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Sternkreuzung: Hohn und Spott für Dekoration

Internet-Kommentatoren lassen sich über Gestaltung aus – Ab Mittwoch wird die Fläche neu dekoriert

Die Badende von der Sternkreuzung. Foto: Andreas Becker
Die Badende von der Sternkreuzung. Foto: Andreas Becker

Ludwigsburg. Die Dekoration an der Sternkreuzung (B27/Wilhelmstraße) zieht für gewöhnlich die Blicke auf sich. Doch jetzt ist sie ins Visier der Facebookseite „Gärten des Grauens“ geraten, und handelt sich viel Hohn und Spott ein.

„Bei der allmonatlichen Unkrautbeseitigung in ihrem schicken Schotterbeet kann sich Annabella P. (N. v. d. R. g.) so richtig reinknien“, schreibt Seite ironisch auf Facebook und Instagram und zeigt dazu einen Ausschnitt aus der Stern-Dekoration. Zu sehen ist der Oberkörper einer weiblichen Schaufensterpuppe mit Bikinioberteil, die im Schotterbeet steht, in dem das Unkraut sprießt.

Die Kommentare lassen nicht lange auf sich warten und sind vernichtend. „Da denkt man, man hätte schon so ziemlich alles gesehen… und dann das?!“, schreibt ein User auf Instagram. Ein anderer kommentiert ironisch: „Da ist jemand in Treibschotter geraten! Warum hilft denn da niemand?“ Andere finden das „nur schwer zu toppen“, oder einfach nur „schauderhaft“.

Nun muss man zwei Dinge wissen. Erstens: Die Seite „Gärten des Grauens“ hat sich dem „Kulturkampf um eine lebens- und liebenswerte Umwelt“ verschrieben. Die Online-Seite sei der „Versuch, mit Mitteln des Humors und der Satire die konfektionierten Gartenwelten gesellschaftlich unmöglich zu machen.“ Die Fangemeinde der Gruppe auf Facebook und Instagram ist groß.

Zweitens: Die Dekoration auf der Sternkreuzung soll eigentlich eine sommerliche Badelandschaft darstellen. Unter dem Motto „Sommer, Sonne, Strand und Urlaubsgefühl“ hatten der städtische Fachbereich Tiefbau und Grünflächen sowie Mitarbeiter der Technischen Dienste Ludwigsburg die Dekoration aufgebaut. Dass die im Herbst nicht mehr ganz frisch aussieht, ist nachvollziehbar.

Normalerweise zeigt die Gärten-des-Grauens-Seite Einblicke in private (Vor-)Gärten. Und so wird in den Kommentaren darauf hingewiesen, dass es sich bei diesem Motiv um eine Verkehrsinsel und nicht um einen Garten handelt. „Und das führt nicht zu Verkehrsunfällen? Ich würde vor Schock erstarren!“, lautet eine der Antworten.

Der Redaktion sind zum Glück keine dekorationsbedingten Unfälle bekannt. Zudem wird die Sternkreuzung ab Mittwoch neu gestaltet. Grund dafür ist aber nicht die Kritik im Internet, die Dekoration wird mehrfach pro Jahr verändert. „Zum Herbstbeginn bespielen das Ludwigsburg Museum in Kooperation mit dem Fachbereich Tiefbau und Grünflächen diesen besonderen Ort durch ein Kunstprojekt ganz neu“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. Dazu wird der Biberacher Streetart-Künstler Daschu die vier Außenwände des vielfach prämierten Mikrohofhauses mit einer „farbenfrohen Komposition spielender Kinder bemalen.“ Und gegen spielende Kinder hat sicher auch die Gruppe „Gärten des Grauens“ nichts einzuwenden.

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