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Strenge Auflagen verlangen nach guten Konzepten

Auf den Sportanlagen der Ludwigsburger Vereine kehrt nach und nach wieder Leben ein – Betrieb nur unter freiem Himmel

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Ludwigsburg. Seit dem 11. Mai gelten auch in Baden-Württemberg weitere Lockerungen der Coronaverordnung, die unter strengen Auflagen auch den Breitensport im Freien wieder ermöglichen. Vereine haben nach der mehrwöchigen Zwangspause wieder die Möglichkeit, Trainings- und Übungsangebote auf ihren Freiluftsportanlagen anzubieten.

Die Auflagen des Landessportverbandes sind streng. Von einer Rückkehr zu den gewohnten Trainingsabläufen kann vorerst keine Rede sein. Ein Umziehen auf der Sportanlage ist verboten, Umkleide- und Duschräume bleiben geschlossen. Die Namen aller Trainingsteilnehmer müssen notiert werden, damit im Falle einer Infektion die Kontaktpersonen ausfindig gemacht werden können. Außerdem ist für jedes Training eine Person zu benennen, die für die Einhaltung der Auflagen verantwortlich ist. Während der gesamten Einheit muss der Mindestabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden. Das Training darf mit maximal fünf Personen erfolgen. Auf größeren Feldern, beispielsweise Fußballplätzen, sind fünf Personen pro 1000 Quadratmeter zulässig.

Während die Bundesligaspieler des Hockey-Clubs Ludwigsburg seit dieser Woche nach einem neuen Trainingskonzept trainieren, kehren ab Dienstag auch die Mannschaften ab der B-Jugend aufwärts auf das Feld zurück. Das Konzept des kontaktlosen Kleingruppentrainings, welches unter anderem einen separaten Ein- und Ausgang auf das Gelände und ein Check-in-Zelt vorsieht, sei laut HCL in der Theorie gut angekommen (siehe Sport, Seite 34). Nun gilt es, die Vorgaben auch in der Praxis umzusetzen.

Für Gerhard Uhl, den Vorsitzenden des SKV Eglosheim, sind die leeren Sportplätze und Hallen noch immer eine unwirkliche Situation. „Das tut mir in der Seele weh“, sagt er. Die Lockerungen seien zwar ein kleiner Lichtblick, aber „von normalem Training kann keine Rede sein“. Beim SKV habe man sich dazu entschlossen, die Bambini und die F-Jugend vorerst nicht trainieren zu lassen. Jeder Trainer werde vom Verein genau instruiert. Denn: „Jeder Einzelne hat mit darauf zu achten, dass die Vorgaben eingehalten werden“, sagt Uhl, der beim SKV auch gleichzeitig der Corona-Beauftragte ist.

Da das Training in der Halle vorerst verboten bleibt, wollen natürlich auch die Hallensportler die Außenanlagen nutzen. Dies sei organisatorisch eine besondere Herausforderung. „Ab der nächsten Woche sollen beispielsweise Fitnesskurse unter freiem Himmel starten. Allerdings teilweise schon nachmittags, um die Nutzung des Platzes zu entzerren“, so Uhl. „Die Abteilungen müssen in den nächsten Wochen extrem flexibel sein, was die Trainingszeiten angeht.“

Auch beim SV Oßweil laufen erste Vorbereitungen, um eine Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes zu ermöglichen. „Die Schwierigkeit ist, dass 90 Prozent unserer Mitglieder in der Halle trainieren“, sagt der Vorsitzende Reiner Käss. Solange es keine Lösungen für ein Training in der Halle gebe, könne der SVO kaum etwas umsetzen. „Beim Kinderturnen benötigen wir beispielsweise unterschiedliche Geräte, bauen Bewegungslandschaften oder Parcours auf. Das ist außerhalb der Halle kaum möglich“, so Käss. Dennoch sei man auch in Oßweil froh über jeden Schritt zurück zur Normalität.

Aktuell arbeite man an einem Konzept, konkrete Lösungen und einen Zeitpunkt für die Wiederaufnahme des Trainings gebe es aber noch nicht. „Wir müssen auch schauen, ob wir von anderen Vereinen Teile der Plätze für unser Training gestellt bekommen“, so Käss.

Vor dieser Herausforderung steht auch die HB Ludwigsburg, die Handball-Spielgemeinschaft der Stammvereine SKV Eglosheim, SV Oßweil, SV Pattonville und TV Pflugfelden. „Die ersten Signale deuten darauf hin, dass wir uns mit anderen Vereinen einigen werden“, sagt Vorstandsmitglied André Zwirner.

Für die HBL-Aktiven sei die Saison ohnehin beendet. „Die steigen nach Pfingsten in das Training ein“, so Zwirner. Die Spieler von der A- bis zur C-Jugend sollen ab nächster Woche wieder ein wenig Handball-Luft schnuppern können. „Die Vorfreude ist trotz aller Vorgaben groß“, sagt Zwirner. Auch wenn das Training zunächst nur aus „Laufen, Werfen und Fangen besteht“.

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