibt sowohl mehr Sterbefälle als Geburten (Bilanz je 1000 Einwohner: -0,6) als auch mehr Weg- als Zuzüge (-4,0). Das war noch vor fünf Jahren ganz anders. 2015 lag der Saldo der Geburten und Sterbefälle beim 1,0 und das der Zu- und Wegzüge bei 18,9.

Die Altersstruktur in den Stadtteilen ist unterschiedlich. In Grünbühl-Sonnenberg leben die meisten Kinder und Jugendlichen, in Ludwigsburg-Mitte die wenigsten. Dort ist der Anteil der 20- bis 39-Jährigen am größten. Neckarweihingen ist der älteste Stadtteil, hier leben prozentual gesehen die meisten Menschen über 70Jahre. Der Altersdurchschnitt der Gesamtstadt ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. 2015 lag er bei 42Jahren, 2020 bei 42,5Jahren. In Hoheneck und Neckarweihingen (beide 44,6Jahre) ist das Durchschnittsalter am höchsten, wobei in Neckarweihingen mehr Menschen ab 70 und in Hoheneck mehr zwischen 55 und 70 Jahren leben.

Knapp 45Prozent der Menschen in Ludwigsburg wohnen alleine, weitere 29Prozent in einem Zwei-Personen-Haushalt. Die meisten Ein-Personen-Haushalte gibt es in Ludwigsburg-Mitte (83,7Prozent), die wenigsten in Grünbühl-Sonnenberg (72,4Prozent). Dort, in Pflugfelden und Poppenweiler gibt es die meisten Haushalte mit drei Personen oder mehr. In den meisten Haushalten leben keine Kinder. In der Gesamtstadt sind es fast 80Prozent.

Grünbühl-Sonnenberg ist der familienreichste Stadtteil

Auch bei dieser Statistik sieht man, dass Grünbühl-Sonnenberg ein familienreicher Stadtteil ist: Hier leben „nur“ in 72Prozent der Haushalte keine Kinder. In Ludwigsburg-Mitte leben in den wenigsten Haushalten Kinder (83,7Prozent), auch die Südstadt (81,3Prozent), Eglosheim, Hoheneck (beide 81Prozent) und die Weststadt (80,1Prozent) liegen über dem Wert für die gesamte Stadt.

Etwa die Hälfte der Menschen über 80Jahre in Ludwigsburg lebt alleine, weitere 33Prozent mit ihrem Ehepartner zusammen. Nur rund zehn Prozent leben in sonstigen Haushalten, dazu gehören auch Pflegeheime. „Das zeigt“, so Assa Dembélé vom Team Steuerungsunterstützung und Statistik der Stadt, „dass der Großteil unserer über 80-Jährigen noch im eigenen Haushalt leben.“

Im Bereich Arbeitsmarkt sind im Sozialdatenatlas die Auswirkungen der Coronapandemie zu sehen: Nachdem die Arbeitslosenquote in den vergangenen zehn Jahren immer weiter sank (2019 lag sie bei 3,4Prozent), stieg sie 2020 wieder auf 5,0Prozent. Jedoch: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist nur ganz leicht zurückgegangen. „Es sind also wohl vor allem diejenigen, die nicht sozialversicherungspflichtig sind, von der Arbeitslosigkeit betroffen gewesen“, so Assa Dembélé. Das sind etwa Selbstständige oder geringfügig Beschäftigte.

Eine Sache erschreckt die Stadträte: Die Quote der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss steigt seit Jahren an. 2020 waren es 8,1Prozent, im Vorjahr 7,1Prozent, vor zehn Jahren 3,4Prozent. Diese Daten seien jedoch mit Vorsicht zu genießen, so Assa Dembélé. Denn in die Statistik zählen alle, die keinen Hauptschulabschluss haben. An sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) gebe es jedoch Bildungsgänge, die nicht zum Hauptschulabschluss führen, aber dennoch einen Abschluss ermöglichen.

Stadträte wollen künftig mehr mit Sozialdaten arbeiten

Bei der Sitzung des Sozialausschusses baten die Stadträte, dass sie in Zukunft im Ausschuss mehr mit den Sozialdaten arbeiten. Die Stadt müsse, so etwa CDU-Rat Claus-Dieter Meyer, Auffälligkeiten rechtzeitig ansprechen und im Ausschuss Lösungsmöglichkeiten diskutieren.

Info: Der Sozialdatenatlas ist für jeden einsehbar, und zwar auf der Internetseite der Stadt www.ludwigsburg.de unter dem Reiter Rathaus und Service und der Unterkategorie Statistik und Einwohnerzahlen.

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