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Oßweiler Poplibets singen Filmmusik
Stimmgewaltiger Chor endlich wieder auf der Bühne

Endlich wieder auf der Bühne: Die Poplibets mit Dirigentin Sabine Wieland. Foto: Andreas Becker
Endlich wieder auf der Bühne: Die Poplibets mit Dirigentin Sabine Wieland. Foto: Andreas Becker
Drei Jahre hat es gedauert, jetzt sind sie wieder da. Der Oßweiler Chor Poblibets singt Hits aus Filmen und begeistert sein Publikum..

Ludwigsburg. Die Coronakrise stellte auch den 1984 aus dem Männergesangverein Oßweil hervorgegangenen Chor Poplibets auf eine harte Probe. Der letzte Auftritt vor Ausbruch der Pandemie war das Weihnachtskonzert im Jahr 2019, danach wurde es auch bei den einst als Jugendchor gestarteten Poplibets zappenduster.

Lange Zeit konnte gar nicht geprobt werden. Das Personal bei der Stange zu halten, erwies sich als echte Herausforderung. Die Poplibets behalfen sich, indem die Sängerinnen und Sänger ihre Proben unter freien Himmel verlegten. So kam der Chor mehr oder weniger ungeschoren durch die Pandemie. „In der Coronazeit haben wir sogar zwei oder drei Leute dazubekommen“, freut sich Sandra Reiter, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

„Hexenkessel der Gefühle“

Mittlerweile sind auch wieder Auftritte möglich. Und so hatten die Poplibets am Sonntagvormittag nach fast dreijähriger Zwangspause zu einem Konzert im evangelischen Gemeindezentrum Oßweil geladen, das auf rege Resonanz traf. Schon die Filmplakate hinter der Bühne deuteten das Motto „Film in Concert“ an. Nach all den Entbehrungen der Vergangenheit dürfe sich das Publikum auf einen „Hexenkessel der Gefühle“ gefasst machen, kündigte Moderator Fabian Friedl an.

Unter anderem stand „What a Feeling“ aus dem Tanzfilm „Flashdance“ auf dem Programm, mit dem Lied konnte die Sängerin Irene Cara 1984 einen Oscar für die beste Filmmusik abräumen. Die Kritiker hätten den Film in der Luft zerrissen, berichtete der Moderator, zudem sollte sich die Produktion als Mummenschanz erweisen.

Hauptdarstellerin Jennifer Beals studierte damals Amerikanistik an der US-Eliteuniversität Yale, aber eben keinen Tanz. Also wurden ihre Tanzparts von einem sogenannten Body Double übernommen - doch die unbekannt gebliebene Tänzerin wurde laut Friedl niemals erwähnt, nicht mal im Abspann. Undank ist eben der Welten Lohn. Trotz allem wurde „Flashdance“ ein Kassenschlager, und der Soundtrack verkaufte sich weltweit mehr als 20 Millionen Mal.

Chor in exzellenter Verfassung

Im weiteren Verlauf gaben die Poplibets altbekannte Klassiker aus Filmen wie „Ghostbusters“ und der „Unendlichen Geschichte“, aber auch den 1960 von Trude Herr veröffentlichten Schlager „Ich will keine Schokolade“ zum Besten. Der erfolgreiche Hit war schon bald darauf in dem Musikfilm „Marina“ zu hören. Weniger schlagerbeschwingte, sondern eher melancholische Töne stimmte der Chor dann mit dem Enya-Song „May it be“ aus dem „Herr-der-Ringe“-Epos an.

Nach dem unfreiwilligen Verzicht auf Bühnenpräsenz zeigten sich die von Sabine Wieland dirigierten Poplibets bei ihrem Auftritt im evangelischen Gemeindezentrum in prächtiger Verfassung. Die Sängerinnen und Sänger hatten sichtlich Spaß an dem Konzert, das von Friedl in seiner Doppelrolle als Moderator und Percussionist sowie von Uli Gmeiner am Klavier begleitet wurde.

Anfangs musste der Moderator den Applaus nach der langen Abwesenheit noch mit dem Publikum einstudieren. Nach einigen Trockenübungen aber belegte der anhaltende Jubel, dass sich die Poplibets eindrucksvoll und stimmkräftig aus dem Coronaloch zurückgemeldet haben. Bleibt zu hoffen, dass angesichts explodierender Neuinfektionen keine weiteren Einschnitte bevorstehen.